Kontrafunk Aktuell vom 25. Mai 2026
Drastische Klimaszenarien brechen in diesen Tagen in sich zusammen. Dr. Christoph Canne, Energieexperte und Sprecher der Initiative Vernunftkraft, erläutert die bröckelnden Grundlagen der Prophezeiungen und die politischen Folgen. Mit dem Ex-Diplomaten und Islamwissenschaftler Dr. Alfred Schlicht werfen wir einen Blick auf Eritrea: 35 Jahre nach der Unabhängigkeit gewinnt der Staat am Roten Meer geopolitisch zunehmend an Bedeutung. Den gesellschaftlichen Druck zur ständigen Selbstoptimierung analysiert der Philosoph und Publizist Dr. Alexander Grau. Und in seinem Kommentar beschäftigt sich Stefan Felber mit der politischen Rolle der Kirchen und der zunehmenden Vermischung von Glauben und Tagespolitik.
Christoph Canne: Das Zurückrudern unehrlicher Klimawissenschaftler
Alfred Schlicht: Eritrea – von der Unabhängigkeit zum geopolitischen Hotspot am Roten Meer
Alexander Grau: Optimierungswahn
Stefan Felber: Rechte Christen oder (r)echter Glaube?
Was geschah an Pfingsten um das Jahr 30 nach Christus? Wie von Jesus und schon im Alten Testament angekündigt: Der Heilige Geist wird ausgegossen. Die Folge: Der Apostel Petrus predigt von dem auferstandenen Jesus Christus aus dem Alten Testament, und Menschen mit verschiedenen Sprachen können es verstehen. In Jerusalem hielten sich damals nach Schätzungen zwischen 100 und 200.000 Menschen auf, zum großen Teil Pilger wegen eines wichtigen jüdischen Festes. Aufgrund der kraftvollen Predigt des Petrus aus dem Alten Testament ließen sich 3000 Menschen taufen. Diese Minderheit bildete den Beginn der christlichen Kirche, die bald von den jüdischen und römischen Behörden verfolgt werden würde. Wir halten fest: Der Heilige Geist öffnete die Augen für das Zeugnis der Heiligen Schrift. Jesus ist der Messias des Alten Testaments. Für diesen Glauben nahmen die Getauften bald erhebliche Nachteile in Kauf.
Pfingsten im Jahr 2026. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland spricht in einer Videobotschaft: Der Heilige Geist „weht und wirbelt und mischt die Welt auf. Und plötzlich, ja plötzlich verstehen sie sich alle. Universal lösen sich die Grenzen zwischen Ländern und den Menschen buchstäblich in Luft auf. Im Geistwind. Völkerverständigung in Windeseile und Liebessturm statt Hasswüten. Ein Verständigungsort vom Feinsten. Großartig. Pfingsten hält also gegen. Ist Aufstand gegen die Angst damals und gegen die Angst heute in dieser komplexen, schnellen und oft gewaltvollen Welt. Pfingsten hält gegen. Gegen die im Geist begrenzten Spalter dieser Welt“.
Dass Pfingsten etwas mit dem Glauben an den Messias des Alten Testaments zu tun hat, ist verschwunden. Die Botschaft von Jesus ist ersetzt durch die dünne Wassersuppe aus menschlicher Gemeinschaft. Die Bereitschaft, für den Glauben mit Leib und Leben einzustehen, ist verdrängt: Nur ja keine Spaltung in der Gesellschaft riskieren! Das Problem ist: Unsere Politiker predigen weithin genau die gleiche Botschaft. Wozu also brauchen wir noch den kirchlichen Apparat? Kein Wunder, dass die Landeskirchen schrumpfen. Aber ihre Leiter wollen noch einmal trumpfen. Sie leisten zwar nicht, was ihnen die Heilige Schrift vorgibt. Aber leisten können sie sich immer noch einiges. Im „Kampf gegen rechts“ verbrauchen sie die letzten Reserven. Seit etwa fünfzehn Jahren pumpen die Kirchenämter einen breiten Strom an Stellungnahmen, Faltblättern, Büchern und Tagungen ins Meer der Öffentlichkeit: Gewarnt wird vor konservativen Christen als Spaltern und Gefährdern „unserer Demokratie“. Um die nötigen Euros zusammenzukratzen, brauchen die Kirchenämter auch das Geld der Nichtkirchensteuerzahler. In mehreren Landeskirchen werden Faltblätter gegen sogenannte rechte Christen verteilt. In diesen werden Christen, die sich beim „Marsch für das Leben“ beteiligen, die die „Ehe für alle“ ablehnen oder vor Islamisierung warnen, mit totalitären Positionen vermischt oder als Gefahr für die Demokratie „eingeordnet“.
Derlei Propaganda lassen sich die Kirchen teilweise vom Staat mitfinanzieren, etwa von der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie Niedersachsen“, finanziert aus dem „Bundesprogramm Demokratie leben“ des Familienministeriums. Ähnlich agieren die Leitungen der evangelischen und der katholischen Kirchentage: Alles ist möglich, was aber einmal als rechts „eingeordnet“, geframt wurde, ist unmöglich. Dass damit vielfach die klassischen biblischen Positionen über Bord geworfen werden, stört vermutlich so lange nicht, wie genügend Kirchensteuern eingehen. Der „Kampf gegen rechts“ wirkt wie das letzte Gefecht einer untergehenden Kirche. Da und dort jedoch regt sich Widerstand. In einer neuen Broschüre mit dem Titel „‚Rechte ChristInnen‘ oder rechter Glaube?“ – das Binnen-I ist als Zitat zu verstehen – wehren sich zehn christliche Vereinigungen gemeinsam gegen die Ersetzung theologischer Argumente durch parteipolitische Zuordnungen.
Weitere zwölf namhafte Professoren und Pastoren haben mitunterzeichnet. Sie lehnen die Wiederkehr der Propaganda ab, die die Menschen im sozialistischen Ostblock allzu lange ertragen mussten: Wo die Staatsmedien damals „Demokratie“ sagten, meinten sie in Wirklichkeit oft „Sozialismus“. Was sich Demokratie nennt, sollte auch Demokratie sein: Rechtsstaat und Freiheit. Wo Kirche draufsteht, sollte auch Kirche drin sein: Jesus Christus, Heilige Schrift und bibelorientierte Verkündigung. Was Pfingsten genannt wird, sollte erst recht dem Geist der Wahrheit entsprechen: Durch das Bibelwort stellt uns der Heilige Geist Jesus als Erlöser vor Augen. Ohne den Glauben an Jesus aber verlieren wir auch die Gemeinschaft, die er stiftet. Und wo, wenn nicht bei den Kirchen, sollte das biblische Argument mehr wiegen als das Rechts-links-Schema? Wo, wenn nicht bei den Kirchen, sollten Menschen bereit sein, für den Bußruf Jesu Christi zur Minderheit zu gehören?
