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    Freitag, 13. Februar 2026, 5:05 Uhr
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    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05)

    Kontrafunk aktuell vom 13. Februar 2026

    Benjamin Gollme im Gespräch mit Hans-Georg Maaßen, Martin Janssen und Kay-Achim Schönbach – Kontrafunk-Kommentar: Cora Stephan

    Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat die Ukraine zum ersten Mal einen eigenen Pavillon. Dort treffen sich Politiker, Militärs und Lobbyisten für Beratungen und Geschäfte. Welche Themen auf der heute beginnenden Tagung besonders wichtig werden, erläutert Kay-Achim Schönbach, ehemaliger Inspekteur der deutschen Marine. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kündigte an, den Verfassungsschutz weiter auszubauen. Er solle ein richtiger Geheimdienst werden und selbst aktiv tätig werden. Aber gegen wen? Dies erörtern wir mit Hans-Georg Maaßen, dem ehemaligen Chef der Behörde. Im Gespräch mit dem Ökonomieprofessor Martin Janssen geht es um den bärenstarken Schweizer Franken und die Folgen für die Wirtschaft, und Cora Stephan kommentiert die Bombardierung Dresdens 1945.

    Interview 1

    Kay-Achim Schönbach: Münchner Sicherheitskonferenz

    Interview 2

    Hans-Georg Maaßen: Dobrindts Reform des Verfassungsschutzes

    Interview 3

    Martin Janssen: Auswirkungen des starken Schweizer Frankens

    Kommentar

    Cora Stephan: Bombardierung von Dresden 1945

    Am 13. Februar 1945, also vor 81 Jahren, begann der Luftangriff britischer und amerikanischer Bomber auf Dresden mit 400.000 Brand- und 4500 Sprengbomben. Der Feuersturm, der das Venedig des Ostens in Schutt und Asche legte, erreichte eine Temperatur von mehreren Hundert Grad. Nicht nur viele der 630.000 Einwohner Dresdens, sondern auch eine große Anzahl schutzloser Flüchtlinge aus Schlesien kamen im zwei Tage andauernden Bombardement um, möglicherweise um die 25.000. Groteskerweise streitet man sich noch heute über die Zahl der Toten, die Jahr um Jahr niedriger angesetzt wird, als ob es darauf ankomme, das britische Vorgehen unter Bomberkommandeur Arthur Harris zu verharmlosen. Und überhaupt: Eine Historikerkommission erklärte 2008 lapidar, Dresden sei „als Konsequenz eines von Deutschland ausgegangenen Krieges“ zerstört worden – als lasse sich aus der Kriegsschuld eines Landes die Massentötung seiner Zivilbevölkerung ableiten. Mitleidlosigkeit gegenüber deutschen Opfern ist in unserem Land üblich – es waren ja alle irgendwie Nazis. 

    Und so wird Jahr um Jahr in Dresden um die korrekte Interpretation des Geschehens gerungen. Von links soll das traditionelle Trauergedenken abgeschafft werden, dahinter habe stets die Absicht gesteckt, „die Geschichte Dresdens als Ort nationalsozialistischer Gewaltverbrechen, massenhafter Zwangsarbeit und allgegenwärtiger Verfolgung auszublenden“. Auch von Seiten der Stadt wurde immer wieder versucht, den Blick von den Dresdner Toten weg auf die Opfer der Nazis zu lenken. Eine auch von Gewerkschaftern, SPD- und Linkenpolitikern unterstützte Gruppe möchte den Dresdnern ihren „Opfermythos“ endgültig austreiben. Also gab es eigentlich gar keine Opfer, weil den Deutschen ja irgendwie recht geschah? Das ist wahrlich erschütternd. Britische Brand- und Sprengbomben zerstörten nahezu jede Stadt in Deutschland mit mehr als 50.000 Einwohnern. Noch in den letzten Kriegsmonaten, zwischen Januar und Mai 1945, als die Niederlage Deutschlands bereits ausgemacht war, wurden im Tagesschnitt mehr als 1000 Zivilisten getötet, darunter Frauen, Kinder, Greise. Das Inferno war keine irgendwie gerechtfertigte Vergeltungsmaßnahme. Bereits im Mai 1940, also weit vor dem deutschen Angriff auf Coventry im November 1940, flog die Royal Airforce Angriffe auf das Ruhrgebiet und Norddeutschland. Churchill erklärte, man werde Deutschland zu einer Wüste machen – mit einem „absolut vernichtenden, auf Ausrottung zielenden Angriff … auf das Vaterland der Nazis.“ Nicht etwa auf die Kriegsmaschinerie, sondern auf die Zivilbevölkerung, deren Moral man damit untergraben wollte. 

    Das hatte das britische Empire bereits bei der Niederschlagung von Rebellionen in den britischen Kolonialgebieten geübt, genannt „Air-Policing“, also Befriedung aus der Luft, auch schon mal mit Giftgas. Das sollte auch dem deutschen Hunnen zuteil werden, der ja ebenso unterentwickelt sei wie die aufsässigen Völker im Empire. Merke: Wenn die Deutschen als Barbaren bezeichnet wurden, hieß das nicht, dass sie welche waren, sondern dass man sie als solche zu behandeln gedachte. Dem Sieg über Deutschland dienten die Angriffe ab dem Sommer 1944 nicht mehr, man besaß längst die Lufthoheit. Jetzt ging es um die Beruhigung Stalins, aber vor allem um die Bestrafung und Einschüchterung der deutschen Bevölkerung in Hinblick auf die Nachkriegszeit. Die Operation „Thunderclap“ sollte einen lang andauernden kollektiven Schock auslösen, als Lehre von bleibendem Wert. Und das hat ja geklappt: Noch heute sehen viele Deutsche die alliierte Vernichtungsaktion als gerechte Strafe an und versagen sich Gesten der Trauer. Die Haager Luftkriegsregeln von 1923 verbieten explizit das Luftbombardement der Zivilbevölkerung, auch wenn sie von keinem Staat anerkannt wurden. Doch heute wie damals ist das Bombardieren der Zivilbevölkerung eine Verletzung geltender Kriegsgepflogenheiten, wonach Nichtkombattanten zu schonen sind. Und das gilt sowohl für Deutsche als auch für „Nazis“. Doch in Deutschland pflegt man offensive Mitleidlosigkeit mit den eigenen Vorfahren. Man steht nicht auf den Schultern von Riesen, sondern von Schurken. Auf Selbsthass aber kann man keine Kathedralen bauen.