Skip to main content
Kontrafunk live hören
Kontrafunk live hören
Kontrafunk Livestream Player
die Nachrichten vom
14. Juni, 19 Uhr
die Nachrichten vom
14. Juni, 15:00 Uhr
die Nachrichten vom
14. Juni, 10:00 Uhr
    Freitag, 28. Februar 2025, 5:05 Uhr
    Freitag, 28. Februar 2025, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 28. Februar 2025

    Rommy Arndt im Gespräch mit Gerald Markel, David Biner und Alexandra Peiper – Kontrafunk-Kommentar: Alexander Meschnig

    In Österreich haben sich ÖVP, SPÖ und NEOS letztendlich doch auf eine Dreier-Koalition geeinigt. Kann diese Regierung die Probleme des Landes lösen? Wir fragen nach beim Unternehmer und Politikblogger Gerald Markel. Im Kommentar des Tages beurteilt Alexander Meschnig die allgegenwärtige Gefahr islamistischer Anschläge in Deutschland und eine Gesellschaft, die sich falsche Feindbilder aufschwatzen lässt. Der aussichtsreiche rumänische Präsidentschaftskandidat Călin Georgescu wurde überraschend verhaftet. Unsere Korrespondentin Alexandra Peiper berichtet über die Situation in Rumänien nach seiner Festnahme. Und über die Entwicklungen im Schweizer Bundesrat setzt uns Weltwoche-Reporter David Biner ins Bild.

    Interview 1

    Gerald Markel: Dreier-Koalition in Österreich

    Interview 2

    Alexandra Peiper: Lage in Rumänien

    Interview 3

    David Biner: Schweizer Bundesrat

    Kommentar

    Alexander Meschnig: Gewalträume

    Die Nachrichtenlage in Deutschland ist in den letzten Monaten von einer geradezu unglaublichen Verrohung des Alltags bestimmt: Messerstechereien, Vergewaltigungen, Terrorattentate mit Autos und Stichwaffen, Gewaltkriminalität. Die täglichen Nachrichten sind bestürzende Botschaften aus einer Welt, die in Deutschland mit den Massen vor allem arabisch-afrikanischer Jungmänner und radikaler Islamisten Einzug gehalten hat. Die politische Führung tut seit Sommer 2015 alles dafür, diese verheerenden Entwicklungen weiter zu beschleunigen. Außer den üblichen Absichtserklärungen folgte nach den Morden von Aschaffenburg und München oder zuletzt nach dem Messerangriff am Holocaustmahnmal in Berlin nichts Konkretes. Der größte Teil der Zivilgesellschaft sieht weiter zu, wie eine über Generationen geschaffene Welt, an erster Stelle ein Leben in Sicherheit und Frieden, sich immer mehr auflöst. Man demonstriert lieber gegen die AfD und allgemein gegen rechts. Verstärkt wird diese Haltung durch die linksgrün dominierten Medien in ihrer Mischung aus infantiler Weltsicht, pauschalem Antirassismus und einem ins Pathologische gehenden Selbsthass.

    Die radikalen Islamisten, die aktuell über die deutschsprachige Plattform „Al Saif Media“ Muslime anweisen, in Deutschland mit Autos und Messern Anschläge zu verüben, haben immer offen ausgesprochen, was sie vorhaben und was sie leitet. Der Islamische Staat zielt darauf, unsere westliche Gesellschaft von innen zu zerstören, nachzulesen etwa im Management of Savagery, einer Gebrauchsanleitung für Dschihadisten, die vermehrt Angriffe auf sog. „weiche Ziele“ empfiehlt, also Bahnhöfe, Restaurants, Musikklubs, Fußgängerzonen, aber auch Umzüge und Weihnachtsmärkte. So schwer es uns fällt zu begreifen und zu akzeptieren: eine Welt, in der wir aus Sicht der anderen, die inzwischen unter uns sind, als Ungläubige und damit als Feinde gelten, wird uns und unsere Gesellschaft verändern, unabhängig von der Frage, ob wir das wollen oder nicht. Wir können nicht mehr die bleiben, die wir waren. Alle Werte, die unsere Zivilisation lebenswert machen (Toleranz, Liberalität, Dialog, Konsens, Kooperation, Rechtssicherheit), sind plötzlich Elemente von Schwäche geworden und versagen dabei, Strategien im Umgang mit einem Akteur zu finden, der in uns seinen Feind sieht. Wir befinden uns, das darf man wohl schließen, heute in einem asymmetrischen Krieg, der längst in unseren Städten angekommen ist.

