Kontrafunk aktuell vom 30. März 2026
Ein Sexskandal, bei dem niemand mehr durchblickt, soll politische Folgen haben. Der Medienanwalt Carsten Brennecke zeigt verblüffende Parallelen zum Fall von Correctiv auf. Die Jugend in Deutschland ist laut einer Studie in schlechter Verfassung, immer mehr wollen das Weite suchen. Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier analysiert die Befunde der Befragung. Wie konnte das Molekül CO₂ im Zuge der Klimawandeldebatte zum Dreh- und Angelpunkt der Politik werden? Zum Auftakt einer Serie erinnert sich der Chemiker und Ex-Politiker Fritz Vahrenholt an die Ursprünge dieser rasanten Entwicklung. Im Kommentar bewertet Frank Wahlig die Reformpläne der SPD für Deutschland.
Carsten Brennecke: Die Fehlinterpretationen im Deepfake-Skandal
Bernhard Heinzlmaier: Ist die deutsche Jugend am Ende?
Fritz Vahrenholt: Wie CO₂ zum Maß aller Dinge wurde
Frank Wahlig: Die SPD presst die Zitrone weiter aus
Wie die Karikatur eines Pfaffen, der Ministranten zu betören sucht. Leise Stimme, keine Mimik. Und es tut gar nicht weg. Versprochen. Lars Klingbeil von der SPD will nur das Beste – nämlich das Restvermögen der Unternehmer, der Leistungsträger, der Arbeiter. Er verspricht die Erlösung und den Weg ins Land, wo sich alle anfassen und unterhaken. Im SPD-Neusprech nennt sich das Reform. Dieser Multifunktionär der sozialen Gerechtigkeit versucht es im Predigerton. Die Absicht ist, Kleptokratie zu einem Sakrament werden zu lassen. Bei seinem Publikum, der Bertelsmann Stiftung in Berlin, gibt es Zustimmung. Diese Stiftung ist wichtiger Teil der vom Staat ausgehaltenen Gutmenschen. Die Bertelsmann-Stiftung liefert schon immer das, was die Politiker des betreuenden Staates brauchen. Lars Klingbeil hielt keine große Rede. Es genügt, wenn Journalisten schreiben, es sei eine gewesen. Die SPD verfügt mit ihren Medienbeteiligungen über einen Verstärker ihrer Ideologie. Der wird aufgedreht, wann immer es nötig scheint. Die große Rede des großen Vorsitzenden ist eine Ideensammlung, das Land weiter auszupressen. Die mediale Zustimmung ist bestellt.
Höhere Steuern für Leistungsträger, Unternehmer, Erben. Mit einem Kanzler Merz kann die SPD das machen. Merz gehört in die Riege der Ministranten, die sich freiwillig ganz tief beugen. Er ist der Frömmsten einer. Er dient nicht dem Land, wie er einmal versprochen hatte, wie er es einmal sogar beeidet hat, sondern er ist ein Verführter der Macht. Die Bürger bewegungslos machen durch Steuern, die Bürger mundtot machen durch Chatkontrolle und das Unwesen der Denunzianten. Den Menschen Furcht einflößen vor Kriegsgefahr. Wer kann, verlässt das Land. Im letzten Jahr haben sich über 250.000 Leistungsträger ins Ausland abgesetzt. Steuerberater klären für ihre Kunden, wie sich eine Wegzugssteuer vermeiden lässt. Die Jugend möchte weg aus diesem Land der Prediger und betörten Ministranten. Die jungen Leute suchen woanders nach Erfolg und Perspektiven. Bei Sozialdemokraten ist Blindfüchsigkeit Voraussetzung für politischen Erfolg. Vermeintlich Reiche schröpfen und glauben, dass sie stillhalten. Gewalt in Schulen und auf Plätzen und in Verkehrsmitteln mit schlechter Erziehung und falschen Vorbildern erklären und nicht zugeben können, dass hier Migration und Religion eine Rolle spielen. Saskia Esken, von der Paketbotin über Straßenmusik und irgendwas mit Digitalem zur Politikerin geworden. Migration sei nicht das Problem, wer anderes behaupte, könne keine Statistiken lesen, so die Welterklärerin.
Siebzig Milliarden kostet dieses Nichtproblem. Da muss eine Straßenmusikerin lange für fiedeln. Die Blindfüchsigkeit ist nicht das Eigentliche, die SPD-Hörigkeit der Journalisten auch nicht, die kleptomanischen Anwandlungen eines Finanzministers ebenfalls nicht. Es ist die Haltung der politischen Klasse zum Steuerbürger, zum Unternehmertum und zum Land. Dieser Staat schwimmt im Geld. Noch nie wurde so viel zusammengerafft und noch nie das Land durch politische Utopien so geschwächt. Indien und China erhalten übrigens Entwicklungshilfe, über 50 Prozent der Bürgergeldbezieher haben keinen deutschen Pass, die Klimapolitik ist eine schlichte Katastrophe. Die Liste der Verschwendung ist endlos. Was all den Klingbeils mangelt, ist das Verständnis, dass sie Diener sind, nicht Steuereintreiber und Prediger der sozialen Utopie. Über den Kanzler lohnt sich nicht zu reden. Er ist Erfüllungsgehilfe, kein Gestalter.
Sie haben Bedingungen des Wachsens und Gedeihens zu schaffen, die Politiker. Sie müssen mit den Unsummen, die sie erhalten, auskommen. Sie haben das Geld nicht ins Ausland zu schaffen, das gilt übriges auch für Kunstwerke. Die große Rede Klingbeils ist der Aufruf zur Deindustrialisierung, verbunden mit der Aufforderung, dieses politunfähige Land zu verlassen, wenn es denn geht. Die Partei SPD mag am Ende sein, ihre Geschichte auserzählt. Doch ihr enormer Einfluss auf Medien, auf diesen Kanzler, auf Behörden, auf diese merkwürdige Regierung, der bleibt. Das Sendungsbewusstsein dieser autoritären Sozialisten zielt auf einen anderen Staat, in dem sich Funktionäre munter tummeln und ihre Plattitüden von allen Medien als Wahrheit übertragen werden. Man könnte verrückt darüber werden, oder es betrachten als das, was es ist: ein langandauerndes Requiem einer politischen Klasse, die an sich selbst irre wird. Die SPD kann ja Saskia Esken zum Fiedeln bestellen.
