Kontrafunk aktuell vom 6. Mai 2026
Nach Corona nun Hanta: Wolfgang Wodarg analysiert den gemeldeten Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik. Buhlt die Nato um Filmemacher? Der Fernsehproduzent Borris Brandt schildert zweifelhafte Annäherungsversuche des Bündnisses gegenüber der Kino- und Fernsehbranche. Konnte der Nord-Stream-Attentäter endlich identifiziert werden? Der Journalist Ulrich Thiele berichtet über die Ergebnisse aus der Recherche zu seinem Buch über die Pipeline-Sprengung. Beleidigte Leberwürste: Markus Vahlefeld kommentiert den theatralisch aufgeblasenen Rückzug von SPD, Grünen und Linkspartei von der Social-Media-Plattform X.
Wolfgang Wodarg: Gehen sie dem Alarmismus zu Hantaviren nicht auf den Leim
Borris Brandt: Filmemacher sollten sich nicht vom Staat kaufen lassen
Ulrich Thiele: Die Nord-Stream-Attentäter sind ukrainische Patrioten
Markus Vahlefeld: Die Dominanz der linksautoritären Moralapostel ist vorbei
Wir befinden uns mitten in der Woche der Meinungsfreiheit. Sie ist eine von vielen Akteuren der sogenannten Zivilgesellschaft ausgerufene Initiative, um im Jahr 2026 endlich die Frage zu beantworten: Was ist wahr? So lautet das diesjährige Motto. Am ersten Tag der Woche der Meinungsfreiheit, dem Montag, gaben dann in einer konzertierten Aktion die Parteien SPD, Grüne und Linke zeitgleich, wortgleich und mit großem Tamtam bekannt, dass sie die Plattform X, früher Twitter, nun für immer und ewig verlassen würden. Alle drei Parteien schrieben: „Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht und informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation.“ So weit die Begründung. Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass die drei genannten linken Parteien X nie für Debatte und Austausch genutzt haben. Sie nutzten die Plattform, um ihre Verlautbarungen unters Volk zu bringen und Gleichgesinnte und Lobhudler um sich zu scharen. Das gelang nur mit Hilfe von Löschungen, Zensur und Gesetzen, die die freie Meinung als Hass und Hetze markierten. Inzwischen hat sich der Wind nicht nur auf X, sondern in der Gesellschaft gedreht, und nun wollen sie nicht mehr. Das ist auch verständlich, denn die letzten Wochen wurde es eine regelrechte Mode, unter den Verlautbarungen einer Katrin Göring-Eckardt, Grüne, oder eines Ralf Stegner, SPD, lustige Fotos mit umgefallenen Reissäcken oder Hundewelpen zu posten, verbunden mit der Frage, wer wohl mehr Likes bekommt, der umgefallene Sack Reis oder der Politiker. Die lustigen Bilder gewannen fast immer im Verhältnis 1:100 oder noch höher. Das schätzen die hochmögenden linken Parteien gar nicht.
Wenn man sich also in der Woche der Meinungsfreiheit fragen sollte, was wahr ist, dann bleibt nur Folgendes: Die linken Kräfte und Parteien haben verloren. Sie verlassen X wie getretene und räudige Hunde, und all ihre totalitären Löschungs- und Zensurmaßnahmen sind geschmolzen wie Eis in der Sonne. Die über Jahrzehnte währende Dominanz der linksautoritären Moralapostel in Medien und Kultur ist vorbei. Gleichzeitig war die konzertierte Aktion der Regierungspartei SPD gemeinsam mit Grünen und Linken, auch ein Signal an den Koalitionspartner CDU. Hatte der linke Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak noch am 1. Mai in Berlin lauthals skandiert, „Merz leck Eier“ – das ist natürlich nicht Hass und Hetze –, so ist die nunmehr erfolgte Verbrüderung der SPD mit den Linken ein deutlicher Hinweis darauf, dass sie an einer gemeinsamen politischen Zukunft arbeiten, während die CDU hinter einer moralinsauren Brandmauer vertrocknet. Die Woche der Meinungsfreiheit hat also gut begonnen und wird hoffentlich genauso lustig enden. Denn was wäre ein Verlassen von X wert, wenn es nicht eine neue soziale Plattform geben würde? Und die wird dann am Samstag, dem 9. Mai, an den Start gehen und sich ganz kreativ-avantgardistisch W nennen. Allein daran sieht man schon, wie sehr Elon Musk und sein Einzelbuchstabe X wirken. Nachahmung ist die höchste Ehrbezeugung. Auf W ist übrigens eine Anmeldung nur möglich mit Personalausweis und biometrischem Datenabgleich. Das freut die herrschende Klasse und die ihr willfährigen Staatsanwaltschaften natürlich.
Entgegen kursierenden Gerüchten ist W keine offizielle Social-Media-Plattform der EU, auch wenn sie alle Richtlinien erfüllt, die die Brüssler Autokraten ausgeben. Hinter W steht Ingmar Rentzhog. Er ist der Entdecker der Lügenikone Greta Thunberg und das W steht für seine Firma We don’t have time – Wir haben keine Zeit mehr. Die „Letzte Generation“ lässt grüßen, und man darf also W den schnellen Schiffbruch von Herzen wünschen. Die größten Lügner, die während Corona gar nicht schnell genug löschen und zensieren konnten, die beim Atomausstieg und der Energiewende, bei Schuldenbremse und Sondervermögen eine Unwahrheit nach der nächsten in den Äther bliesen, haben auf X ihre entscheidende Schlacht verloren. Den Krieg gegen den gesunden Menschenverstand geben sie aber noch lange nicht auf. Die Woche der Meinungsfreiheit ist ihre Erfindung, und an der Lüge, die wir dann Wahrheit nennen sollen, werden sie weiter mit Inbrunst arbeiten.
