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das Kontrafunkkolleg

Norbert Bolz: „Die Faszination der Katastrophe"

13. November 2022 | Audimax

Worin besteht der Erfolg der deutschen Grünen? Dem Philosophen und Medienwissenschaftler Norbert Bolz zufolge haben die Grünen politische Ideen durch Rituale einer Zwangsneurose ersetzt, aus denen sich der Wohlstandsbürger der westlichen Welt seine eigene Privatreligion zusammenzimmern kann: sei es durch das Festkleben an Kunstschätzen, Strassen, oder wenigstens durch Hausmülltrennung. So haben die Grünen Politik zugunsten einer hysterischen Theologie der Katastrophe ersetzt, die die Apokalypse erfolgreich als Ware vermarktet und das rational-kritische Bewusstsein in Abrede stellt. Dabei wäre die Einsicht, dass Fortschritt mit Risiko, aber auch mit Chancen verbunden ist, die Grundüberzeugung wirklicher Aufklärung.

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„Die Stunde des Verlierers. Gottfried Benn und Peter de Mendelssohn über die literarische Emigration“

30. Oktober 2022 | Audimax

Im März 1950 sendete der Nordwestdeutsche Rundfunk ein fast einstündiges Streitgespräch zwischen Gottfried Benn und dem vormaligen Emigranten Peter de Mendelssohn. Die Analyse dieses Rundfunkgesprächs gibt einen Einblick in die Strategien der Schulddiskussionen in der Nachkriegszeit, in denen sich die junge Bundesrepublik ihre Identität schuf. Der Blick zurück auf die Rolle Gottfried Benns im „Dritten Reich“ wird zugleich zum Blick in die Zukunft der Kunst und Literatur in der Bundesrepublik.

In unserer Sendereihe Audimax – das Kontrafunkkolleg senden wir hierzu einen Essay des Germanisten Prof. Dr. Peter J. Brenner, in dem er sich mit der wesentlichen Frage der inneren Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzt. In seinem Beitrag „Die Stunde des Verlierers. Gottfried Benn und Peter de Mendelssohn im Streitgespräch über die literarische Emigration“ dient Brenner die Auseinandersetzung zwischen den Dichtern Gottfried Benn und Peter de Mendelssohn als Beispiel.

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Heinz Schott: „Mesmerismus und geistiges Heilen“

23. Oktober 2022 | Audimax

Der Medizinhistoriker Prof. Heinz Schott spricht über Grenzgebiete der ärztlichen Kunst. Schott lehrte jahrzehntelang Geschichte der Medizin an der Universität Bonn und war Direktor des dortigen Medizinhistorischen Instituts. Er hat auch mehrere Bücher zur Geschichte der Medizin verfasst oder herausgegeben. Daraus entstammen die folgenden Vorträge über Franz Anton Mesmer und die Geschichte des Mesmerismus sowie über den schwäbischen Arzt und Dichter Justinus Kerner.

Die damals entwickelten Ideen über geistiges Heilen und magische Einflüsse auf körperliche Vorgänge lassen sich zwar aus einer modernen wissenschaftlichen Perspektive der Biophysik als romantische Spinnerei abtun, doch sie sind angesichts der vielen rätselhaften, aber unleugbaren Wechselwirkungen zwischen Geist und Materie auch heute noch von Interesse.

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Alexander Meschnig: „Die Wiederkehr des Verdrängten“

16. Oktober 2022 | Audimax

Die Themen Klima, Corona und aktuell der Ukrainekrieg haben das Problem der Masseneinwanderung in den letzten Jahren weitgehend verdrängt. Für den in Berlin lebenden österreichischen Psychologen und Politologen Dr. Alexander Meschnig stellt sich die Frage, welche ökonomischen, sozialen und psychologischen Folgen die Verdrängung dieses essenziellen Themas hat. Er wirft dazu einen Blick in die Vergangenheit und durchleuchtet das gegenwärtig von Politik und Medien orchestrierte Schweigen von unterschiedlichen Seiten. „Die Wiederkehr des Verdrängten“ will so ein wenig die Erinnerung auf ein weitgehend tabuisiertes Thema lenken, das für die Zukunft Deutschlands und Europas von entscheidender Bedeutung sein wird.

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Peter J. Brenner: „Karl May. Ein Weltbürger im Reich der Phantasie“

25. September 2022 | Audimax

Karl May (1842 bis 1912) ist der erfolgreichste Autor der deutschen Literaturgeschichte. Ein Blick auf Leben, Werk und Wirkungsgeschichte zeigt, dass er mit seinen Romanen fast 150 Jahre deutscher Kulturgeschichte begleitet und auch mitgeprägt hat. Er hat Mythen geschaffen, in denen sich das deutsche Bürgertum wiedererkennen und mit denen es sich die Welt auf eine verständliche Weise zurechtlegen konnte. Karl May wurde 2022 ein Zufallsopfer der Cancel-Culture-Bewegung, aber die Kontroversen um ihn zeigen, worum es geht: um das Erbe der bürgerlichen Welt.

Peter J. Brenner war Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität zu Köln, 2009 wechselte er an die Technische Universität München. Er ist Verfasser mehrerer Standardwerke seines Fachs und zahlreicher weiterer Bücher zur Kultur- und Bildungsgeschichte.

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Peter J. Brenner: „Gesichter einer Landschaft – Theodore Fontane und seine Mark Brandenburg“

28. August 2022 | Audimax

Die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ sind das heimliche Hauptwerk Theodor Fontanes, an dem er über dreißig Jahre lang gearbeitet hat. Fontane erfährt zwischen Havel und Oder eine Kulturlandschaft mit einer ereignisreichen Geschichte, eine Grenzregion, in der sich Deutsche und Slawen begegnen, Flüsse begradigt, Moore trockengelegt werden, Torfstecher und Ziegelbrenner die Hauptstadt versorgten. Literarische Nachfolger Fontanes konnten hundert Jahre später die gleichen Erfahrungen mit der jetzt in der DDR gelegenen Landschaft machen. Erst der Klimaschutz mit seinen Windkraftanlagen gab dieser Landschaft ein anderes Gesicht.

Peter J. Brenner war Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität zu Köln, 2009 wechselte er an die Technische Universität München. Er ist Verfasser mehrerer Standardwerke seines Fachs und zahlreicher weiterer Bücher zur Kultur- und Bildungsgeschichte.

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