Kontrafunk aktuell vom 23. April 2026
Die Kaufverträge mit Moderna und Novavax mussten in der Schweiz nach einem Urteil offengelegt werden. Philipp Gut zeigt auf, wie viele Millionen Franken der Schweizer Staat den Herstellern von Corona-Impfstoffen gezahlt und was er dafür an Garantien verlangt hat. Was die Sparpläne der deutschen Gesundheitsministerin Nina Warken im Pflegebereich bedeuten, erläutert Pflegeheim-Betreiberin Isabell Flaig. Wie geht es weiter im Konflikt zwischen dem Iran und den USA und Israel? Über welche militärischen Kapazitäten verfügt der Iran noch? Darüber spricht Ralph Bosshard, Oberstleutnant a. D. im Generalstab der Schweizer Armee. Markus Vahlefeld betrachtet in seinem Kommentar die deutsche Kriminalstatistik und die aberwitzigen Schlüsse, die so mancher Politiker daraus zieht.
Philipp Gut: Offengelegte Impfstoffverträge
Isabell Flaig: Pläne für Pflegereform in Deutschland
Ralph Bosshard: Militärische Lage im Iran
Markus Vahlefeld: Männer in der deutschen Kriminalstatistik
Dass Männer Schweine sind, wissen wir spätestens seit 1998, als die ehemalige Punkrockband Die Ärzte das Lied intonierte. Übrigens bestanden Die Ärzte nur aus Männern. Und vielleicht ist das einer der größten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Männer haben ein eher entspanntes Verhältnis zum eigenen Geschlecht, können über Männerwitze herzhaft lachen und überhaupt fühlen sie sich durch ihre instinktive solidarische Kameradschaft untereinander auch von Männerbeleidigungen nicht gleich tief getroffen. Männer sind eher bereit, den sich inzwischen erarbeiteten Ruf als Schweine an sich abperlen zu lassen. Das wiederum nutzen die modernen Sittenwächter, die dann doch meist weiblich sind, schamlos aus, und es vergeht keine Woche, in der Männer nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Die Christian-Ulmen-Collien-Fernandes-Geschichte flog als politische Kampagne für eine Klarnamenpflicht im Internet zu schnell auf, als dass die Politik sie für sich hätte nutzen können. Aber der Sound war gesetzt und spiegelte sich in Aussagen wie „Jeder Mann sollte in Therapie gehen“ oder „Männer, die sich jetzt nicht empören, sind am Ende Mitwisser und Mittäter“. Deutschland, das Täterparadies, hieß es allenthalben.
Und das stimmt leider auch. Denn Deutschland ist in der Tat ein Täterparadies, aber dann doch etwas anders, als es die links-verklemmten Sittenwächter so gerne kundtun. Die Kriminalstatistik für 2025, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde, zeigt eben deutlich, dass Deutschland wirklich ein Täterparadies für Messerstecher, Vergewaltiger und andere Schwerkriminelle aus aller Herren Ländern ist. Auffällig dabei: Eine Großdemonstration vor dem Brandenburger Tor, auf der Luisa Neubauer große Reden schwingt, ist nicht geplant. Der weiterhin hohe Anstieg realer Toter und real vergewaltigter Frauen geht diesen Herr- und Frauschaften nämlich geflissentlich am Allerwertesten vorbei. Nur ja keine gesellschaftliche Diskussion befeuern, denn die könnte ja Wasser auf die Mühlen der Falschen sein. So muss man sich inzwischen seinen Teil selbst denken, wenn man in Medienberichten liest, dass ein Mann mal wieder rumgemessert oder eine Frau auf die Bahngleise geworfen hat. Und genauso sollte man es auch bei den verschiedenen Variationen des „Männer sind Schweine“ halten. Das Problem ist damit überhaupt nicht benannt, soll aber so allgemein verklausuliert werden, dass sich an den konkreten Verhältnissen ja nichts wird ändern können.
Nur einen klitzekleinen Bereich des öffentlichen Lebens kann man herausgreifen, um das nicht virtuelle, sondern ganz reale Problem unseres Landes zu verdeutlichen: Im vergangenen Jahr kam es zu 3852 Körperverletzungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Ausländer stellten hier mehr als 44 Prozent der Tatverdächtigen, bei Raubdelikten in Zügen ist die Zahl mit fast 49 Prozent sogar noch höher. Die sechs Tötungsdelikte in deutschen Zügen gehen übrigens zu 100 Prozent auf das Konto nichtdeutscher Tatverdächtiger. Die Zahlen bei Vergewaltigungen sprechen dieselbe Sprache, zudem, und das ist das Schockierende, haben Vergewaltigungen seit 2018 um 70 Prozent zugenommen. Wenn dann am Montagabend bei der obligatorischen Vorstellung der Kriminalstatistik im ZDF-„Heute-Journal“ Dunja zum Hayali bläst und der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Dirk Peglow, Frauen wortwörtlich dazu rät, „besser keine Beziehung mit einem Mann einzugehen“, dann kann man ahnen, wie wichtig es den Herrschenden ist, die Kriminalstatistik zu einem Männerproblem umzudeuten und den Elefanten im Raum zu ignorieren.
Am gleichen Tag erschien auch ein freundliches Interview in der „Welt“ mit dem Bundesvorsitzenden der Grünen, Felix Banaszak. Der akkurat bartgetrimmte Jüngling, der von sich selbst behauptet, bisexuell zu sein, äußerte sich zwar nicht zur Kriminalstatistik, aber er behauptete in dem Gespräch dann, dass es „statistisch für Frauen nachteilig sei, in einer heterosexuellen Beziehung zu sein“. Man könnte dagegenhalten und behaupten, dass das einzig statistisch Nachteilige für Frauen sei, solchem Blödsinn lauschen zu müssen. Vor allem aber gibt es valide Studien, die zeigen, dass Frauen viel öfter als in heterosexuellen Partnerschaften Gewalt gegen sich in gleichgeschlechtlichen oder bisexuellen Partnerschaften erleben. Aber derartige Petitessen passen halt nicht zum Sound, den die Grünen so gerne verbreiten. Als einziger logischer Schluss aus dem Gespräch mit Banaszak bleibt dann: Das Gesündeste für Frauen wäre Single-Dasein, Kinderlosigkeit und werktätige Arbeit, vielleicht noch ein Ehrenamt bei den Grünen, und fertig ist der Todestrieb der Kultur. Der ungemein große Vorteil daran: Die Deutschen stürben aus und die Grünen und Linken könnten noch mehr Goldstücke ins Land holen. Wetten, irgendwann interessiert dann niemanden mehr so etwas Profanes wie eine Kriminalstatistik.

