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    Donnerstag, 18. Dezember 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05)

    Kontrafunk aktuell vom 18. Dezember 2025

    Rommy Arndt im Gespräch mit Thomas Fasbender, Anthony Lee und Alfred Schlicht – Kontrafunk-Kommentar: Cora Stephan

    Was hat der Ukraine-Gipfel von Berlin gebracht? Sind die Europäer auf den Diplomatiezug von Donald Trump aufgesprungen? Hören Sie eine Einschätzung von Thomas Fasbender, Journalist der „Berliner Zeitung“. In Deutschland protestieren die Bauern gegen die zu niedrigen Butterpreise. Unser Gast zu diesem Thema ist der deutsch-britische Landwirt und Agrar-Influencer Anthony Lee. Wie ist die Lage in Syrien ein Jahr nach dem Ende des Assad-Regimes? Kann man syrischen Flüchtlingen in Europa eine Rückkehr zumuten? Darüber berichtet der Ex-Diplomat und Islamwissenschaftler Dr. Alfred Schlicht. Und Cora Stephan widmet sich im Kommentar einer Ausstellung in Potsdam, in der die Jüdin Anne Frank mit Palästinensertuch gezeigt wird. 

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    Junge Freiheit – Wochenzeitung für Debatte

    Interview 1

    Thomas Fasbender: Folgen des Berliner Ukraine-Gipfels

    Interview 2

    Anthony Lee: Bauernprotest gegen Butter-Dumpingpreise

    Interview 3

    Alfred Schlicht: Lage in Syrien

    Kommentar

    Cora Stephan: Anne Frank mit Palästinensertuch

    Sie meinen es ja nur gut, die Linken. Weiß man doch! Etwa so einer wie der italienische Konzeptkünstler Costantino Ciervo, ein politischer Mensch, der Kunst schafft, Kunst, „die sich mit dem Kapitalismus auseinandersetzt, mit der Entfremdung, der Transformation des Menschen zum Konsumenten, mit Unterdrückung, Flucht und Ausbeutung“, jubelt es im „Spiegel“, „eine Kunst, die Haltung zeigt, die eigentlich weiß, auf welche Seite der Barrikade sie gehört“. Haltung! Da ist es, das Zauberwort. Barrikade! Noch zaubrischer. Schon schwingt manch einer innerlich die Faust oder die Fahne und singt revolutionäre Lieder. Constantino Ciervo zeigt Haltung nun auch in Deutschland, seit dem 16. November im Museum Fluxus Plus in Potsdam. Die Ausstellung heißt „Comune – Das Paradox der Ähnlichkeit im Nahostkonflikt“. Das klingt schon mal paradox, zumal da, wo es keine Ähnlichkeit gibt. Denn was bekommt man zu sehen? Etwa zwei Porträts, ein Palästinenser, ein Israeli, die wie Zwillinge wirken. Botschaft? Glasklar. Sind ja alles Menschen. 

    Und so menschelt es weiter: Ein zweites Gemälde zeigt Anne Frank, Acryl auf Leinwand, 92 Zentimeter breit, 138 Zentimeter hoch. Zur Erinnerung: Anne Frank, das junge jüdische Mädchen, das sich mit seiner Familie im holländischen Exil versteckt hielt, aber entdeckt und an die Nazis ausgeliefert wurde, starb im KZ Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren, wahrscheinlich an Fleckfieber. Das Gemälde zeigt Anne Frank in einer Kufiya, gemeinhin Palästinenserfeudel genannt. Da wird der „Spiegel“-Autor hymnisch: „Um die Schultern trägt sie eine Kufiya, jenen Schal, der (…) zur Standardausstattung der rebellischen Jugend in ganz Europa gehörte – vor Augen und Nase gezogen, bot er ein bisschen Schutz vor Tränengas und fest um den Hals geschlungen, wärmte er, wenn man frierend US-Kasernen blockierte.“ Na bitte! Da passt doch alles! Klar wäre Anne Frank bei der „rebellischen Jugend“ gewesen, damals, diese Jugend, die nicht wusste, was sie tat, als sie die Kufiya zur Standardausstattung wählte. Damals. Aber wieso protestieren sie nun gegen diese Darstellung, etwa Andreas Büttner, der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Brandenburg, oder Volker Beck, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft?

    Süffisant meint unser Autor: „Das war zu viel Diskurs. Und wohl zu viel Provokation.“ Wo war hier der Diskurs? Die Provokation allerdings war in der Tat deutlich genug: Anne Frank, Opfer der deutschen Judenvernichtung, steht da als palästinensisches Opfer eines angeblichen Genozids durch den Judenstaat Israel. Aber das sei doch nur „völlig legitime Kritik am Agieren des Staates Israel“, quakt die Museumsleitung und macht es damit nicht besser. Auch nicht der Künstler selbst, der nun dem Bild einen Text hinzugefügt hat. Darin heißt es: „Ihr Andenken, als Zeugin des Holocaust, steht nicht nur für die Erinnerung an die Schoa, sondern wird zum universellen Symbol der Verurteilung von Gewalt. In meinem Gemälde soll diese Figur eine moralische Stimme verkörpern.“ Universell. Aha. Bloß nicht differenzieren. Alles verquirlen im moralischen Allgemeinen. Manchen Menschen ist offenbar nichts peinlich. Mir schon.