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    Mittwoch, 17. September 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 17. September 2025

    Wenn nicht kritisch geforscht werden kann, wird der Islamismus weiter erstarken, warnt die Ethnologin Susanne Schröter, deren Forschungszentrum „Globaler Islam“ geschlossen werden soll. Der Politikwissenschaftler Alexander Straßner analysiert die linksextremen Motive hinter dem jüngsten Brandanschlag in Berlin. Martina Binnig wirft einen kritischen Blick auf Innovationen mit dualem Verwendungszweck. