Kontrafunk aktuell vom 15. August 2024
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Teilerfolg für das „Compact“-Magazin. Nach dem Eilantrag gegen das Verbot darf „Compact“ vorerst wieder veröffentlichen. Darüber sprechen wir mit Christine Anderson, AfD-Abgeordnete im EU-Parlament, und mit Rechtsanwalt Friedemann Däblitz. Däblitz berichtet zudem von seiner Strafanzeige gegen die stellvertretende Leiterin der Rechtsabteilung des Robert-Koch-Instituts, Bettina Hanke. Gibt es Neuigkeiten in der Visumaffäre des deutschen Auswärtigen Amts? Der freie Journalist Matthias Nikolaidis analysiert für uns die Situation, und Cora Stephan kommentiert die Autopläne der FDP.
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Kontrafunk im Gespräch mit Friedemann Däblitz
RKI-Files und Compact-Verbot außer Vollzug
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Kontrafunk im Gespräch mit Christine Anderson
Twitter, die EU und Thierry Breton
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Kontrafunk aktuell im Gespräch mit Matthias Nikolaidis
Visumaffäre des Auswärtigen Amts
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Kontrafunk-Kommentar von Cora Stephan
Autos in die Stadt!
Doch, manchmal gibt es in der FDP richtig gute Ideen. Wolfgang Kubicki etwa fordert Gesundheitsminister Lauterbach zum Rücktritt auf. Sehr richtig! Nützt aber wahrscheinlich nichts. Und dann hat die FDP eine interne „Argumentationshilfe“ in Umlauf gebracht, in der die Abschaffung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefordert wird. Derartig was von richtig! Was man dadurch sparen könnte! Ob es allerdings gut wäre, die Milliardengeschenke in alle Welt dann vom feministischen Außenministerium vergeben zu lassen – naja. Das hieße wohl den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
Noch radikaler ist die liberale Idee, die Städte von allem zu befreien, was dem Autoverkehr im Wege steht. Also Fahrrad- und Fußgängerzonen und irgendwelches bepflanzbare Sperrholz. Pfui Teufel, denken Sie jetzt? Wieder mehr Auspuffdämpfe, Feinstaub, Staus und zugeparkte Nebenstraßen? Nun: die FDP rechnet anders und nicht nur für uns Landbewohner durchaus einleuchtend. Nicht nur in Zeiten von Corona und angesichts der immer stärkeren Unzuverlässigkeit des Schienenverkehrs ist das Auto eine Oase der mobilen Freiheit. Kontaktlos unterwegs sein und nicht auf zugigen Bahnhöfen herumstehen müssen: Das macht nur das Auto möglich. „Das Auto ermöglicht individuelle Mobilität und steht wie kein zweites Verkehrsmittel für Freiheit. Laut einer Civey-Umfrage sind mehr als 60 Prozent der Menschen stark auf ihr Auto angewiesen. Insbesondere im ländlichen Raum und in den Vorstädten“, schreibt die FDP. Stimmt so.
Zugegeben: Für Anwohner sind die verkehrsberuhigten Viertel in der Großstadt ein Segen. Für die Innenstädte hingegen ist die Verbannung der Autos Gift. Die Verödung der einst zum „Shoppingerlebnis“ einladenden Zentren ist nicht nur dank der Corona-Beschränkungen rasant fortgeschritten, sie verdankt sich auch dem Vergraulen der Autofahrer, etwa durch Umwidmung von Straßen in Fahrrad- und Fußgängerzonen und vor allem dank fehlender oder zu teurer Parkmöglichkeiten. Shopping macht keine Freude, wenn die Einkäufe auf weiten Wegen zum Auto geschleppt werden müssen. Auch das hat dem Onlinehandel blühende Umsätze beschert und Stadt und Land ein reges Kurierfahreraufkommen. Also auch und gerade da geht es nicht ohne Auto.
