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    Montag, 6. Mai 2024, 20:05 Uhr
    Montag, 6. Mai 2024, 20:05 Uhr
    (Wdh.23:05)

    Philosophieren #65: Mitleiden

    • Wann haben Sie, liebe Hörer, zuletzt Mitleid mit einem anderen Menschen empfunden? Und was genau ging da in Ihnen vor? Bewegt uns das ungute Gefühl, den anderen nicht in seiner Lage sehen zu wollen, überträgt sich gar sein Fühlen auf unser eigenes Gefühl? Oder bleiben wir ganz bei uns in diesen Momenten des Mitleidens, und handelt es sich dabei vielleicht um ein eher egoistisches Empfinden? In dieser Folge von „Philosophieren“ im Kontrafunk wenden sich Matthias Burchardt und Alexander Christ dem Mitleiden zu und werfen unter anderem einen kritischen Blick auf die Ausbeutbarkeit dieses Gefühls, zuletzt durch die geschickt im Rahmen ihrer Machtinteressen agierende Politik.

    Kommentare
    Marschall
    Auch die wechselseitige psychologische Bedeutung der Persönlichkeits eigenschaft "compassion" (=Mitgefühl), welche von psychopatischer Kaltherzigkeit bis hin zum überreagier enden Beschützerinstin kt reichen, ist aus persönlichkeits psychologischer Sicht betrachtenswert .
    Marschall
    Eine Schande dass diese gesamte Sendung von Statten ging, ohne ein einziges Mal die Spiegelneuronen zu erwähnen. Deren evolutionspsych ologische Bedeutung ist eine eigene Philosophiestun de wert.
    Beweis
    Puh, das ist schwer.
    Wie wär's denn mit einer Folge unter dem Titel "Frohsinn"? Frohsinn gibt uns so viel Kraft, aber er wird neuerdings übelst unterjocht durch kaskadierende Apokalypsen-Modellierungen, durch Penetration von Begriffen wie "Hass", "Hetze" et al.

    Bei "Frohsinn" könnten Sie auch mal richtig losprusten - und müssen nicht immer so sanft und bedeutungsvoll in die Mikrophone hauchen.
    Nur mal so als Anregung.

    Franz
    Bei der seit vielen Jahren anhaltenden Dauermoralisier ung durch Politik und deren willfährigen Genossen, hat sich mein Mitleid zurückentwicke lt. Es reicht nur noch für den Verwandten- und Bekanntenkreis. Auch unterscheide zwischen Tier und Insekt und vernichte jedes übermäßig lästige Insekt ohne jegliches Mitleid.
    venabili
    So viele Façetten des Mitleids- wenn man anfängt nachzudenken, fängt der Boden an zu schwanken. Philosophie at it's best. Ein kleiner Punkt: Die "Bilder von Bergamo" passen nun gar nicht ins Mitleidthema! Mitleid beinhaltet immer auch eine gewisse Machtposition: Ich könnte auch wegsehen und aktiv entscheiden, dass ich dieser Person, diesen Umstand keinen zweiten Gedanken opfere, ich mich also verhärte. Diese Position wurde uns gezielt genommen, weil der Tenor der Bilder absichtlich war: "Das könnte uns allen passieren, wenn wir nicht...". Angstauslösung, der Furcht Boden bereiten, Schauder provozieren, dies war die Intention und die Wirkung der "Bilder von Bergamo"!!
    luxpatria
    Wieder einmal eine ganz vorzügliche Sendung, die eigentlich alle wesentliche Aspekte dieses Themas abdeckt. Im besten Sinne kultiviert und geistreich ! Auch was den Umgang der beiden Protagonisten Burchardt und Christ miteinander angeht. Mein Beitrag dazu:
    Mit fortschreitende m Alter stelle ich bei mir eine zunehmende Empfindsamkeit fest, die man anderswo wohl auch "Altersmilde" nennen mag. Ich bin vernarrt in Neugeborene, gerate geradezu in Verzückung, wenn ich junge Tiere - Tier überhaupt - sehe, bin näher am Wasser gebaut und empfinde das lebendige Dasein als Gnade, die mir zuteil wird. Interessanterwe ise unterscheidet sich meine Wesensverwandlu ng geradezu grotesk von meiner Kaltschnäuzigkeit, wenn es um Menschen geht, die als Migranten gnadenlos Vorteile abgreifen, ohne einen auch nur einzigen Beitrag zur Gemeinschaft beizutragen. Da enfleucht mein Mitempfinden dann doch recht schnell. Irre, oder ? Danke für dieses geistreiche Hirntraining !

    Piit
    Irgendwie ist heute das Mitleid bei vielen pervertiert. Viele haben mit Tieren mehr Mitgefühl als mit anderen Menschen. Ihr süsses Schosshündchen ist vielen näher als ein Mensch in ihrer Nachbarschaft. Da stimmt etwas nicht. Es ist sogar noch stärker (sein Haustier mögen ist ja schon verständlich), es ist so, dass bei vielen ein anderer Mensch völlig bedeutungslos ist und sogar manchmal verachtet wird. Dann gibt es noch die aktuelle Situation, dass das Mitgefühl selektiv auf Menschen verteilt wird: Menschen aus Israel, die unter der Situation im Nahen Osten leiden, kommt oft viel Mitgefühl entgegen, aber bei Palästinenser, deren Lebensraum zerstört wird und viele Verwandte und Freunde getötet und verwundet werden, hat man teilweise gar kein Mitgefühl. Je nach Gruppenzugehörigkeit (die protestierenden Studenten sehen es gerade umgekehrt). Da stimmt auch vieles nicht. Viele teilen die Menschen halt gerne in gut und böse ein.
    Wolfgangus
    Ich gehöre zu den Menschen, die Mitleid empfinden, im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Leiden mit Anderen, das nicht selten Tränen auslöst, Tränen der Trauer, ist aber beschränkt. Es ist Mitleid gegenüber dritten, und so gut wie ausschließlich, kleinen Kindern, die völlig wehrlos sind und ihre oft schrecklichen Mütter / Väter überhaupt nicht verstehen können, sondern einfach stehen, fassungslos, weil sie es nicht erfassen können. Sie sind hilflos ausgeliefert, und Hilfe ist nicht in Sicht und kann nicht in Sicht sein. Es ist eine Form der Kindesmisshandl ung, die völlig unbestraft daherkommt, weil sie gar nicht bestraft werden kann. Ich wohnte mitten in der Stadt, nicht mal in Deutschland, sondern auf der sündlichen Hemisphäre, und diese Art der Missmandlung geschieht täglich, und ich werde täglich Zeuge. Es sind Kinder, hilflos den Händen nicht nur Erwachsener, sonnder hilflos den Händen ihrer Eltern ausgeliefert. Das ist die einzige, aber sehr starke Form von Mitleid, die ich empfinde. Ich leide dabei, und zwar mit. Ich kann nicht mit Tieren mitleiden, nicht einmal mit Fliegen oder Kakerlaken. Ich rette sie meistens. Mit einem Hund, der leidet, kann ich nicht mitleiden. Ich fühle vielleicht Trauer, aber kein Mitleid. Wenn ich ein Hund wäre, so einer wie Flush von Virginia Woolf oder Herr Bozzi, wäre es vielleicht anders. Vielleicht auch nicht. Ich weiß nicht, wie oder ob ein Hund "denkt". Ich mag Ihre Sendungen sehr und hab noch keine verpasst, seit es KF gibt.

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