Kontrafunk aktuell vom 16. September 2025
Nach den Wahlerfolgen in NRW erläutert AfD-Landeschef Dr. Martin Vincentz die Pläne der Partei. Das BSW verliert in Ostdeutschland an Vertrauen – auch wegen seiner Haltung zur AfD. BSW-Landeschef John Lucas Dittrich sagt, ob sich das bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ändert. Der Historiker Prof. Peter Hoeres erörtert, warum die Bundeszentrale für politische Bildung zunehmend nach links rückt, und Florian Machl kommentiert den Machtverlust der österreichischen Regierung in aktuellen Umfragen.
Martin Vincentz: Die AfD ist im Westen angekommen
John Lucas Dittrich: Das BSW muss aus alten Fehlern lernen
Peter Hoeres: Linke Einflussnahme der Bundeszentrale für politische Bildung
Florian Machl: Österreichs Regierung im Sympathiesturzflug
Jüngste Umfragen aus Österreich zeigen, dass die „Ömpel-Koalition“ die mehrheitliche Zustimmung der Bevölkerung verloren hat. Nach nur einem halben Jahr ist die Unterstützung für die Regierung auf 49 Prozent gefallen – und dieser Wert betrifft in Summe die drei Parteien ÖVP, SPÖ und Neos. Die Umfrage wurde von der reichweitenstarken „Kronen-Zeitung“ in Auftrag gegeben und vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse anhand von 1500 Befragungen durchgeführt. Am meisten in der Wählergunst eingebüßt hat die ÖVP, die seit den Wahlen gleich 5 Prozent verlor und auf 21 Prozent steht. Die SPÖ verlor 3 und kam in der Umfrage auf 18 Prozent. Nur die Neos sollen dazugewonnen haben und jetzt mit plus 1 auf 10 Prozent stehen – ein sehr fraglicher Wert, denn die Minister dieser globalistischen Kleinpartei gelten in Österreich als besonders verhasst. Doch auch die Führungsfiguren von ÖVP und SPÖ geben ein äußerst schlechtes Bild ab. ÖVP-Chef Stocker sieht man in jeder Minute an, dass er als Notlösung in dieses Amt gedrängt wurde. Er ist weder charismatisch noch ein guter Redner, und er hat auch keine Themen, welche die Menschen begeistern könnten. In einer Zeit der Wirtschaftsrezession mit Österreich als Schlusslicht der Euro-Zone ist seine Parole: „Die Zeiten werden in den kommenden Jahren schwierig bleiben“, Österreich müsse sparen. Richtiggehend erschütternd ist das Auftreten von SPÖ-Chef Babler. Dieser verkündete: „Es wird ein hartes Tal sein, durch das wir gehen müssen.“ Mit „wir“ meint der Gagen-Kaiser aber weniger sich und seinesgleichen, sondern die einfachen Staatsbürger.
Speziell die großen Altparteien werden aus traditionellen Gründen von älteren Menschen gewählt. Doch genau jene, die Österreich mit Fleiß und viel Steuergeld aufgebaut haben, stößt man jetzt vor den Kopf. Pensionisten zählen zu den großen Verlierern der Reformpläne. So darf es nicht verwundern, dass 72 Prozent der Menschen die Sparmaßnahmen der Regierung als falsch einstufen. All dem gegenüber steht eine Partei, die scheinbar alles richtig macht. Man hört auf die Sorgen der Bevölkerung, hat ein offenes Ohr und präsentiert immer wieder Konzepte, die sinnvoll und gangbar erscheinen. Vor allem die Feststellung, dass Österreich kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem hat, dürfte punktgenau zutreffen. ÖVP und SPÖ müssen eine riesige Klientel mit Förderungen und Versorgungsposten zufriedenstellen – obwohl das Geld dafür nicht wirklich da ist. Die Freiheitlichen hingegen zeigen auf, dass man mit fortschreitenden Milliardenausgaben für das Migrationsexperiment keinen Staat machen kann. Ebenso stehen die Militarisierungspläne in der Kritik. Für die Beteiligung an der Sky-Shield-Initiative von EU und Nato werden über sieben Milliarden Euro Kosten erwartet. Dass man einerseits bei den Ärmsten spart und andererseits das Geld mit beiden Händen für ideologische Projekte verteilt, verstehen in Österreich immer weniger Wähler.
Aus all dem resultiert eine aktuelle Zustimmung von 36 Prozent zur FPÖ unter Parteichef Herbert Kickl. Und bei der sogenannten Kanzlerfrage kam Kickl mit extremem Abstand zu allen anderen Parteivorsitzenden auf 27 Prozent – Stocker folgt erst mit mageren 13 Prozent. Der Wille der Bevölkerung ist also eindeutig – und es zeigt sich wieder einmal, dass er durch die „Ömpel“-Regierungsbildung nicht umgesetzt wird. Diese Koalition handelt gegen die Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung – und auch das ist vielen klar. So fürchten bereits 45 Prozent, dass diese Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode hält. Ganze 61 Prozent trauen ihr laut Umfrage wörtlich nicht zu, einen Turnaround zu schaffen. Während die „Kronen-Zeitung“ festhält, dass in diesem Jahrhundert noch nie eine Regierung so schnell die Mehrheit verloren habe, unterhält uns der linksliberale „Standard“ mit folgender Schlagzeile: „Plötzlich Sparmeister – was macht Finanzminister Marterbauer so erfolgreich trotz schlechter Bedingungen?“ Für diesen Qualitätsjournalismus gibt es gewiss wieder eine stattliche Fördersumme – während man beim Volk ganz dringend sparen muss.