Die FDP fordert ein günstiges und deutschlandweites Flatrate-Parken, ähnlich dem 49-Euro-Ticket. Die vollständige Sperrung von Straßen aus ideologischen Gründen sorge im Übrigen nur für die Verlagerung von Verkehr, weshalb man das ablehne. In der Tat: Das schnell wieder aufgegebene Experiment der Stadt Gießen, den Autoverkehr auf dem Stadtring auszubremsen durch die Sperrung einer Fahrtrichtung für Fahrräder, sorgte für Chaos, nicht für bessere Luft. Nicht das Auto ist der Mörder der Stadt, sondern jene Stadtplaner, die in der Zerstörung der Großstädte im Bombenkrieg einst eine „ersehnte Katastrophe“ sahen, weil sie endlich freie Bahn für die Realisierung jener „neuen Städte“ schuf. „Die kahle, aufgeräumte, verkehrsgerechte Stadt der Nachkriegszeit war die Kopfgeburt von Bauplanern“, schreibt Dankwart Guratzsch. Das Auto ist der falsche Feind.
Und keine der lustigen Maßnahmen zur Möblierung autofreier Straßen hat zurückgebracht, was Städte einst attraktiv gemacht hat. Außerdem sind Dönerbuden und Barbershops kein Ersatz für die frühere Vielfalt des Einzelhandels. Übrigens: Wer eine Zeitlang über Frankreichs Autobahnen gefahren ist, erlebt den Übergang auf die deutschen Autobahnen als reine Folter. Man fürchtet nicht nur ein Schleudertrauma, sondern auch Schäden am Auto selbst, weshalb man die geforderte Geschwindigkeitsbegrenzung schon aus Selbstschutz einhält. Nicht nur beim Schienenverkehr, auch beim Straßenfernnetz wurde jahrelang alles Nötige unterlassen.
Kurios mag man finden, dass die FDP auch für die Formel 1 in Deutschland wirbt. Das ist die reine Utopie. Andererseits: Auch das wäre Werbung für das einstige Zugpferd Deutschlands: die Autoindustrie. Mittlerweile eine müde Mähre. Die Einsprüche gegen solch kesse Werbung für das Automobil lassen sich denken. Reiner Opportunismus! Die FDP will sich an die Autofahrer ranwanzen! Wahlkampf halt! Schon recht. Man sollte Politikern nicht nur zu Wahlkampfzeiten niemals trauen. Aber man kann sie auf ihre etwas besseren Ideen zumindest festnageln. Es wäre einen Versuch wert.
Die Ödnis der Nachkriegsstädte sei Ergebnis der Kopfgeburt von Bauplanern. Aha. Könnte das nicht mit den erheblichen Flächenbedarf en des Autos zwingender zusammenhängen?
Auch zur Verödung der Innenstädte trägt natürlich das Auto sehr entscheidend bei, weil es den öffentliche n Raum für den Aufenthalt unattraktiv macht.
Es gibt bereits zahlreiche erfolgreiche Beispiele von Maßnahmen zur Verkehrsberuhig ung, die eine sehr spürbare Belebung der Quartiere bewirken.
Bitte etwas weniger Auto-Lobbyismus und mehr Sachlichkeit.
Die produziert vor den anstehenden Landtagswahlen plötzlich ein paar liberale Ideen,
an deren Umsetzung wohl kaum jemand glaubt, wenn sie mit Grünen und SPD regieren wollen.
Dort, wo sie in der kommunalen Verantwortung ist, z.B. in Jena, hat sich der OB denn auch gleich davon distanziert.
Rührend der Satz von Frau Stephan, man könne Politiker auf ihre etwas besseren Ideen festnageln.
Das ist schon bemerkenswert naiv.
Vor kurzem erzählte der Bundesverkehrsm inister der FDP noch, die Fortbewegung der Zukunft finde statt,
indem man mit dem Pedelec zur nächsten Bahnstation fahre.
Mal abwarten, ob jenseits der Publizistik besonders viele von den FDP-Plänen überzeugt sind.
Im aktuellen Politbarometer liegt die Partei offenbar wieder bei 4 %.
EU: Frau Anderson mal wieder erfrischend direkt, kämpferisch und mit klarem Verstand argumentierend - diese Frau ist "Gold wert" in diesem EU-Sumpf !
Kommentar: Cora Stephan wie immer mit angenehmer Stimme auf den Punkt!
RKI-Files: Kompliment für den Einsatz von dem RA Däblitz - ein Schritt nach dem anderen.
