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    Sonntag, 10. Juli 2022, 20:05 Uhr
    Sonntag, 10. Juli 2022, 20:05 Uhr

    Yoyogaga: Kritik der empirischen Wissenschaft (Pink Martini)

    • Empirie ist höhere Erbsenzählerei. Die Empirische Wissenschaft findet Antworten auf alles, ausser auf den Sinn dessen, was sie betrachtet. Empiriker sind Bienen, die von aussen am Honigglas lecken. Die Logik im Anschlag schiesst der Linguist und Legastheniker Andreas Thiel mit Gehirnforschung auf den Asphalt und trifft die Begabtenförderung.

    Kommentare
    EselsOhr
    Das mit dem Asphalt und dem Kopfsteinpflast er habe ich noch nicht verstanden. Die alte Vermieterin argumentiert doch auch mit Messbarem: Temperatur, Wasseraufnahme und -abgabe.
    Martin Richter
    In diesem Zusammenhang sei auch aus der Kant'schen Erkenntnistheor ie auf die dort genannten zwei Formen des Erkenntnisgewin ns hingewiesen. Die analytische (etwas in immer kleinteiligere Bestandteile zerlegende - m.E. vom Wesen her die empirische von beiden) und die synthetische (zwei verschiedene Dingen in Bezug setzende, eher logisch argumentierende ). Am Ende braucht es vermutlich beides im richtigen Verhältnis.

    Habe einen Professor lamentieren gelesen, der meinte, heute werden Gesetzmäßigkeitenn nur noch empirisch über den Grad der Korrelation abgeleitet, in sinnbefreiten Modellen gedacht - anstelle - mit wesentlich weniger Daten(bergen) wie Newton oder Einstein auch logisch begründet den Naturgesetzen nachzuspüren. So werden die "Regeln" immer komplexer und kaum noch nachzuvollziehe n ggü. der fundamentalen Schönheit der Newton'schen Mechanik oder des Einstein'schen E=mc^2. Worin liegt wahre Erkenntnis begründet...?

    HKliebhan
    Herrlich, klingt es leicht, war es Arbeit, herzlichen Dank dafür lieber Herr Thiel.
    Renegado
    Habe irgendwann auch mal Politikwissensc haft studiert und – im Gegensatz zu Frau Lang, Herrn Kühnert oder Herr Nouripour – das Studium sogar beendet. Deshalb kann ich sagen: Thiel hat recht. Es ist sogar schlimmer: Statistik ist der einzige substanzielle Pfeiler, auf dem das Fach beruht. Politikwissensc haft geht so: Möglichkeit 1: Wissenschaftler denkt sich am Schreibtisch eine Theorie aus und sucht dann nach möglichst vielen Beispielen aus der Praxis, die er in seine Theorie pressen kann. Was nicht passt, wird passend gemacht. Möglichkeit 2, umgekehrter Weg: Wissenschaftler greift sich konkretes politisches Ereignis heraus und sucht sich anschließend aus einem bunten Strauß an Theorien, jene heraus, mit der er die Wirklichkeit erklären zu können glaubt. Das ist ganz vergnüglich, weil es sich damit wunderbar an rot-grünen Stammtischen glänzen lässt. Nur eben keine Wissenschaft. Sinn von Powi ist nicht Erkenntnisgewin n, sondern Nachwuchs für NGO & Regierungsappar at zu generieren.
    FredHelbig
    Guten Tag Herr Thiel,
    das war für mich sehr enttäuschend. Habe einige Jahre mit Physikern, Chemikern, Mathematikern und Informatikern zusammengearbei tet und keinen einzigen kennengelert, der nicht die Logik und den "gesunden Menschenverstan d" eingesetzt hat. Ihr Asphalt-Beispiel erfordert eine genauere Betrachtung. Erst einmal messen wir, ob es in gepflasterten Straßen wirklich kühler ist und wenn ja warum. Vielleicht liegt es an der besseren Reflektion der glatten Steine, oder an Ihrer Verdunstungsthe orie, oder an was ganz anderem. Mit reinem Nachdenken kommen wir selten weiter. Das mußten die Philosophen unter großem Ansehensverlust schmerzhaft lernen.
    Gruß
    Fred Helbig


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