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    Donnerstag, 8. Mai 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 8. Mai 2025

    Benjamin Gollme im Gespräch mit Philipp Gut, Peter Hoeres und Beatrix von Storch – Kontrafunk-Kommentar: Cora Stephan

    Friedrich Merz hat es doch geschafft. Im zweiten Wahlgang wurde er zum zehnten deutschen Bundeskanzler gewählt. Er will mit Elan zur Tat schreiten und das Land voranbringen. Die oppositionelle AfD zweifelt an seinem Erfolg. Die stellvertretende Fraktionschefin der AfD im Bundestag, Beatrix von Storch, warnt: Die Koalition wird ein Rohrkrepierer. Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs. Achtzig Jahre später sprechen wir mit dem Historiker Prof. Peter Hoeres über die Bedeutung des Tages, mit dem auch dunkle Erinnerungen der Deutschen verbunden sind. Im Gespräch mit Dr. Philipp Gut geht es um bedrohte Männerbünde in der Schweiz, und Cora Stephan kommentiert Deutschland, das Land ohne Volk. 

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    Junge Freiheit – Wochenzeitung für Debatte

    Interview 1

    Beatrix von Storch: Chaostage in Berlin

    Interview 2

    Peter Hoeres: Gedenktag 8. Mai

    Interview 3

    Dr. Philipp Gut: Burschenschaften in der Schweiz

    Kommentar

    Cora Stephan: Deutschland – Land ohne Volk

    Damals hat er sich nichts dabei gedacht, der Volker, als er mit vielen anderen durch die Straßen zog und „Sieg im Volkskrieg!“ skandierte. Der Volkskrieg galt als edle Sache, auch der in Nicaragua, der 1979 die sandinistische Befreiungsfront an die Macht brachte. Das fand man damals in der Studentenbewegung klasse, dass das Volk sich erhob, selbst wenn es nur seine angemaßten Stellvertreter waren. Und heute? Heute leidet Volker unter seinem Namen. Volk, Volker, völkisch. Denn aus einem Verfassungsschutzbericht, der weithin nicht bekannt ist, außer vielleicht einem „Spiegel“-Redakteur, soll hervorgehen, dass die Alternative für Deutschland, zweitstärkste im Bundestag vertretene Partei, „gesichert rechtsextrem“ sei. Warum? Tja. Das ist es, was Volker beunruhigt. Weil sie „völkisch“ sei. Die AfD bestehe darauf, dass es eine historisch-kulturell hergeleitete Identität der Deutschen gibt. Damit hänge sie einem Volksbegriff an, der verfassungswidrig sei und gegen die Menschenwürde verstoße. Verfassungswidrig? Obwohl doch jeder Bundeskanzler mit oder ohne Hand auf der Bibel seinen Amtseid ablegt, wie soeben Friedrich Merz, mit der Formel: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden werde“ und so weiter?

    Im Grundgesetz findet sich das Wort Volk in Bezug auf die Deutschen gleich zwölfmal. „Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus“, heißt es da, und nicht etwa von der Bevölkerung, den Staatsbürgern oder der Zivilgesellschaft. Und will, wer etwa die Musik von Johann Sebastian Bach liebt oder Schillers „Lied von der Glocke“ auswendig sagen kann, wirklich leugnen, dass Deutschland Geschichte und Kultur hat? Nebenbei: Auch unsere Musik unterscheidet die deutsche Kultur von einer, in der Musik als „haram“ gilt, weil sie vom rechten Weg ablenke. Mit anderen Worten: „Es gehört mehr dazu, Deutscher zu sein, als einfach nur eine Staatsbürgerurkunde in der Hand zu haben“, so ein Mitglied des AfD-Bundesvorstands. Stimmt das etwa nicht? Oder gilt noch immer das Diktum der deutsch-türkischen Sozialdemokratin Aydan Özoguz, dass „eine spezifisch deutsche Kultur […], jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar“ sei? Nebenbei: Was ist eigentlich mit der Bezeichnung der Deutschen als „Tätervolk“? Wenn es kein deutsches Volk gibt, hat sich auch das offenkundig erledigt. Wer die Verbindung zu Geschichte und Kultur kappen will, zerreißt auch dieses Band.  

    Ach, was ist das für eine Farce. Natürlich gibt es ein deutsches Volk. Es gibt ja auch das Volk der Sorben. Das kurdische Volk. Das Volk der Jesiden. Warum dürfen ausgerechnet die Deutschen kein Volk sein? Wir erkennen einander ja nicht nur daran, dass Deutsche gern ihre Handtücher auf die Liegen am Pool legen. Und warum laden wir Männer aus frauenfeindlichen Kulturen zu uns ein, nachdem wir die deutschen Kerle in jahrelanger geduldiger Kleinarbeit zu schmeichelweichen Katerchen umerzogen haben? Ich bekenne mich schuldig: Das flotte Verschenken der deutschen Staatsbürgerschaft an Menschen, die sich weder integrieren können noch wollen, behagt mir nicht. Doch mit solchen Ansichten wird man heutzutage mit Windeseile gesichert rechtsextrem. Halten wir uns also besser an Angela die Große. Auf dem Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern im Februar 2017 verkündete Angela Merkel: „Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt.“ Ist Deutschland wirklich nicht mehr als ein Siedlungsgebiet? Naika Foroutan, Direktorin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung, das vom Bund mit reichlich Millionen Euro gepäppelt wurde, hat die Antwort: „Dieses Land gehört an sich niemandem.“ Vor allem nicht dem deutschen Volk.

    Der niederländische Autor Leon de Winter versteht diesen Nationalmasochismus nicht. „Deutschland, wenn du so weitermachst mit dem Herabwürdigen deiner eigenen Kultur, mit dem Ausweichen vor der dringenden Frage, wie du mehr Kinder hervorbringst, die mit Liebe deutsch sein wollen und die deutsche Kultur weitertragen möchten, dann wird in hundert Jahren niemand mehr Kafka oder Grass oder Goethe lesen. […] Dann hat Deutschland Selbstmord begangen“, schrieb er jüngst. Ach, es ist doch längst so weit. Man fürchtete in Großbritannien einst die deutsche Wirtschaftsmacht dank deutscher Ingenieurskunst – Stichwort „Made in Germany“. Davor muss man sich schon lange nicht mehr fürchten, denn siehe: Den Rest deutscher Tugenden und Errungenschaften räumen wir mittlerweile selbst ab. Deutschland ist wie der Scheinriese: Je näher man ihm kommt, desto kleiner wird er.