Die Doku selbst scheint (komplett) noch nicht online zu sein; hier immerhin Bericht + Ausschnitt: https://www.rtl.de/news/urlaub-in-afghanistan-trotz-verfolgung-und-schutzstatus-hier-id1767287.html
und ein Artikel im Focus:
https://www.focus.de/kultur/kino_tv/deutsche-reisebueros-helfen-mit-doku-enthuellt-wie-gefluechtete-in-afghanistan-urlaub-machen-behoerden-schauen-weg_id_260222082.html (ich hab den bislang nur überflogen, aber passend zur heutigen Sendung begegnete mir dort der Zwischentitel "Doku zeigt, dass sogar ehemalige Ortskräfte in Afghanistan Urlaub machen"... 😑 ).
Und GANZ zum Schluss der Programmhinweis zur heutigen "Unter Freunde"-Sendung mit dem wunderbaren Karsten Troyke, der mir vor einiger Zeit beim gleichfalls wunderbaren RADIO MÜNCHEN auffiel, wo er regelmäßig Texte einspricht - wer diese Stimme, die mindestens 20 Jahre älter klingt, als sie tatsächlich ist, einmal gehört hat, wird sie nie wieder vergessen! ^^
Vielleicht ja bei nächster Gelegenheit auch ein Interviewgast für Kontrafunk aktuell?
Vielleicht kann der Kontrafunk genau dieses gute Gespräch rausschneiden, sodass man es dann problemlos mehrmals hören und auch weiterleiten kann?
Zumindest dies: Mir haben die Aus- und Ansagen von Frau Andersen auch sehr gut gefallen! Eine tolle Powerfrau - und man fragt sich rückblickend , warum nicht SIE die Spitzenkandidat in der AfD fürs EU-Parlament war....
Wenn dieser Gesetzesbruch, wenn nicht gar ein Verfassungsbruc h der Innenministerin , wenn der nicht den sofortigen Rücktritt dieser Ministerin zur Folge hat, dann hat das Gerichtsurteil nur eine halbe Kraft. Denn bleibt der Vorgang ungestraft, dann zeigt uns das zu welchen tiefgreifenden, rechtswidrigen, exekutiven Handlungen diese Regierung fähig und entschlossen ist, die jeweilige Zielgruppe einzuschüchtern, sich in Zukunft jedwede Kritik an der Regierung genau zu überlegen.
Und es bleibt zu fragen, warum der eigentliche Mannschaftsführer der Regierung, der Bundeskanzler Scholz, nicht schon längst und nicht nur bei Frau Faeser, auch Habeck oder Lauterbach, Baerbock diese Minister entlassen und ausgewechselt hat?
Welches Geheimnis, welcher Verwesungsgeruc h umgibt den Bundeskanzler Scholz, welcher allerdings so geheimnisvoll nicht sein kann, dass der sich davor scheut seine unfähigen Minister, s.o., zu entlassen? Die wohl alle um Scholz wissen, aber damit drohen dessen Leiche auszugraben und Scholz somit erpressbar ist?
Die zirkulären Richtersprüche bzgl. RKI sagen doch einfach "Sie leben in einer Diktatur, WIR sind die Diktatoren, und das ist auch gut so!"
Sollte es tatsächlich, nach der X-ten Staftat mal eng werden, dann fährt man einfach für ein paar Wochen oder Monate auf „Urlaub“ nach Hause und zwar dort hin, wo man angeblich verfolgt wird. Welch ein Irrsinn!
Faeser wird nicht zurücktreten. Warum denn auch? Sie hat die volle Rückendeckun g ihrer Kumpanen v
aus Ampel, Medien und Justiz. Herr Elässer kann pro forma weitermachen. Aber mit welchen Mitteln? Alle Betriebsmittel wurden zwecks "Auswertung" beschlagnahmt. Computer, Archive, Büromöbel, Konten und Privatvermögen, selbst ein nicht fahrbereiter Jaguar Youngtimer, alles "sichergestellt" bis auf ewig. Das Hauptverfahren kann dauern. Bis das entschieden ist, steht in diesem Staat kein Stein mehr auf dem anderen.
Scheinbar ist sie davon ausgegangen, daß, wenn schon ein
Selbstbestimmun gsgesetz existiert, sie dann auch frei und
ohne Hemmungen davon Gebrauch machen kann und darf.
Wie sie jetzt prompt und richterlich belehrt wird, war das ein
fataler Irrtum. Was für ein Scherbenhaufen - die Quittung fürs
Danebendenken. So was aber auch. Und wie steht sie nun da?
Kann ich euch sagen - vielleicht am besten über den Weg von
ein wenig Umschweife: bis auf weiteres dürfen wir sie Hans
Christian nennen.
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