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    Dienstag, 30. Juli 2024, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 30. Juli 2024

    Marcel Joppa im Gespräch mit Ahmet Refii Dener, Stefan Luft und Stefan Homburg – Kontrafunk-Kommentar: Roger Letsch

    In dieser Ausgabe sprechen wir mit dem Finanzwissenschaftler Prof. Stefan Homburg über die neuesten Enthüllungen durch die geleakten RKI-Protokolle. Die gestiegene Gefahrenlage durch die Stationierung von US-Marschflugkörpern in Deutschland bewertet der Politikwissenschaftler Dr. Stefan Luft. Wie ernst die Drohungen des türkischen Präsidenten Erdogan gegen die Regierung in Israel sind, erklärt der deutsch-türkische Unternehmer und Blogger Ahmet Refii Dener. Und Roger Letsch widmet sich in seinem Kommentar der Rolle großer amerikanischer Tech-Konzerne im Kampf für Diversität und Vielfalt.

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    Interview 1

    Stefan Homburg: Analyse der vollständigen RKI-Files

    Interview 2

    Stefan Luft: Tomahawks und Co. in Deutschland

    Interview 3

    Ahmet Refii Dener: Drohungen der Türkei gegen Israel

    Kommentar

    Roger Letsch: Woke goes broke

    Eine ganze Reihe großer amerikanischer Tech-Unternehmen hatte nach den Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Tod von George Floyd im Jahr 2020 erklärt, ihre Bemühungen zur Förderung von Vielfalt, Gleichheit (nicht zu verwechseln mit Gleichberechtigung) und Inklusion (Kurz: DEI) zu verstärken, darunter auch Schwergewichte der Branche wie Microsoft oder Google. Man postulierte, dass es in den USA und dem Westen ganz allgemein einen systemischen Rassismus gebe, der Nicht-Weißen, deren Vorfahren nicht mit der „Mayflower“ über den Atlantik gekommen waren, jede Karriere unmöglich mache. Die Aktivisten von Antifa und „Black Lives Matter“ sahen das genauso und zündeten die Innenstädte an. Wenn Polizeistationen brennen und die Staatsgewalt hilflos agiert, fragt man nicht nach Beweisen für Rassismus und Benachteiligung. Da muss eilig und am besten mit viel Geld gelöscht werden. Doch schauen wir uns die Führungsetage einiger der Unternehmen an, die seit 2020 Diversität geloben und gläserne Decken zu beseitigen versprechen. Der CEO von Microsoft heißt seit 2014 Satya Nadella, geboren in Hyderabad, Indien. Der CEO von Google LLC und der Holding Alphabet Inc. heißt Sundar Pichai. Auch gebürtiger Inder. Chef von Corona- und Homeoffice-Profiteur Zoom ist Eric Yuan, geboren in Shandong, China. All diese und noch viele mehr gingen nach Floyds Tod im Jahr 2020 also in sich und erkannten … was genau? Systemische Benachteiligung aufgrund von Hautfarbe oder Herkunft? Eine unauslöschliche Xenophobie im neokolonialistischen Westen, die Karrieren verhindert? 

    Oder doch vielmehr das „Angebot“ des instrumentalisierten, rasenden Mobs, der mit dem unterstellten Rassismus auch gleich den Kapitalismus abschaffen wollte, um die Verteilung der irdischen Güter in die eigenen – nicht ganz sauberen – Hände zu nehmen? Ein Angebot, das man besser nicht ablehnen sollte! 150 Millionen Dollar wollte sich allein Microsoft bis 2025 diese moralische Bußübung kosten lassen. Ein bisschen Schutzgeld, ein bisschen Frieden. Noch 2023 verkündete Microsoft Deutschland, die Diversitäts- und Inklusionsstrategie werde konsequent umgesetzt und gelebt. Zur Rassismus- und Kolonialismusbekämpfung gesellten sich Angebote für das ganze ABC der sexuellen Identitäten, die sich ob ihrer Unaussprechlichkeit mittlerweile als sicheres Passwort für jede Banking-App eignen würden. Die Anreize, sich durch das Identitäts-Türchen Zugang zu den beträchtlichen Ressourcen der Tech-Giganten zu verschaffen, werden natürlich immer größer und ragen störend ins Tagesgeschäft hinein. Eher still haben Firmen wie Google, Meta, Zoom und Wayfair ihr DEI-Team verkleinert. Microsoft wagt sich nun etwas weiter vor und steckt vorsichtig einen Zeh ins politische Wasser, um die Temperatur zu prüfen. Ist die Welt schon bereit für ein bisschen mehr Vernunft, ein Bisschen mehr Rationalität? Letzte Woche kam dann eine Pressemitteilung, in der es hieß: „Unsere DEI-Verpflichtungen bleiben unverändert bestehen. Unser Fokus auf Vielfalt und Inklusion ist unerschütterlich und so weiter und so fort. Das Wasser ist wohl noch zu heiß, also schnell wieder raus mit dem Zeh. Man hatte auch nicht das ganze „Team Diversity“ gefeuert. Lediglich zwei Mitarbeiter wurden entlassen. Man sendet also Signale an beide Seiten, hoffend, dass überall nur der Teil der Botschaft ankommt, der gefällt.

    Die Konservativen verstehen: Es ist vorbei mit DEI. Die Linken sind beruhigt: Es ist nur eine kleine Umstrukturierung, nichts Ernstes. Microsoft ist also weiter an Bord des schrillen Dampfers Vielfalt, auf dem gerade die Olympischen Spiele stattfinden. Immer mal wieder wird man die Lage testen und versuchen, in die Rettungsboote zu kommen, denn die Fahrt ist verdammt teuer und der Skipper fährt einen Kurs nahe den Klippen. Wir sollten also nicht zu sehr darauf hoffen, dass sich Unternehmen vom Kaliber Microsofts zu einem deutlichen „Es ist genug“ gegenüber den Diversity-Equity-Inclusion-Katechismen aufschwingen werden. Der Weg zurück zu Meritokratie und Freiheit führt nicht durch die Chefetagen jener Unternehmen, die lukrative Partnerschaften mit Behörden, Verwaltungen und staatsnahen NGOs zu verlieren haben, und deren Monopole auf die Duldung von Regierungen angewiesen sind. Solche ideologischen Überformungen lassen sich nur auf die gute, alte marktwirtschaftlich-freiheitliche Art abschütteln: durch mündiges Verhalten von Bürgern, Kunden und im Zweifelsfall auch Schülern! Gerade Letztere geben Anlass zur Hoffnung: Ein Flensburger Fördergymnasium wollte kürzlich unter dem Motto „Fördergym – wo Vielfalt zur Stärke wird“ ein DEI-Projekt der Spitzenklasse veranstalten. Daraufhin erkrankten 130 Schüler spontan und blieben dem Spektakel fern. Stell dir vor, es ist mal wieder Diversity – und keiner geht hin!