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    Donnerstag, 30. April 2026, 20:05 Uhr
    Donnerstag, 30. April 2026, 20:05 Uhr
    (Wdh.23:05)

    Unter Freunden: Friedhelm Reis – „Hass zerstört immer nur den, der hasst, niemals den Verursacher“

    Manche kennen Friedhelm Reis womöglich von seinen „Berliner Flair“-Stadtführungen mit Rikscha, die ihn schließlich dazu gebracht haben, ein Standardwerk über 800 Jahre Berliner Geschichte zu verfassen. Darin breitet er viele historische Quellen aus, weil er in neueren Büchern „nichts über die Seele der Stadt“ gefunden hatte. Seine umfassende Bildung geht letztlich auf seine Stasi-Haft zurück, als er in seiner Verzweiflung – nach Aufhebung des Leseverbotes – Hilfestellung und Kraft in den Schriften der Klassiker fand, besonders bei Schiller, wo es im „Don Carlos“ heißt: „Verlerne zu bedürfen, was man dir verwehren kann“, und in „Maria Stuart“: „Man kann dich niedrig behandeln, aber nicht erniedrigen.“

    Zwei Pilgerreisen haben ihm geholfen, seine Depressionen zu bekämpfen, und er hat es geschafft, über das Grauen der Verfolgung durch die Stasi zu schreiben. Er hat dabei gelernt, dass Hass immer nur den zerstört, der hasst, aber „niemals den Verursacher“, und dass er „verzeihen und vergeben“ muss. Friedhelm Reis sieht sich heute in einem „Land, das seine Kulturgeschichte nicht wertschätzt, seine Wurzeln nicht kennt, keine Vorbilder hat und die Handwerkskunst geringeschätzt“. Er sieht einen Mangel an Gelegenheiten, bei denen Menschen zusammenfinden und sich ernsthaft die Frage nach dem Glück stellen, wie er es einst in Salons in Berlin kennengelernt hat. So eine Salonkultur möchte er wiederbeleben. Mit seinen Büchern will er uns die Möglichkeit geben, die Schätze der Bildung kennenzulernen und die „Magie der Hände“, wie sie sich in der Handwerkskunst zeigt.