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    Montag, 28. April 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 28. April 2025

    Stefan Millius im Gespräch mit Sabatina James, Gerald Markel und Russell Berman – Kontrafunk-Kommentar: Martina Binnig

    In Wien wurde gewählt. Wie erwartet bleibt die SPÖ an der Macht, wenn auch mit leichten Verlusten. Ein grosser Sprung gelingt hingegen der oppositionellen FPÖ. Der Unternehmer und Politbeobachter Gerald Markel analysiert das Ergebnis. Ist die Offensive von US-Präsident Donald Trump gegen ideologisch gefärbte Universitäten gerechtfertigt? Die Einschätzung dazu von Russell Berman, Professor an der Stanford University. Fast zwangsverheiratet, Todesdrohungen, Flucht ins Exil: Die Islamkritikerin Sabatina James erzählt ihre Geschichte und davon, wie sie heute muslimischen Frauen hilft. Im Kommentar entschlüsselt Martina Binnig die Klimaindoktrination durch den EU-Erdbeobachtungsdienst Copernicus.

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    Achgut

    Interview 1

    Gerald Markel: Wie Wien gewählt hat und was das bedeutet

    Interview 2

    Russell Berman: Trumps Feldzug gegen Woke-Universitäten

    Interview 3

    Sabatina James: Der Kampf einer Islamkritikerin aus dem Exil

    Kommentar

    Martina Binnig: Wie der EU-Dienst Copernicus die Klimahysterie schürt

    Wussten Sie, dass Sie in Brandenburg stärker durch Hitzewellen gefährdet sind als in Italien oder in Spanien? Und dass Schneeflocken exakt den Zeitpunkt feststellen können, an dem sie die deutsch-französische Grenze passieren? Sie lachen? Es handelt sich hier um streng wissenschaftlich erhobene Daten des europäischen Erdbeobachtungsdienstes Copernicus. Das sogenannte Auge der EU auf die Erde verfügt über eine eigene Satellitenflotte sowie über lokale Messsysteme am Boden, im Meer und in der Luft. Copernicus wird mit EU-Geldern in Höhe von fast fünfeinhalb Milliarden Euro im Zeitraum 2021 bis 2027 finanziert und von der EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten beaufsichtigt. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz hat Deutschland dabei die „Führungsrolle“ übernommen. Einmal im Jahr bringt Copernicus zusammen mit der Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nationen einen Klimabericht heraus. Aus dem aktuellen Jahresbericht geht nun hervor, dass 2024 angeblich nicht nur das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war, sondern Europa auch derjenige Kontinent ist, der sich am schnellsten erwärmt hat. Um diese schockierenden Ergebnisse eindrücklich zu veranschaulichen, liefert Copernicus hübsche bunte Landkarten mit „Klimaereignissen“. 

    Dort ist dann zum Beispiel eingetragen, dass es im vergangenen Jahr sowohl in Skandinavien als auch in der rund 8000 Einwohner zählenden brandenburgischen Ortschaft Doberlug-Kirchhain zu Hitzewellen kam, während Italien und Spanien komplett davon verschont geblieben sind. Da kann man den Doberlug-Kirchhainern nur raten, rasch nach Italien umzusiedeln, um der Hitze der heimischen Gefilde zu entkommen! Überhaupt scheint es in Italien auffällig selten „Klimaereignisse“ zu geben: Hier sind lediglich heftige Regenfälle in Sizilien und Norditalien verzeichnet. Oder sollten für diese Ergebnisse womöglich suboptimale Messmethoden verantwortlich sein? Tatsächlich wird etwas versteckt auf der Copernicus-Webseite eingeräumt, dass die Datenabdeckung in Europa äußerst inhomogen ist. Deswegen basiert der Bericht nicht nur auf real gemessenen Daten, wie zunächst suggeriert wird, sondern auch auf Computermodellierungen. So werden etwa per Algorithmen Temperaturen für Regionen ergänzt, für die es keinerlei konkrete Messungen gibt. Und es wird auch nicht weiter hinterfragt, warum beispielsweise die Anomalien in der Anzahl von Schneetagen just an Ländergrenzen haltmachen – ganz so, als wüssten die Schneeflocken, dass sie in Frankreich als völlig normal gelten, aber gleich hinter der Grenze in Deutschland als anormal. Auf Basis dieser eher zufällig erhobenen Datenlage weitreichende politische Entscheidungen begründen zu wollen, ist offenkundig absurd. Die EU-Kommission maßt es sich dennoch an.

    Derzeit muss Copernicus vor allem dafür herhalten, vermeintlich zu beweisen, dass Europa klimaneutral werden und die Umstellung auf saubere Energie beschleunigen muss. Fast hat es den Anschein, als wollte die EU-Kommission den Investoren, die auf klimaneutrale Technologien gesetzt haben, eine Garantie dafür geben, dass die EU weiterhin auf Spur bleibt. Mit den von Copernicus erhobenen Daten kann zum Beispiel die thermische Effizienz von Gebäuden gemessen und die Effektivität von Wärmedämmungsmaßnahmen bewertet werden. Außerdem soll Copernicus ausdrücklich dabei helfen, Gebiete zu identifizieren, die anfällig für die Verbreitung von Epidemien sind. Daraufhin könnte dann eine entsprechende Impfstoffproduktion angekurbelt werden. Und nicht zuletzt ist das „erstklassige Erdbeobachtungssystem“ natürlich auch im Fall von kriegerischen Auseinandersetzungen überaus nützlich. Copernicus ist also ein wahres Zaubermittel für die EU, um ihrer Politikgestaltung einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen. Mit echter Wissenschaft hat der Copernicus-Klimabericht freilich nichts zu tun. Es handelt sich dabei um ein reines Gefälligkeitsgutachten.