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    Montag, 21. Juli 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 21. Juli 2025

    Stefan Millius im Gespräch mit Saida Keller-Messahli, Oliver Gorus und Werner Müller – Kontrafunk-Kommentar: Markus Vahlefeld

    Die italienische Provinz Südtirol genießt heute weitreichende Selbstverwaltungsrechte. Doch nun soll es Versuche zu einer erneuten „Italianisierung“ geben. Der Journalist Oliver Gorus nennt Beispiele. Kann eine Muslima mit Kopftuch als Lehrerin arbeiten? Eine Schweizer Schulgemeinde hat Nein gesagt. Die Publizistin Saida Keller-Messahli beurteilt die Entscheidung. Eine Stadt in Spanien erlebt Tage der Gewalt zwischen Migranten und Einheimischen. Ein isolierter Fall oder Ausdruck zunehmender Anspannung durch die Zuwanderung? Im Gespräch dazu ist der Wirtschaftswissenschaftler Werner Müller. Und Markus Vahlefeld kommentiert das ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel, das dank gegnerischer Sprechchöre zur unhörbaren Posse wurde.

    Interview 1

    Oliver Gorus: Die erneute Italianisierung in Südtirol

    Interview 2

    Saida Keller-Messahli: Kopftuch in Schulen – ja oder nein?

    Interview 3

    Werner Müller: Minibürgerkrieg in einer spanischen Stadt

    Kommentar

    Markus Vahlefeld: Protestgeschrei statt Weidel-Interview in der ARD

    Bekäme man je die Begriffe „Realsatire“ und „gespenstisch“ zusammen, so war gestern der Tag, beides in nur dreißig Minuten halblive, aber hautnah erleben zu können. Im Mittelpunkt ein verschmitzt grinsender Fragesteller, Markus Preiß von der ARD, der im sonntäglichen Sommerinterview Alice Weidel, die Parteivorsitzende der AfD, zu Gast hatte. Dazu ein kleines Grüppchen aus schätzungsweise dreißig Figuren, organisiert vom „Zentrum für Politische Schönheit“. Der Gründer dieses Zentrums, Philipp Ruch, ist bekannt für seine fast schon krankhaft zu nennende Besessenheit von allem, was auch nur ansatzweise rechts von ihm stehen könnte. Und da steht eigentlich jeder, der nicht Antifa-Fahnen-schwenkend mit Hämmern durch die Straßen marodiert. Seine Mannen und Maiden hatten also vor dem Hauptstadtstudio der ARD eine große Anlage aufgebaut, schwenkten Antifa-Fahnen und schrien und trillerten, was das Zeug hielt. Der Song, der eine geschlagene halbe Stunde aus den Lautsprecherboxen plärrte, war dann an ungehobelter Geschmacklosigkeit und intelligenzbefreiter Simplizität nicht zu überbieten. „Scheiß AfD“ war die einzige Textzeile, die sich diese Intelligenzbestien überhaupt noch merken konnten. Und das sollen dann die Retter der Demokratie sein.

    Unter diesen Bedingungen ein Sommerinterview zu führen, war natürlich gänzlich unmöglich, aber auf Inhalte kam es bei der Beschäftigung mit der AfD in den Medien ja noch nie an. Die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist es bekanntlich, die AfD „zu stellen“, besser noch sie gänzlich zu ignorieren. Und wenn das dann nicht mehr geht, dann lädt man eben das Zentrum für politische Hammerbanden ein, damit sie auf dem Vorplatz des Studios so richtig Radau machen, bis auch der Naivste und Gutmütigste merkt, dass alles – und ich meine: wirklich alles – eine verquaste, verlogene, dummdreiste Kampagne gegen die größte Oppositionspartei in Deutschland ist. Organisiert, unterstützt und bezahlt natürlich von unseren Gebührengeldern. Wie spricht man also mit jemandem, den man eben gar nicht zu Wort kommen lassen will? Die ARD und Markus Preiß haben sich dazu etwas fast Originelles einfallen lassen: Einfach ein akustisches Umfeld schaffen, das jeden Gedanken von Alice Weidel zu verstehen unmöglich macht. Die machte übrigens trotz der unverschämten Widrigkeiten eine gute Figur. 

    Wenn man weiß, was für ein Flaggschiff das Sommerinterview in der sitzungsfreien Zeit des Bundestages für die ARD darstellt, bei ihm nichts dem Zufall überlassen wird, dann darf man davon ausgehen, dass alles genau so geplant war. Dass im Berliner Hauptstadtstudio weder ein Innenstudio zur Verfügung stand noch statt Umfeldmikrofonen Richtmikrofone verwendet werden konnten, glaubt bei einem jährlichen Etat von mehr als acht Milliarden Euro eh niemand mehr. Vor Aussendung die Tonspur von den Störgeräuschen zu reinigen, wäre ebenfalls eine leichte Aufgabe gewesen. Der Eindruck, dass sogar absichtlich der Ton von draußen hochgepegelt wurde, um die Interviewte eben nicht verstehen zu können, drängte sich förmlich auf. Aber natürlich werden die Damen und Herren von den Öffis ihre Hände wortgewandt in Unschuld waschen, man wird von Problemen sprechen, sich vielleicht sogar entschuldigen, aber niemand wird die Verantwortung dafür übernehmen, dass die ARD die Hilfe dieses Antifa-Zentrums in Anspruch genommen hat, das für sie die Drecksarbeit machte. Aber nicht nur für sie. Auch für die CDU, die SPD, die Grünen und wie die Nutznießer noch alle heißen.

    Damit ist zum gespenstischen Teil der Veranstaltung eigentlich alles gesagt. Eine Realsatire war es, weil sich der Fragesteller Markus Preiß nicht entblödete, Alice Weidel vorzuwerfen, die AfD wolle das Land polarisieren, während unten ein paar Schritte weiter ihre Gegner das kostbare und der ARD so ans Herz gewachsene Sommerinterview massiv und lautstark störten. Wer also für die Polarisierung bis hin zu Randale und Radau im öffentlichen Raum wirklich verantwortlich ist, wurde jedem Zuschauer eindringlich vor Augen geführt. Dass ein Markus Preiß seine eigene Vernageltheit nicht bemerkte, ist eben Teil des Problems und nur noch als Realsatire zu beschreiben. Es war ein Desaster für die ARD, für Markus Preiß, für das Hauptstadtstudio, für den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und das am 20. Juli, an dem Deutschland seines Widerstandes gegen jede Form staatlicher Unterdrückung gedenkt. Und so wurde der 20. Juli 2025 zu einem Offenbarungseid, bei dem nicht nur die staatlich finanzierten Schutztruppen der Antifa den Staatsmedien in die Hände spielten, auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dürfte dieser 20. Juli das endgültige Ende seiner bisherigen Existenz näher gebracht haben. An einem solchen Tag den Auftritt der größten demokratisch gewählten Oppositionspartei niederschreien zu lassen, kein Goebbels und kein Freisler hätten sich das schöner ausdenken können. Im Übrigen bin ich der Überzeugung: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört abgeschafft. Je schneller, desto besser.