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    Freitag, 15. August 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 15. August 2025

    Benjamin Gollme im Gespräch mit Franziska Sittig, Markus Somm und Florian Post – Kontrafunk-Kommentar: Martina Binnig

    Nach der Waffenwende von Friedrich Merz stellt sich die Frage: Werden die Rüstungslieferungen Deutschlands an Israel eingeschränkt? CSU-Politiker Florian Post prophezeit, dass der Kanzler seine Meinung wieder ändern wird. Als Donald Trump der Welt im April seine geplanten Zölle präsentierte, waren für die Schweiz 31 Prozent vorgesehen. Vor zwei Wochen hieß es dann, es würden 39 Prozent erhoben. Hat Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter schlecht verhandelt? Markus Somm, Chefredaktor des „Nebelspalters“, hat eine andere Vermutung. Mit der Journalistin Franziska Sittig blicken wir auf die gewalttätigen Proteste der Gaza-Unterstützer und deren Netzwerke in den USA, und Martina Binnig kommentiert die Gefahren des Gesundheitstrackings.

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    Schweizerzeit

    Interview 1

    Florian Post: Einschränkung der Waffenlieferungen an Israel?

    Interview 2

    Markus Somm: Hintergründe zu den Schweizer Zollverhandlungen

    Interview 3

    Franziska Sittig: Gewalttätige Proteste der Gaza-Unterstützer

    Kommentar

    Martina Binnig: Gefahren des Gesundheitstrackings

    Einmal im Jahr veröffentlicht das Weltwirtschaftsforum (WEF) einen Bericht, in dem es die seiner Meinung nach zehn wichtigsten innovativen Technologien vorstellt. 2017 bescheinigte es zum Beispiel Impfstoffen auf Genbasis eine glänzende Zukunft. Nur drei Jahre später wurden dann tatsächlich neuartige mRNA-Genimpfstoffe auf den Weltmarkt geworfen. Das WEF versteht sich als Sprachrohr der tausend global führenden Konzerne und übt als solches nicht zuletzt Einfluss auf Investoren aus. Im diesjährigen Bericht fallen vor allem Überwachungstechnologien auf, die laut WEF lukrative Gewinne versprechen. Dabei handelt es sich unter anderem um „autonome biochemische Sensoren“, also um Analysegeräte, die zum Beispiel Gesundheitsdaten erheben, ohne dass ein menschliches Eingreifen erforderlich ist. Konkret geht es um sogenannte Wearables wie Fitnesstracker, Smartwatches und andere medizinische Instrumente, die etwa den Blutdruck, die Herzfrequenz und den Blutzuckerspiegel messen.

    Und genau die sollen auch im Rahmen der neuen US-Gesundheitsstrategie „Make America Healthy Again“ großflächig eingesetzt werden: Nach Vorstellung der US-Regierung soll jeder Amerikaner innerhalb der nächsten vier Jahre ein solches Gesundheitsgerät tragen. Dadurch sollen die US-Bürger mehr Selbstverantwortung für ihre Ernährung, ihre körperliche Aktivität und ihre Lebensweise übernehmen und beispielsweise während der Mahlzeiten in Echtzeit kontrollieren, wie bestimmte Lebensmittel ihren Blutzuckerspiegel beeinflussen. Die derart erhobenen Daten sollen dann in Clouds gespeichert werden. Kritiker befürchten jedoch, dass sie von dort ohne Wissen der Betroffenen an Unternehmen, Werbetreibende oder Forscher verkauft werden könnten. Außerdem könnte die ständige Kontrolle Ängste, Selbstdiagnosen und Selbstmedikation fördern – und damit der Gesundheit eher schaden.

    Dennoch sollen Millionen von Amerikanern künftig ihre persönlichen Gesundheitsdaten und Patientenakten auf Plattformen und in Apps privater Technologieunternehmen hochladen. Das neue Trackingsystem soll sich insbesondere auf Diabetes und Gewichtsreduzierung konzentrieren und mit dialogorientierter künstlicher Intelligenz (KI) sowie QR-Codes arbeiten, was auch zu vermeintlich besseren Kaufentscheidungen im Supermarkt führen soll. Sobald sich ein Patient im System registriert hat, können seine Daten über alle Apps und Gesundheitssysteme, die sich der Initiative angeschlossen haben, weitergegeben werden. Beteiligt sind unter anderem Amazon, Google und Apple sowie Krankenhäuser und Versicherungen. So könnte beispielsweise die Apple-Health-App, die die täglichen Schritte oder den Schlaf einer Person auf deren iPhone aufzeichnet, auf Laborergebnisse aus der Arztpraxis zugreifen. Das US-Gesundheitsministerium gibt an, dass sich bereits sechzig Unternehmen zur Zusammenarbeit mit dem neuen System verpflichtet haben und im ersten Quartal 2026 damit starten wollen.

    Neben dieser omnipräsenten Gesundheitsüberwachung spricht sich das WEF in seinem aktuellen Bericht noch für sogenannte kollaborative Sensoren aus, also für Messgeräte in Städten, Wohnungen, Fahrzeugen und am Arbeitsplatz, die zunehmend miteinander verbunden und in KI-gestützte Systeme integriert werden sollen. Dadurch könnten Überwachungskameras, Roboter, intelligente Fahrzeuge und Drohnenschwärme sogar gemeinsame Entscheidungen treffen – was insbesondere für die Verteidigungsindustrie von Interesse sei. Zwar wird in den USA zum Glück offensichtlich gerade das Ende der modRNA-Impfstoffe eingeläutet, was mit einiger Verzögerung vermutlich auch in der EU der Fall sein wird, doch die allumfassende Kontrolle durch Gesundheitstracker, Drohnen und sonstige innovative Sensoren lässt nicht unbedingt eine rosigere Zukunft erahnen: weder in den USA noch in Europa. Außer natürlich für Big Tech.