Skip to main content
Kontrafunk live hören
Kontrafunk live hören
Kontrafunk Livestream Player
die Nachrichten vom
4. Juli, 10:00 Uhr
die Nachrichten vom
4. Juli, 5:00 Uhr
die Nachrichten vom
3. Juli, 19 Uhr
Die Nachrichten vom
3. Juli, 15 Uhr
    Dienstag, 17. Februar 2026, 5:05 Uhr
    Dienstag, 17. Februar 2026, 5:05 Uhr
    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05)

    Kontrafunk aktuell vom 17. Februar 2026

    Marcel Joppa im Gespräch mit Jacques Baud, Oskar Freysinger und Dirk Pohlmann – Kontrafunk-Kommentar: Markus Vahlefeld

    Welche Konsequenzen ziehen die Staats- und Regierungschefs der EU aus der Münchner Sicherheitskonferenz? Über die geopolitische Rolle der Europäischen Union und der USA berichtet der Autor und Regisseur Dirk Pohlmann. Das Beispiel Jacques Baud zeigt, wie es Kritiker in der EU zunehmend schwer haben. In der Sendung erzählt uns der sanktionierte ehemalige Schweizer Oberst, wie drastisch sich sein Leben seit Mitte Dezember verändert hat. Mit körperlicher Gewalt ist die Antifa in Frankreich vor wenigen Tagen gegen Andersdenkende vorgegangen: In Lyon wurde dabei ein junger Student getötet. Einzelheiten zu dem Fall hat der Schriftsteller Oskar Freysinger, ehemals SVP-Staatsrat im Kanton Wallis. Abschließend blickt Markus Vahlefeld in seinem Kommentar auf die jüngste Hexenjagd gegen die Alternative für Deutschland. 

    Interview 1

    Dirk Pohlmann: Münchener Sicherheitskonferenz hat ausgedient

    Interview 2

    Jacques Baud: Mein Leben unter EU-Sanktionen

    Interview 3

    Oskar Freysinger: Antifa tötet Studenten bei Lynchmord in Lyon

    Kommentar

    Markus Vahlefeld: Neue Hexenjagd gegen AfD

    Es war mal wieder das Wochenende der AfD, oder sollte man sagen: des AfD-Wahns. Während die eine Hälfte der herrschenden Klasse die größte Oppositionspartei nicht nochmals von der Münchner Sicherheitskonferenz fernhalten konnte, hat die willfährige andere Hälfte der herrschenden Klasse ein Spektakel sondergleichen abgezogen. So wie es sich in schönster Totalitarismus-Manier gehört. Erst war publik geworden, dass AfD-Abgeordnete untereinander ihre Familienmitglieder anstellen. Wurde hier gegen geltendes Recht verstoßen? Beileibe nein, und diese Schmutzkampagne wollte dann auch nicht recht zünden, mit großer Wahrscheinlichkeit, weil SPD, CDU/CSU, Grüne und all die anderen es ähnlich halten und dann vielleicht sogar aufs Tapet käme, wie viele Angehörige der derzeitigen Kabinettsmitglieder so alles in Rundfunkräten, NGOs und Stiftungen sitzen. Dann fanden am Wochenende im Hamburger Thalia-Theater Aufführungen statt, in denen in bester jakobinischer Tradition über ein AfD-Verbot zu Gericht gesessen wurde. Harald Martenstein hielt eine gute Widerrede, was aber am schönsten war: Die Einblendungen der Zuschauer während seiner Rede. Durchweg waren es weiße akademische Mittelschichtler, vorrangig Frauen vom Typ lustlose Gymnasiallehrerin kurz vor der Rente, denen bei Martensteins Worten die Kinnladen herunterklappten. Und das war das wirklich Faszinierende: im Parkett fast ausschließlich autochthone Deutsche, die für eine bunte und vielfältige Gesellschaft kämpfen, die mit ihnen ungefähr so viel zu tun hat wie ein Café Latte mit einer Holzlatte. Hier von einem Wohlstandsselbsthass zu sprechen, wäre noch höflich.

