Skip to main content
  • Die Nachrichten von gestern Abend
  • Die Nachrichten von gestern Mittag
  • Die Nachrichten von gestern Morgen
    Sonntag, 26. November 2023, 6:05 Uhr
    Sonntag, 26. November 2023, 6:05 Uhr
    (Wdh.11:05, 18:05)

    Peter J. Brenner: Hörkulturen – Die Stimme, das Ohr und das Gerät. Zur Frühgeschichte des Hörfunks in Deutschland

    • Im Oktober 2023 konnte der deutsche Hörfunk auf sein hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Von den mittleren Jahren der Weimarer Republik bis in die frühe Nachkriegszeit wurden in Deutschland zahlreiche Diskussionen geführt, Konzepte entwickelt und Experimente durchgeführt. Dabei kamen die verschiedensten Optionen für die Nutzung des neuen Mediums zur Sprache, einige wurden realisiert, viele verworfen, und manche erwiesen sich als verhängnisvoller politischer Missbrauch. Aber wer auch immer mit dem Radio in Kontakt kam, ob als Sender oder als Hörer – jeder musste sich mit den Gegebenheiten des neuen Mediums vertraut machen, das die Stimme wie das Ohr vor unbekannte Herausforderungen stellte.

    Kommentare
    weitenhermann
    Ich habe diesen Beitrag sehr genossen. Zuförderst habe ich ihn so verstanden, dass er die Änderung der Kommunikations- und Redekultur, die mit der Erschließung des Rundfunks einherging, darlegte. Die Rüge Buchfunks (s. ersten Kommentar) geht deshalb am Ziel vorbei, wenn auch seine Darlegung richtig und interessant ist. So hat z.B. die Beschreibung des Unterschieds der Rede vor einem anwesenden Publikum gegenüber der Rede vor einem Mikrofon im leeren Raum einen wesentlichen Aspekt des neuen Mediums gezeigt. Von mir also ein Lob!
    Buchfunk
    Diese Radiogeschichte habe ich sehr genossen, besonders auch die Verweise auf de grandiosen Walter Ong. Äußerst irritierend finde ich nur, dass Guglielmo Marconi mit keinem Wort erwähnt wurde, dafür aber ausgerechnet Heinrich Hertz. Hertz starb in der Überzeugung , dass die von ihm entdeckten elektromagnetis chen Wellen zu nichts je zu gebrauchen seien. Der Amateurphysiker Marconi hingegen wurde lange Jahre von den etablierten, akademischen Physikern verhöhnt, weil er daran arbeitete, drahtlose Stimmübertragung zu verwirklichen, wofür er am Ende den Nobelpreis erhielt. Im Vorspann hört sich diese Radiogeschichte an, als sei das Radio sozusagen eine deutsche Kreation. In Wirklichkeit spielte Marconis Erfindung eine wachsende Rolle, nachdem 1912 die Titanic gesunken war, ohne dass ihr SOS-Signal gehört wurde. https://www.welt.de/geschichte/article208101779/Titanic-SOS-Beruehmtestes-Funkgeraet-der-Welt-darf-geborgen-werden.html Der Kaiser gründete Telefunken, weil er die wachsende Bedeutung Marconis nicht ertrug. Dass Sie, Herr Brenner, Marconi mit keinem Sterbenswörtlein erwähnen, lässt mich vermuten, dass Sie es heute noch nicht ertragen, dass unsere gesamte technologische Welt - vom Radio übers Fernsehen bis zum Händi - nicht auf der Leistung eines Deutschen, sondern dieses hartnäckigen Italieners fußt. Sehr enttäuschend.

    Melde Dich zum Kommentieren im Login-Bereich an, um kommentieren zu können.