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    Dienstag, 6. Januar 2026, 5:05 Uhr
    Dienstag, 6. Januar 2026, 5:05 Uhr
    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05)

    Kontrafunk aktuell vom 6. Januar 2026

    Marcel Joppa im Gespräch mit Monireh Kazemi, Philipp Gut und Ralph Bosshard – Kontrafunk-Kommentar: Frank Wahlig

    Kann 2026 einen Frieden für die Ukraine bringen? Und wie wird der Krieg jetzt im Winter bei der Bevölkerung in Moskau wahrgenommen? Ralph Bosshard, Oberstleutnant a. D. im Generalstab der Schweizer Armee, analysiert die Lage. Welche Chancen es im Iran auf politische Veränderungen gibt und wie die aktuellen Demonstrationen einzuordnen sind, erläutert die iranische Frauenrechtlerin Monireh Kazemi. Über den aktuellen Stand der Ermittlungen nach dem verheerenden Silvesterbrand in Crans-Montana berichtet der Journalist Phillip Gut. Und Frank Wahlig beschäftigt sich im Kommentar mit dem politischen Versagen nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz.

    Interview 1

    Ralph Bosshard: Keiner der Ukraine-Pläne wird funktionieren

    Interview 2

    Monireh Kazemi: Neue Chance für politischen Wechsel im Iran

    Interview 3

    Phillip Gut: Kritik an Ermittlungen nach Brand in Crans-Montana

    Kommentar

    Frank Wahlig: Perfide Politik nach Anschlag auf Berliner Stromnetz

    Da liegt die alte, gebrechliche Frau auf der Pritsche in einer Turnhalle. Die Decke aus Scham hochgezogen. Der Bürgermeister und seine Innensenatorin beugen sich zu ihr herunter. Das Staatsversagen in zwei Personen. Die Besoffenheit-, die Wir-kümmern-uns-doch-Gesichter aus dem Regal des politischen Rituals haben beide aufgesetzt. Und die Journalisten haben ihre Kameras im Anschlag. Soll ja alles in die Medien transportiert werden. Das ist ein Moment politischer Pornografie. Wenn Bürgermeister Wegner mit dem Regenbogenfächer auf queeren Events posiert – das ist lächerliche Selbstkarikatur. Doch wenn er aus der Not alter Menschen Sympathien zu ziehen versucht, ist das widerlich. So ist Berlin, so sind seine Politiker, so sind die Medien. Nach dem Anschlag auf die Energieversorgung der besseren Viertel wurde innerhalb kürzester Zeit die Migrantenunterkunft in der Gegend geräumt, die Migranten wurden nach Tegel in frische Unterkünfte gebracht. Da funktionierte alles. Berlin lässt sich die Migration fast eine Milliarde Euro im Jahr kosten. Die Furcht war: Die Migranten könnten unruhig werden und dummes Zeug in der Gegend anstellen: Alarmanlagen aus, Licht aus, viele ältere Einwohner.

    Keiner sagt es, und wenn doch, wird es nicht gedruckt werden: Die Furcht vor Plünderung hat manchen Bewohner erfasst. Das migrantische Berlin hat an Silvester gezeigt, wozu es fähig ist. Die Berliner Spitzenpolitiker sind angesichts der Krise so erkenntlich wie selten. Sie sind wirklich hilflos, aber nicht ideenarm. Es sind Poser, aber keine Macher. Die SPD-Frau Giffey, von den gehorsamen Medien einst als Hoffnungsträger hochgeschrieben, sagt im Ton der Landesmutter, sie habe Hotelzimmer für 70 Euro die Nacht mit Frühstück besorgt. In der touristenarmen Zeit im Winter werden Zimmer für 50 Euro in Berlin angeboten. Aber ohne Strom geht das Internet sowieso nicht, und ob jeder der Betroffenen das Digitale in der kälter werdenden Wohnung beherrscht? Fraglich. Aber der Eindruck soll sein: Die tut was, auch wenn sie Hotels zu einem Krisengewinn verhilft. Was tatsächlich geschieht: Staatliche Fürsorge wird privatisiert. Was tun sie jetzt alle so überrascht. Terrorismus, das kommt wie ein Schneeschauer. Terrorismus hat in dieser Stadt Berlin genauso wenig Platz wie der Hass auf Juden. Beides ist täglich Geschäft. Ist halt so.

    Der Verfassungsschutz hatte Hinweise, dass linke Aktivisten einen weiteren Angriff auf die Energieversorgung der Stadt ausführen wollten. Das sagen Leute, denen manchmal etwas gesteckt wird von Verfassungsschützern, die selbst unsicher sind, ob ihre Warnungen von denen da oben überhaupt wahrgenommen werden. Der Verfassungsschutz hat natürlich Kontakte in die linke Szene. Die ist ja groß genug in dieser Stadt mit ihren Tentakeln in linke und grüne Politik hinein. Wie sagte es ein grüner Innenpolitiker in einem Anfall von Offenheit: Wir haben die richtigen Leute in den Behörden untergebracht: Polizei, Feuerwehr, Verwaltung sowieso. Möglich, dass diese richtigen Leute auf dem linken Auge Sehschwäche haben und dies Einstellungsvoraussetzung war. Möglich, dass deshalb der linke Aktivismus in Berlin links außen vor gelassen wird. Möglich, dass deshalb mit angezogener Ideologiebremse ermittelt wird, wenn überhaupt. Berlin ist ein von der Politik gut gedüngtes linkes, grünes Biotop. Möglich, dass bei manchem klammheimliche Freude aufkommt. Einmal hat es doch die vermaledeiten Reichen getroffen, und andererseits hat die militante Linke gezeigt, was sie kann – und sie kann viel. Energie sabotieren. Und sie kann Politiker bis zur Kenntlichkeit bloßstellen. Poser und Darsteller hilfloser Entschlossenheit: Migranten versorgen und der Restbevölkerung sagen, dass der Strom ausgefallen ist.

    Für die Wahl des famosen Bürgermeisters kamen die entscheidenden Stimmen aus gerade den Bezirken, die jetzt Opfer linken explosiven Aktivismus wurden. Die aus den Fenstern schauen, wenn linksgrüne Demonstranten bei Narrenmärschen die Enteignung fordern. Aus Folklore wird Wirklichkeit in Berlin. Der Bürgermeister sagt, er habe Verständnis dafür, dass Bürger jetzt laut seien. Das ist der nasse Hund, der sich schüttelt und dann weitermacht. Denn der Mann weiß, der Bürger, auch wenn er wählt, hat keine Wahl. In dieser Stadt sind immer die am Regieren, die es immer schon taten und wieder tun werden. Staatsversagen? Ja, aber dann wechseln wir eben die Gesichter aus. Die politische Haltung bleibt die gleiche. In Berlin trägt der Selbsthass auf dieses Land manchmal Krawatte. Dit is eben Balin, wa?!