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    Freitag, 29. Mai 2026, 5:05 Uhr
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    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05)

    Kontrafunk Aktuell vom 29. Mai 2026

    Benjamin Gollme im Gespräch mit Michael Meyen, Oliver Stock und Volker Seitz – Kontrafunk-Kommentar: Norbert Bolz

    Sollen soziale Netzwerke künftig bestimmte Medien bevorzugen? Ein Konzeptpapier der Landesmedienanstalten aus Nordrhein-Westfalen und Bayern sorgt für Streit. Prof. Michael Meyen erklärt, wie Plattformen wie Youtube, Tiktok oder X reguliert werden könnten – und welche Auswirkungen dies auf die Meinungsfreiheit hätte. Deutschland gibt Milliarden für die Entwicklungshilfe aus. Der frühere deutsche Botschafter Volker Seitz berichtet aus jahrzehntelanger Erfahrung in Afrika, weshalb das System aus seiner Sicht gescheitert ist. Mit Oliver Stock blicken wir anschließend nach Brüssel auf den neuen Haushalt der EU. Wir erörtern, welche Machtfragen hinter dem auf über zwei Billionen Euro wachsenden Etat zu erkennen sind. Abschließend behandelt Norbert Bolz in seinem Kommentar die brisanten Aussagen der deutschen Arbeitsministerin Bärbel Bas. 

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    Winckelmann Gruppe

    Interview 1

    Michael Meyen: Mediensteuerung im Internet

    Interview 2

    Volker Seitz: Entwicklungshilfe ohne Wirkung?

    Interview 3

    Oliver Stock: Der neue Billionenhaushalt der EU

    Kommentar

    Norbert Bolz: Bärbel Bas und der Bevölkerungsaustausch

    Bärbel Bas hat es mit zwei Sätzen geschafft, die eigene Partei bloßzustellen. Der eine Satz offenbart, in welche Parallelwelt man die Bürger entführen möchte. Der andere Satz leistet ungewollt radikale Aufklärung. Zunächst meinte Frau Bas, niemand wandere in die Sozialsysteme ein. Dieser Satz ist so kontrafaktisch und weltfremd, dass selbst die Parteifreunde nicht mit Kritik gespart haben. Vielleicht war er nur ein unkontrollierter Anti-AfD-Affekt. In jedem Fall hat er gezeigt, dass die SPD nicht mehr Arbeiterinteressen vertritt, sondern grün, woke und Antifa geworden ist. Gravierender ist der zweite Satz, der die Massenmigration als Befreiung Deutschlands vom Einheitsbraun feiert. Frau Bas sagt hier ausdrücklich, dass es gar nicht primär um Facharbeiter geht, sondern um Vielfalt. Das erinnert natürlich sehr stark an den Antifa-Slogan: „Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt“. Es wird jetzt immer deutlicher, dass Antifa zu Deutsch heißt: antideutsch. Und an die Migranten adressiert, lautet die Parole der Antifa entsprechend: „Lasst uns mit den Deutschen nicht allein!“ 

    Sprachpolitisch kann man diese Entwicklung daran ablesen, dass die Deutschen zunächst und in den Gesetzbüchern bis heute als deutsches Volk angesprochen wurden. Dann hat man Volk durch Bevölkerung ersetzt – bis schließlich Frau Merkel die geniale Intuition hatte, von „schon länger hier Lebenden“ zu sprechen. Wer noch die „Tagesschau“ sieht, konnte unlängst hören, dass noch eine Steigerung möglich war: Deutsche sind jetzt Nichtmigranten. Wenn man nach einem Wort sucht für das, was hier geschieht, gerät man rasch in die Zone der Kopfschüsse. Der Begriff „Umvolkung“ gilt seit vielen Jahren als die gefährlichste Verschwörungstheorie. Aber wo ist eigentlich der Unterschied zu dem Projekt, das Frau Bas so offen propagiert? Es handelt sich hier ja um die „Lösung“, die Bertolt Brecht den Regierenden der DDR nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 ironisch präsentierte: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“

    Angesichts katastrophaler Umfragewerte wird sich die SPD heute sagen: Das Volk hat das Vertrauen der linken Politiker verscherzt. Importieren wir uns ein neues. Wie man linke Wähler importiert, kann die links-grün-woke Parallelwelt vielleicht von den Demokraten in den USA und von Labour in Großbritannien lernen. Linke fordern ja sogar das Wahlrecht für Ausländer. Doch wie auch immer: Der Satz von Frau Bas, immerhin Co-Vorsitzende der SPD, macht es jedenfalls unmöglich, die These von der „Umvolkung“ weiterhin als Verschwörungstheorie zu inkriminieren. Sachlich spröde formuliert, könnte man sagen: Es handelt sich um Massenmigration als „Social Engineering“. Um das den Deutschen schmackhaft zu machen, wird es aber ganz anders verkauft. Nämlich so: Massenmigration rettet Deutschland vor dem Faschismus. Hier steckt aber gerade die SPD in einem Dilemma, das der Nobelpreisträger Milton Friedman auf eine einfache Formel gebracht hat: Man kann Massenmigration oder Sozialstaat haben, aber nicht beides. Frau Bas will aber beides – und deshalb gibt es in der SPD ein Tabu über das Bürgergeld. Und deshalb geht es mit Deutschland immer weiter bergab. Bleibt die Frage, warum die Wähler dazu nicht nein sagen. Vielleicht liegt es daran, dass es viele Deutsche gibt, die sich selbst hassen – und die wählen dann Politiker, die die Deutschen hassen.