    So richtig die Krone haben dem Ganzen aber erst die neuen Umtriebe um Björn Höcke aufgesetzt. Er war bei zwei AfD-Veranstaltungen in Bayern als Redner geladen. Erst sollten die Veranstaltungen verboten werden, als das nicht gelang, folgte man dem Hinweis des Verwaltungsgerichts, Höcke doch mit einem Redeverbot zu belegen. Aber auch das scheiterte am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Der legalistische Kampf gegen die Opposition war damit zwar an seinen Endpunkt gelangt, aber es gibt ja noch genug willfährige Helfer in Universitäten und Medien. Flugs skandalisierten Historiker, dass die AfD am 4. Juli in Erfurt einen Parteitag abhalten wolle. Dieses Datum, so heißt es, sei historisch besetzt und eben ein „bewusster symbolischer Akt“, so ein Jörg Ganzenmüller vom Hannah-Arendt-Institut an der TU Dresden. Staatsministerin Serap Güler von der CDU trötete dann erst recht ins gleiche Horn: „Die AfD weiß genau, was sie tut. Es widert mich an, wie wenig Anstand und Respekt diese Partei vor unserer Geschichte hat. Meine Güte, für wie dumm halten die uns alle eigentlich!“, so Frau Güler. Wenn Sie, verehrte Zuhörer, jetzt meinen, dieser 4. Juli sei wirklich besetzt, zwar nicht vom Allerschrecklichsten, aber eben vom Independence Day der USA, der auch am 4th of July gefeiert wird, und keine deutsche Partei dürfe das faschistische Trump-Regime symbolisch aufwerten, dann mag das in den momentanen politischen Zeitgeist passen, der bekanntlich wieder mal die Russen im Osten und die USA im Westen zu Feinden erklärt – aber irren würden Sie sich trotzdem.

    Der 4. Juli, das wussten Sie vielleicht noch nicht, ist seit der letzten Woche in der deutschen Geschichte das Menetekel, ein Vorbote zur Hölle. Wer, auch das wissen wir seit letzter Woche, den 4. Juli für irgendwas wählt, will symbolisch nichts weiter als eine Linie der Kontinuität von Hitler zu heute abschreiten. Das Einzige, was fehlt, ist die Antwort auf die Frage: Was genau passierte denn an diesem 4. Juli? An diesem berühmten und seit letzter Woche auf ewig berüchtigten 4. Juli hat nach der Neugründung 1926 der erste Parteitag der - halten Sie sich fest – NSDAP stattgefunden. Zwar nicht in Erfurt, dafür in Weimar, aber dazwischen liegt ja Buchenwald und das sagt eigentlich schon alles. Nun dürfte es keinen einzigen Tag im Jahr geben, an dem nicht irgendwas mit Nazis war. Ein beliebig austauschbarer Historiker meldet sich dann zu Wort, stellt den Zusammenhang her, und fertig ist die Lüge, die von den Medien verbreitet wird. So war es schon bei „Alles für Deutschland“, das sich nach siebzig Jahren in historischer Vergessenheit zum schlimmsten Satz der deutschen Geschichte mauserte. Und falls man doch mal einen unschuldigen Satz oder einen unschuldigen Tag findet, dann ist allein schon der Begriff Parteitag derart verseucht, dass spätestens jetzt die AfD mindestens verboten gehört.

    So funktioniert die Dreckschleudermaschine der herrschenden Klasse. Und wenn Frau Staatsministerin Serap Güler von der CDU dann fragt, für wie dumm die uns eigentlich alle halten, dann darf ich Frau Güler mit allem Respekt antworten: Ich selbst halte mich von der Wahl des 4. Juli für einen Parteitag nicht für dumm verkauft. Diese Frage also laut zu stellen, zeigt eher auf Frau Güler selbst und ihre kognitiven Fähigkeiten. Ob dies wirklich dumm zu nennen ist, darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben. Aber ich halte Sie, Frau Serap Güler, CDU, für absolut durchschaubar und schlichtweg ohne jeden Anstand, weil man die deutsche Geschichte nicht so billig und geschichtsvergessen instrumentalisiert.