Kontrafunk aktuell vom 29. April 2025
Europa droht in einem Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China unterzugehen. Prof. Ole Döring von der Hunan-Universität im chinesischen Changsha erklärt, welche Chancen eine wirtschaftliche Annäherung an China für uns bedeuten könnte. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms saß acht Jahre für die Grünen im Parlament. Was jedoch niemand dort wusste: Sie ist eigentlich als Mann geboren. Transsexualität nennt sie selbst eine psychische Erkrankung, mit den Grünen hat sie mittlerweile gebrochen. Die AfD wird von der Regierung immer stärker bekämpft. Der freie Journalist Olaf Opitz berichtet unter anderem von Anti-AfD-Schulungen beim Technischen Hilfswerk. Markus Vahlefeld blickt in seinem Kommentar auf den ehemaligen SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert und wie dieser anscheinend gezielt die Öffentlichkeit belog.
Prof. Ole Döring: Europa zwischen China und den USA
Valerie Wilms: Transsexualität ist eine psychische Krankheit
Olaf Opitz: Staatsfinanzierte Schulungen gegen die AfD
Markus Vahlefeld: Der Fall Kevin Kühnert
Lange Jahre galt er als Ausnahmetalent in einer Partei, der SPD, die mit Talenten wirklich nicht üppig gesegnet ist: Kevin Kühnert. Er war die Inkarnation des modernen Politikertypus – man könnte auch sagen: einer degenerierten Politikergeneration, für die der Dreischritt gilt: Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal. Er war das Symptom einer politischen Klasse, die sich diesen Staat zur Beute gemacht hat. Seine einzige Erfahrung wertschöpfender Arbeit rührt von einem Callcenter in einer Spielzeugwarenkette her. Da hat ihm ganz sicher das abgebrochene Kommunikationsstudium sehr geholfen, in das er sich eigenen Angaben zufolge über eine Studienplatzklage eingeklagt hatte. Ansonsten begann seine bemerkenswerte Karriere in der Arbeiterpartei SPD dann im Abgeordnetenbüro von Dilek Kalayci, die inzwischen von der Wirtschaftsstrafkammer des Berliner Landgerichts wegen Bestechlichkeit verurteilt worden ist. Im November 2017 wurde Kevin Kühnert Bundesvorsitzender der Jugendorganisation in der SPD, den Jusos. Dort versuchte er das Merkel-Kabinett IV mit einer Mitgliederbefragung in der SPD zu verhindern, was ihm zwar nicht gelang, aber dem Außenbild der SPD, sie sei eine Partei der demokratischen Willensbildung, zupasskam. Das brachte ihm dann ab Dezember 2021 den Posten des Generalsekretärs der SPD ein.
Kevin Kühnert steht für den trudelnden Niedergang der SPD. Groß geworden während des berühmten Schulz-Zugs, der dann 2017 im Nirgendwo auseinanderbrach, verbinden sich mit ihm die Namen Martin Schulz, Norbert Walter-Borjans und vor allem Saskia Esken, die Kevin Kühnert 2019 gemeinsam mit Walter-Borjans auf den Thron des SPD-Vorsitzes hievte. Während Schulz, Walter-Borjans und viele andere in der völligen Versenkung verschwanden, ist Saskia Esken uns bekanntlich erhalten geblieben. Auch wenn es die letzten Wochen still um sie geworden ist und sie ganz offenbar kein Ministeramt erhält. Diese von Kevin Kühnert durchgeboxten Personalentscheidungen sind am Niedergang der SPD maßgeblich beteiligt. Sein Talent war es dann auch weniger, interessante politische Positionen zu vermitteln, als vielmehr, sympathisch zu sein und gewieft im Umgang mit den Netzwerken in der Partei. Und reden, das muss man neidlos anerkennen, konnte Kevin Kühnert, auch wenn es meist die Parteilügen der SPD waren, die er wortgewandt verteidigte.
Im Oktober letzten Jahres trat er dann vom Amt des SPD-Generalsekretärs zurück und begründete dies mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Aber Talente haben die Eigenschaft, nie ganz zu verschwinden, und so auch Kevin Kühnert. Es scheint, als möchte er wieder zurück in die Politik, aber auf seltsame Weise hat ihn sein politischer Instinkt getrogen. Trotz einer Home-Lovestory, für die sich die Wochenzeitung „Die Zeit“ hingab, und für die Kevin Kühnert an Blumen riecht und allerlei Persönliches und Menschliches von sich preisgibt, hat die Wunderkerze nicht gezündet. Das mag auch an Berichten des Nachrichtenportals „Nius“ gelegen haben, die insinuierten, Kevin Kühnert habe beim Ausscheiden aus der Politik gelogen. Denn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen als Gründe für seinen Rückzug aus der Politik sind in der Home-Lovestory in der „Zeit“ irgendwelchen Bedrohungslagen gewichen, die Kevin Kühnert – natürlich – von rechts erlebt haben will. Und die Bauern, wie er selbst sagt, spielen dabei auch eine Rolle, weil sie bei ihren Demonstrationen mit selbst gebauten Galgen vor der SPD-Zentrale aufgefahren sein sollen. Fotos gibt es dazu keine, Berichte auch nicht, man darf also unterstellen, die Home-Lovestory des Kevin Kühnert ist von ihm selbst so gerahmt worden, dass statt gesundheitlicher Beeinträchtigungen jetzt Bedrohungen als Rücktrittsgründe herbeifantasiert werden sollen. Dieses Opfernarrativ war bisher immer ein probates Mittel, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Nur: Kevin Kühnert kommt zu spät, die Posten und Dienstwagen sind bereits vergeben. Hinzu kommt, dass diese Bedrohungslügengeschichten nicht so überzeugend wirken, wenn man bedenkt, dass er seit seinem Ausscheiden aus der Politik noch fast 100.000 Euro an Diäten und Zulagen kassiert hat, während er seine Arbeit im Deutschen Bundestag weitgehend eingestellt hatte. Jetzt auf einmal gar keine gesundheitlichen Probleme gehabt zu haben, lässt nur den Schluss zu, Kevin Kühnert hat sich auf Steuerzahlerkosten krank gemeldet, ohne krank zu sein. Blaumachen nennt man das, und vielleicht passt diese Form der schamlosen Dreistigkeit nicht mehr eine Zeit, in der alle jungen Leute kriegstauglich gemacht werden sollen. Eine Zukunft wird Kevin Kühnert trotzdem haben, irgendeine SPD-nahe Stiftung wird seine Dienste schon noch gebrauchen können. Die Matte, auf die diese degenerierte Politikergeneration fällt, ist immer noch schön weich.

