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    Dienstag, 13. Mai 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 13. Mai 2025

    Marcel Joppa im Gespräch mit Hans-Jürgen Irmer, Alexander Neu und Wolfgang Drechsler – Kontrafunk-Kommentar: Markus Vahlefeld

    Deutschlands Kanzler Friedrich Merz hat eine Migrationswende versprochen, doch davon ist nicht mehr viel übrig. Einschätzungen dazu von Hans-Jürgen Irmer, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und Experte für Inneres. US-Präsident Donald Trump will weißen Migranten aus Südafrika die Einreise in die USA erleichtern, weil sie in ihrer Heimat diskriminiert werden. Über die Situation vor Ort berichtet Afrika-Korrespondent Wolfgang Drechsler. Albanien ist Nato-Mitglied und möchte in die EU, gleichzeitig herrschen dort Armut und Korruption. Für den Westen ist das Balkanland dennoch von großer strategischer Bedeutung. Dr. Alexander Neu, Balkankenner und ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Linken, erläutert die Hintergründe. Und Markus Vahlefeld widmet sich in seinem Kommentar dem Angriff öffentlich-rechtlicher Medien auf kritische Youtuber am Beispiel Jan Böhmermann.

    Interview 1

    Hans-Jürgen Irmer: Wo bleibt die Migrationswende?

    Interview 2

    Wolfgang Drechsler: Donald Trump kontra Südafrika

    Interview 3

    Alexander Neu: Albanien – korrupter Partner der EU?

    Kommentar

    Markus Vahlefeld: Böhmermanns staatsfinanzierter Kampf

    Kennen Sie den Begriff „Gegneranalyse“? Er klingt nach Geheimdienst und DDR. Dabei kommt er nicht aus dem Reich Honeckers, sondern gehört zu den wichtigen Aufgaben der sogenannten liberalen Demokraten. Geprägt hat den Begriff „Gegneranalyse“ das Grünen-nahe Zentrum Liberale Moderne, das vom ehemaligen Chef der Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks, und seiner Ehefrau, der langjährigen Grünen-Abgeordneten Marieluise Beck, gegründet wurde. Gegneranalyse ist genau das, was die Politik so gerne machen würde, was ihr aber in einer Demokratie nicht erlaubt ist. Deswegen erfindet sie Begriffspaare wie „Hass und Hetze“, sucht nach Idioten, die an ihre Lügen glauben, und outsourct die Gegneranalyse an die Institutionen der sogenannten Zivilgesellschaft. An das Zentrum Liberale Moderne – natürlich mit Millionen von Regierungsgeldern finanziert – oder eben an das ZDF. Einer der Zuarbeiter des ZDF-Intendanten Norbert Himmler, Jan Böhmermann, tut sich gerne hervor, wenn es darum geht, die zivil-totalitäre Funktionsweise der sogenannten liberalen Demokratie zu exekutieren. Dann beleidigt er in seiner ZDF-Sendung eine Biologin, die die Zweigeschlechtlichkeit verteidigt, als Scheißhaufen, oder stellt sich mit einer unsäglichen Diffamierungskampagne in den Dienst der damaligen deutschen Innenministerin Nancy Faeser, die unbedingt den Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, loswerden wollte.

    Gegneranalyse ist für diese Art moderner Stasi-Persönlichkeiten, wie sie Jan Böhmermann perfekt repräsentiert, ein großer Spaß. Modern deswegen, weil es diese nie lustige, meist manisch-depressiv wirkende, vor allem aber zu Immobilienwohlstand gekommene und trotzdem verwahrloste Persönlichkeitsstruktur eines Jan Böhmermann in der DDR schlicht nicht gab. Die sogenannte liberale Demokratie hält sich diesen neuen Typus, der eben der moderne Nachfolger eines Karl-Eduard von Schnitzler vom schwarzen Kanal im DDR-Fernsehen ist. Und ob wir wollen oder nicht, diese liberale Demokratie sind wir alle, die wir diesen Typus mit unseren Zwangsgebührengeldern finanzieren müssen. Das ist das Perfide an unserem System, dass es uns alle zu Mittätern macht. Nun also hat Jan Böhmermann in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung „Die Zeit“, die bekanntlich ebenfalls ein wichtiger Akteur der sogenannten Zivilgesellschaft ist, einen bisher anonymen Youtuber, der den Kanal Clownswelt betreibt, identifizierbar gemacht. „Doxing“ nennt man das auf neudeutsch, und es beschreibt das internetbasierte Zusammentragen und anschließende Veröffentlichen personenbezogener Daten, typischerweise mit bösartigen Absichten. Eigentlich ist es nach Paragraf 126a StGB strafwürdig. Hätte Jan Böhmermann eine Transperson mit falschem Vornamen angesprochen, müsste er sicher mit einer Hausdurchsuchung rechnen.

    Aber im berühmten Kampf „gegen rechts“ gelten natürlich ganz andere Maßstäbe. Die Rückendeckung vom Intendanten bis zum Justizapparat dürfte Jan Böhmermann und den Schergen von der „Zeit“ sicher sein. Gesichert hinterhältig und noch gesicherter widerlich ist es allemal, aber das gehört eben zur Funktionsweise der sogenannten liberalen Demokraten, ihre Widerlichkeiten damit zu rechtfertigen, dass sie ihren Gegnern all das in vorauseilendem Abwehrkampf unterstellen, was sie just selbst machen. Der Kanal Clownswelt ist so harmlos und von der Meinungsfreiheit so gedeckt, wie es auch der Kanal der Youtuber Hoss & Hopf war, gegen den das Magazin „Stern“ vor Monaten eine Kampagne startete, oder eben wie es die wissenschaftliche Auffassung der Biologin war, die die Zweigeschlechtlichkeit verteidigte. Die Gegneranalyse eines Jan Böhmermann im Verbund mit der „Zeit“ deckt auch nichts auf, was einen Sack Reis in China wieder aufrichten würde. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht ihnen nur um die Verengung des Korridors, in dem Dinge noch gesagt werden können. Es geht ihnen um Angst und Meinungsunterdrückung.

    Bereits die drei deutschen Staatsanwälte, die im Zuge einer US-Dokumentation über den neuen deutschen Unterdrückungsstaat traurige Berühmtheit erlangten, gaben vor laufenden Kameras feixend zu, dass allein schon die Handybeschlagnahmung bei Hausdurchsuchungen Unschuldiger eine Strafe darstelle. Genau das ist das Diffundieren des Rechtsstaates in den Unrechtsstaat hinein: wenn bereits die Verfolgung ganz bewusst als Strafe eingesetzt wird. Oder eben das „Doxing“. So hoffe ich, dass man Jan Böhmermann zwar nicht offiziell, aber doch öffentlich als einen der treuesten Mitarbeiter der Staatssicherheitszentrale ZDF nennen darf. Im Übrigen bin ich der Meinung, der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss zerschlagen werden.