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    Freitag, 20. März 2026, 5:05 Uhr
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    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05)

    Kontrafunk aktuell vom 20. März 2026

    Benjamin Gollme im Gespräch mit Seyran Ates, Susanne Dagen und Malte Fischer – Kontrafunk-Kommentar: Jobst Landgrebe

    Die Grünen wollen muslimisches Leben in Deutschland stärker fördern und haben dazu einen 24-Punkte-Plan vorgelegt. Die Autorin Seyran Ates erläutert den politischen Islam grüner Prägung. Ein Jahr nach der umstrittenen Reform der Schuldenbremse geraten die öffentlichen Finanzen erneut in den Fokus. Wir diskutieren mögliche Haushaltstricks, verfassungsrechtliche Fragen und die Folgen für das Vertrauen in die Politik mit dem Journalisten Malte Fischer. Ein staatlicher Buchhandlungspreis sorgt für heftige Kontroversen. Mehrere Buchhandlungen wurden von der Förderung ausgeschlossen, nachdem der Verfassungsschutz hinzugezogen worden war. Näheres berichtet die Buchhändlerin Susanne Dagen. Und Jobst Landgrebe widmet sich in seinem Kommentar der Verkommenheit der Eliten. 

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    Junge Freiheit – Wochenzeitung für Debatte

    Interview 1

    Malte Fischer: Schuldenbremse, Sondervermögen und mögliche Haushaltstricks

    Interview 2

    Seyran Ates: Der 24-Punkte-Plan der Grünen und muslimisches Leben in Deutschland

    Interview 3

    Susanne Dagen: Buchhandlungspreis, Kulturpolitik und die Weimer-Kontroverse

    Kommentar

    Jobst Landgrebe: Verkommenheit der Eliten

    Seit Wochen sind die Medien voller Berichte zu den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Files; die Aufregung ist groß. Dabei haben wir lediglich einen kleinen Teil des Materials zu sehen bekommen, das zudem wohl auch redaktionell bearbeitet wurde. Was ist die eigentliche Bedeutung der Vorgänge rund um Epstein? Sie zeigen das Endstadium eines Herrschaftssystems an. Inwiefern? Jeffrey Epstein war ein Investmentbanker und Organisator westlicher Elitenetzwerke, der seit Mitte der 1970er-Jahre für die reichsten Familien der Welt wie die Rockefellers und Rothschilds im Zentrum der Macht arbeitete. Beispielsweise saß er in der von den Rockefellers initiierten Trilateral Commission oder dem Council on Foreign Relations. Er soll auch für den Mossad gearbeitet haben. Berüchtigt aber wurde er mit seinem Menschenhandelsring, in dem er Frauen und wohl auch minderjährige Mädchen und Knaben Mitgliedern seines Netzwerks zur sexuellen Nutzung zur Verfügung stellte. Bei ihren abartigen Vergnügungen wurden die Sexklienten aufgezeichnet und dadurch mit Hilfe des Materials erpressbar. Wir kennen die Details nicht, wissen nicht, wie alt die Opfern waren, was ihnen angetan wurde und wer Epstein genau beauftragt hatte. Jedenfalls muss es sich bei diesem Netzwerk und seinen Nutzern um Machenschaften von menschenverachtender Perversion gehandelt haben, die von einem totalen moralischen Verfall zeugen. Nun zeigen uns die Epstein-Files, dass zahlreiche Mitglieder der westlichen Elite bis in die 2010er-Jahre (von Epsteins dreizehn Monaten Haft 2006 bis 2007 abgesehen) seine Sexualdienste auf seiner Insel Little Saint James und seinen zahlreichen sonstigen Liegenschaften nutzte.

    Wie kann es sein, dass sich so viele Menschen auf diese perversen Machenschaften eingelassen haben, obwohl den Beteiligten sicherlich klar war, dass es sich hierbei nicht um normale Prostitution im Sinne eines auf Vertragsfreiheit beruhenden Tauschgeschäfts unter Erwachsenen handelte? Wir leben in einer Zeit präzedenzloser Eigentumsdichotomie. Die absolute Eigentumsdifferenz zwischen 99,9 Prozent der Bevölkerung und den einigen Hundert oligarchischen Familien, die Hunderte bis Tausende von Milliarden US-Dollar besitzen, ist größer als jemals zuvor. Wenn ein solcher Zustand eintritt, bekommen die Oligarchen so viel Macht, dass sie jenseits der Judikative agieren können. Sie bedienen sich zur Machtausübung unabhängig von der Regierungsform einer Trägerschicht, die äußerlich als Elite auftritt. Diese verwaltet die Macht der Oligarchen. Dabei scheinen wertblinde Mitglieder der Eliten es besonders auszukosten, über Menschen nach ihrem Belieben zu verfügen. Die drei intensivsten Möglichkeiten, auf animalische, viszerale Weise Macht über Menschen zu empfinden, sind die Verfügung über Sex, das Zufügen von Schmerz und der Mord aus Lust am Töten. Besonders perverse Menschen verlangt es danach, diese Möglichkeiten menschlichen Handelns an Kindern auszuleben. Extreme Beispiele aus der Geschichte sind die Anthropophagen Graf Gilles de Rais und Graf Vlad III. Dracul. De Rais soll Hunderte von Knaben zu Tode gefoltert und ihr Blut getrunken haben, nachgewiesen wurden ihm 140 Morde an Kindern.

    Auch wenn wir lediglich vom sexuellen Missbrauch sicher wissen, zeugen die Machenschaften rund um Epstein vom totalen moralischen Verfall unserer Trägerschichten. Wie an der Kurie Julius II. kurz vor der Reformation oder am Hof Ludwigs XVI. vor der Revolution von 1789 zeichnen die Eliten sich durch einen Verlust des Bezugs zur übrigen Bevölkerung, einen extrem luxuriösen, verschwenderischen Lebensstil, eine seltsame, perverse Ideologie sowie Nihilismus und totalen Hedonismus aus. An beiden Höfen lebten die steinreichen Eliten ein perverses, amoralisches Leben, das von Zeitgenossen wie Luther oder Jean Paul Marat angeprangert wurde, obwohl nicht einmal alle Aspekte der Perversionen öffentlich sichtbar waren. Die von Epstein organisierten Orgien auf Little Saint James gehören zur selben Kategorie. Sie zeigen an, dass sich zahlreiche Mitglieder unserer Eliten von den ewigen moralischen Normen des menschlichen Zusammenlebens, wie sie die Zehn Gebote zum Ausdruck bringen, radikal abgewendet haben. Herrschaftssysteme, die an einem solchen Punkt angelangt sind, halten sich niemals mehr allzu lange, weil ihre Führungsschicht Glaubwürdigkeit und Legitimität verliert. Wir werden sehen, wie lange es dieses mal so weitergeht, bevor eine soziale oder kulturelle Krise diese Eliten ablöst wie damals in Rom oder Paris. Epsteins Menschenhandelsring war nur ein kleiner Teil des Systems.