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    Sonntag, 5. Mai 2024, 12:05 Uhr
    Sonntag, 5. Mai 2024, 12:05 Uhr
    (Wdh.16:05)

    Menschenbilder: Druck und Entfremdung heute

    • Die digitalisierte Gesellschaft sieht sich gern als offen, divers und individualistisch. Dazu passen Schlagworte wie Selbstverwirklichung, Work-Life-Balance oder Optimierung des Daseins. Oder ist es eher so, dass unter dieser bunten Marketingoberfläche nach wie vor Druck und Zwang herrschen? Leben wir heute sogar in besonders beschleunigten Zeiten der Entmenschlichung und Verwertung?

    Kommentare
    Gast
    Wenn Sie die (Gefahr von) KI mal nicht unterschätzen... Zumindest für Propaganda kann sie sicherlich wunderbar genutzt werden. Allein durch die Datensammelei, und auch die Kenntnis psychologischer Manipulations-Techniken, allein durch die schiere Masse, wie Daten einerseits gesammelt und andererseits daraus abgeleitete Propaganda wieder ausgerollt werden kann, ist sie sicher eine große Gefahr und kann ganz neue Level erreichen. Ich bin mir sicher, dass sie auch längst so weit ist, zu erkennen und auszunutzen, welche Emotionen und Vorbilder uns Menschen besonders gut manipulieren.

    Durch Aufgreifen provokativer Inhalte und Wiederverwertun g in einer Sendung hier, würde sie uns Zuhörer sicher auch zu Gedanken anregen. Nicht jeder Gedanke (auch sonst) ist wirklich bahnbrechend und kreativ.
    Ich bezweifle bloß, dass jemand von uns eine KI zur Verfügung hätte, die auch nur ansatzweise so mächtig wäre wie die, die anderswo (zu unserem großen Nachteil) entwickelt und eingesetzt wird.

    Gast
    Die Aussagen zum schulischen Leistungs-Druck würde ich persönlich etwas relativieren wollen. Meine Schulzeit liegt einige Jahrzehnte zurück, aber selbst damals war der fachliche Inhalt im Unterricht höchstens noch 20%. Heute, so mein Eindruck, geht es noch mehr um Anpassungs-Druck und fast gar nicht mehr Leistungs-Druck im eigentlichen Sinne, wenn Leistung verstanden wird als Leistungen, die zu tun hätte mit: Konzentration, Verstehen, Erkenntnisse, Lösungen kognitiver Art finden,... Spätestens in den meisten Berufen geht es dann hauptsächlich um Anpassung und Gehorsam und, wenn man Karriere machen möchte, noch viel "Verpackung", Heuchelei, Verlogenheit. Spätestens dann merkt also jedes "Kind", dass das mit dem inhaltlichen Lernen keinen Erfolg bringt. Das gilt inzwischen sogar in der Wissenschaft, was man ja nicht meinen sollte.
    Vielleicht sprechen Sie zwei da noch zu sehr von Ihren eigenen Schul-Erfahrungen, möglicherwei se war gerade in der Schweiz damals das Leistungs-/Lern-Niveau noch erheblich höher.
    Ist es nicht sogar so, dass heutige Schüler mehr Zeit in der Schule verbringen (absitzen) müssen als wir damals? Gleichzeitig noch weniger fachlichen Inhalt? Das ist das eigentlich psychisch Belastende, hätte ich gesagt.
    Man wird müde und lustlos und kann dann sogar die wenige freie Zeit, die man theoretisch noch hätte, nicht mehr für die eigene Entwicklung nutzen.

    Gast
    Das mit der Lust sage man mal dem durchschnittlic hen Arbeitnehmer. Die meisten haben nicht das Glück oder die Möglichkeit gehabt, einen "Beruf" zu wählen, der ihrer persönlichen Lust irgendwie entspräche. Ich glaube tatsächlich, dass in diesen Themen der Psychoanalytike r ein wenig außen vor ist, welchem Druck ist er ausgesetzt? Der Erwartungsdruck des Erfolgs einer Behandlung? Ich glaube, den kann man gut kanalisieren. Ein Schriftsteller ist auch noch relativ(!) frei, würde ich vermuten. Vielleicht irre ich mich ja, aber ich würde behaupten, die meisten Berufstätigen empfinden wenig bis keine Lust bei der Ausübung ihres Berufs. Und nun?
    Aus diesen und ähnlichen Gründen hatte ich schon immer so ein kleines vages Gefühl, dass psychoanalytisc he Behandlungen im Grunde etwas ist für Professoren-Gattinen, Hausfrauen, (ausreichend versorgte) Rentner, Studenten.. sind. - Stimmt nicht?

    konrad
    Eine Herausforderung entspräche dem Unterdruck, der Vergrößerung im Gegensatz zum "regelbasierten" Überdruck. Die Technik heute funktioniert auch nur mit Überdruck, man könnte sich fragen, wie z.B. dieser Schauberger das mit dem Unterdruck gemeint (und gemacht?) hat.
    Der Ursprung der "regelbasierten Ordnung" liegt übrigens bei Kant, der für alles grundsätzlich eine Regel haben wollte. Der wird heute ganz besonders gefeiert.


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