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    Montag, 29. Dezember 2025, 5:05 Uhr
    Montag, 29. Dezember 2025, 5:05 Uhr
    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 29. Dezember 2025

    Gernot Danowski im Gespräch mit Tom Lausen, Ralf Höcker und Matthias Büschges – Kontrafunk-Kommentar: Markus Vahlefeld

    Die Geschäftsführung der deutschen NGO Hate Aid darf nicht mehr in die USA einreisen. Rechtsanwalt Ralf Höcker erläutert die Hintergründe und was dies für Meinungsfreiheit und staatlich geförderte Netzpolitik bedeutet. Datenanalyst Tom Lausen, Sachverständiger in der Corona-Enquetekommission des Bundestages, zieht Bilanz: Was wurde 2025 wirklich aufgeklärt – und was nicht? In Köln sorgt der neue Verein „Wendepunkt Deutschland“ für Wirbel: CDU, AfD und andere Akteure rücken zusammen und kommen wieder miteinander ins Gespräch. Wir fragen Matthias Büschges, den stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins: Ist die Brandmauer in Köln gefallen? Und im Kommentar des Tages macht sich Markus Vahlefeld Gedanken über unsere Kultursensibilität.

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    Reisen ins Glück

    Interview 1

    Ralf Höcker: US-Sanktionen gegen Hate Aid

    Interview 2

    Tom Lausen: Wie weit ist Corona-Aufarbeitung 2025 gekommen?

    Interview 3

    Matthias Büschges: Gründung von „Wendepunkt Deutschland“

    Kommentar

    Markus Vahlefeld: Wen schützt unsere Kultursensibilität – und zu welchem Preis?

    In wenigen Stunden jährt sich die Belästigungs-, Grapsch- und Vergewaltigungsorgie auf der Kölner Domplatte Silvester 2015 zum zehnten Mal. Viel ist seitdem, was Frauen- und Opferschutz im öffentlichen Raum angeht, nicht passiert. Die herrschende Politik schaut lieber weg, um von ihrer Verantwortung für den Niedergang der öffentlichen Sicherheit abzulenken. Angela Merkels so freundliches Gesicht, das sie den syrischen und afghanischen Männerhorden gerne machte, hat sich schon lange in eine Fratze aus Desinteresse und Gnadenlosigkeit verwandelt. Wo aber, so muss man fragen, sind die Feministinnen geblieben, die doch jahrzehntelang für Gleichberechtigung und Frauenschutz kämpften? Die einen - am prominentesten repräsentiert von Alice Schwarzer –, die den kulturellen Rückschritt in das zivilisationsfeindliche, islamisch geprägte Patriarchat beklagen, wurden flugs zu Rassisten abgestempelt. Und die anderen, die modernen Feministinnen, denen Frauenschutz viel weniger wichtig ist als Antirassismus und Kultursensibilität – Sie haben sich erst an die kulturbereichernden Kopftuchträgerinnen als Leuchttürme des modernen Feminismus herangewanzt, bevor sie von den queeren Männern, die meinen, nun als Frauen durchgehen zu können, ganz verdrängt wurden. Es ist dies ein beredtes Beispiel für die Dialektik der Postmoderne, dass der Feminismus am Ende dann doch wieder von Männern und vom Patriarchat gekapert wird.

    Das Dogma der Kultursensibilität ist dabei die Maske, um alles, was zivilisatorische Errungenschaften sind, vollständig abräumen zu können. Kultursensibilität ist dabei nur ein anderes Wort für Hass auf das Eigene. Das Kopftuchverbot für Beamte in Deutschland ist bereits aufgehoben, die Mehrfachehe wird schon länger geduldet, und es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die weibliche Genitalverstümmelung ganz kultursensibel umgedeutet würde zu einer medizinischen Tradition, die von uns zu akzeptieren sei, weil alles andere nur blanker Rassismus und kulturunsensibel wäre. Wenige Tage vor Weihnachten war es dann so weit. Im angesehenen „Journal of Medical Ethics“, also dem Fachjournal für Medizinethik, erschien ein Beitrag von 25 Wissenschaftlern, die die weibliche Genitalverstümmelung schönreden wollen. So solle der Begriff Genitalverstümmelung verschwinden. Das Herausschneiden der inneren Schamlippen, das Auskratzen der Klitoris, oftmals mit Glasscherben oder rostigen Messern, um jeglicher Lust zu entsagen, solle man bitte „Genitalpraxis“ nennen. Diese zu kritisieren, sei jedoch rassistisch, stigmatisierend und ethnozentrisch. Die Verfasser des Beitrags kommen nicht aus dem Jemen, dem Irak oder Äthiopien. Von den 25 Wissenschaftlern, die den Beitrag publizierten, kommen 24 von westlichen Universitäten, und 22 von ihnen sind Frauen, zwei Damen kommen sogar aus der Schweiz.

    Es sind ausschließlich Genderwissenschaftler, Anthropologen und Soziologen, ein Mediziner ist nicht dabei. Vielleicht hätte die Medizin über das tödliche Risiko der Genitalverstümmelung aufklären können. Denn es sind Millionen Mädchen jedes Jahr davon betroffen und geschätzt ein Viertel von ihnen krepiert daran elendig. Aber Kultursensibilität ist halt wichtiger als ein paar Hunderttausend toter Mädchen. Dass sich diese Wissenschaftler überhaupt Wissenschaftler nennen können und in einem wissenschaftlichen Fachmagazin publizieren dürfen, sagt viel über den Zustand der Wissenschaft aus. Denn wenn sich Wissenschaft nicht an Menschenwürde, an Selbstbestimmung und an das Ideal der Freiheit hält, dann kann Wissenschaft eben jedes Verbrechen noch ganz wissenschaftlich verrechtfertigen. Das liegt schlicht daran, dass der menschliche Wertekanon gänzlich unwissenschaftlich ist und kein einziger menschlicher Wert je aus der Wissenschaft heraus geschaffen werden kann. Wer also seine Werte so sehr relativiert hat wie der Westen - Stichwort: Kultursensibilität –, der wird in der Wissenschaft immer mit einem Bein im Verbrechen stehen. Und da hilft dann auch kein Ethikrat, keine Ethikratsvorsitzende à la Alena Buyx und kein wissenschaftliches Fachjournal. Wir dürfen also gespannt bleiben, ob es weitere zehn Jahre braucht, bis in einem Wissenschaftsjournal ein Beitrag erscheint, der das Herunterschubsen von Hochhäusern als Strafe für Homosexualität zu einer kultursensiblen Praxis erklärt und die Ablehnung derartiger Monströsitäten als rassistisch brandmarkt. Natürlich rein wissenschaftlich.