    Der gegenwärtige Terror ist eine Art Kollateralschaden der Implosion der islamischen Welt, die an ihren eigenen toxischen Widersprüchen zerbricht. Der Terror in unserer Mitte ist aber auch die Folge der massenhaften Migration Millionen muslimischer Einwanderer nach Westeuropa, die ihre Einstellungen, Werte, politischen und religiösen Dispositionen mitbrachten. Die (linken) Debatten um Integration und Verständigung übersehen dabei immer noch das entscheidende Moment in der Auseinandersetzung: die islamische Kritik an der Dekadenz des Westens und den Wunsch nach Differenz, nicht nach Integration. Die Tatsache, dass die Attentäter der letzten Monate seit Jahren in Deutschland gelebt haben, aber niemals Teil der einheimischen Gesellschaft wurden, zeigt, worin die größte Gefahr besteht: In der weiteren Reproduktion von Milieus, die keinerlei Bindung an den Staat haben und keine Loyalität kennen, außer zu ihren familiären Kreisen oder ethnisch-religiösen Gruppen. Inzwischen sitzen Hunderttausende von jungen Männern, viele mit vollkommen unrealistischen Vorstellungen über ihr Zielland, ohne Sprachkenntnisse oder Arbeitsqualifikationen, frustriert und ausgeschlossen vom gesellschaftlichen Reichtum in Massenunterkünften, alles ideale Voraussetzungen für die Anwerbung durch Radikale.

    Können wir dieser Entwicklung noch gegensteuern? Zunächst müssen wir uns wohl von vertrauten Dingen verabschieden. Für eine kurze Zeitspanne, die für uns alle prägend war, haben wir in einer Zone des Friedens, der Sicherheit und des allgemeinen Wohlstandes gelebt. Wir haben darüber aber „vergessen“, dass das nicht der historische Normalzustand ist. Bereits heute können wir sehen, wie sich unsere Welt verändert: Sicherheitskontrollen, Kameras in öffentlichen Räumen, private Aufrüstung durch Überwachungselektronik, Schutz von Krankenhäusern, Schulen, Sozialämtern, zentralen Plätzen. Die Dynamik der Erosion unseres Gemeinwesens könnte wohl nur durch einen gemeinsamen Kraftakt eines hoffnungslos gespaltenen Landes unterbrochen werden. Dazu würden aber politische „Formen der Grausamkeit“, Abschiebehaft, konsequente Rückführungen, Aufkündigung von Entwicklungshilfe bei Nichtkooperation, Isolierung potenzieller Attentäter vor einer eventuellen Tat, Streichung finanzieller Mittel bei Ausreisepflichtigen, Anwendung von staatlicher Gewalt bei illegalem Grenzübertritt, gehören. Ist Deutschland und seine künftige politische Führung mental dazu in der Lage, alle diese notwendigen Handlungen umzusetzen? Kaum zu glauben. Das eigentlich Fatale unserer Situation besteht aber darin, dass große Gruppen in der eigenen Bevölkerung dem, was es zu verteidigen gilt, in Feindschaft gegenüberstehen und jede Form des Widerstandes gegen die aktuellen Entwicklungen als rassistisch, rechts oder Nazi diffamieren. Der amerikanische Zivilisationshistoriker Will Durant hat so wahrscheinlich recht, wenn er schreibt: „Eine große Zivilisation wird nicht von außen erobert, bevor sie sich nicht selbst von innen zerstört hat.“ Umso wichtiger ist es, dass jetzt jeder seine Stimme erhebt, denn es ist absolut inakzeptabel, der eigenen Selbstzerstörung ohne Widerstand zuzusehen.