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    Sonntag, 22. Oktober 2023, 20:05 Uhr
    Sonntag, 22. Oktober 2023, 20:05 Uhr
    (Wdh.23:05)

    Yoyogaga 61: Demokratie 6 – Die organisierte Unterdrückung von Minderheiten

    • Einem Volk steht entweder ein Einzelner vor, eine Gruppe oder keiner. Das sind die gesellschaftlichen Grundformen: Monarchie, Oligarchie und Anarchie. Die meisten Herrschaftssysteme sind Oligarchien: Theokratie, Aristokratie, Plutokratie, Bürokratie usw. Oligarchie bedeutet die Vorherrschaft weniger. Der Demokratie steht niemand vor (griech. archein), sie kennt aber wohl eine Machtausübung (griech. kratein). Demokratie heisst: „Das Volk übt die Macht aus.“ Da die Demokratie keine Vorherrschaft kennt, ist sie eine Form der Anarchie („keine Vorherrschaft“), in welcher die Machtfrage allerdings geklärt ist. Der Parlamentarismus, den wir fälschlicherweise als demokratisch bezeichnen, ist eine Aristokratie, eine „Herrschaft von Privilegierten“, in welcher die Macht an wenige delegiert wird, und damit eine Spielart der Oligarchie. Nur die direkte Demokratie ist eine echte Demokratie, womit die Probleme allerdings erst anfangen: Mit jedem Mehrheitsentscheid wird eine Minderheit unterdrückt. Wohin führt uns das nun wieder?

    Kommentare
    Miguel
    Also ich finde diese Vermischung von Begriffen in einer sprach-philosophischen Sendung vorsichtig ausgedrückt problematisch.
    Demokratie ist heute klar anders definiert als "Selbstherrschaf t des Volkes". Das wird in dieser Sendung jetzt endlich auch so herausgearbeite t.
    Es war solange aber einfach unsinnig, "Demokratie" mit einer sprachhistorisc hen Belegung in der Sendereihe zu verwenden. Wenn man Wort unbedingt entgegen der sprachliche Definition verwenden will, müsste es bei jeder Erwähnung von der heute praktizierten/üblichen Definition abgegrenzt werden, z.B. mit einem Attribut wie "wortgerechte" Demokratie. Ohne diesen Zusatz und ohne die Erkenntnis, dass wir keine Demokratie, sondern eine als "Demokratie" bezeichnete Oligarchie haben, war die Begrifflichkeit bis zu dieser Klärung eindeutig zweideutig, was für eine sprach-philosophische Sendung nach meiner Meinung zu Verständnisprobl emen führte. Es war das permanente Aufnötigen eines Widerspruchs, was nicht richtig wurde, weil man den bestehenden Begriff anfangs einmalig - anders als er üblicherwei se verwendet wird - umdefiniert hatte, ohne es als "Umwidmung" kenntlich zu machen.
    "Demokratie" ist ein Begriff, der in Kürze völlig diskreditiert sein wird, als eine der schlechtesten Herrschaftsform en, die es in der Praxis jemals gegeben hat. Für alle heutige Leidensgenossen wird der ursprüngliche Wortsinn meiner Meinung nach auf ewig völlig irrelevant bleiben.

    Ju52
    Lieber Herr Thiel,
    wenn Sie die Sendung nochmal anhören, werden Sie sehen, dass sie noch nicht so ganz befriedigend ist – im Sinne einer endgültigen Klärung der Herrschaftsform en.

    Ich denke, das Problem entsteht aus einer mangelnden begrifflichen Trennung zwischen Herrschafts- bzw. Verwaltungsform einerseits UND DEM VERFAHREN, WIE DIE VERWALTUNG ZUSTANDE KOMMT: durch Wahl, Putsch, Blutlinie, Tradition.

    Beispiel „Demokrati e“: Gemeinhin versteht man darunter heute das Verfahren (Wahlen). Das Ergebnis hingegen kann X Spielformen der Herrschaftsform zeigen: von freiheitlich über fremdbestimmt-korrupt bis hin zu einer Quasi-Diktatur.

    Vielleicht hilft das etwas zur Klärung.


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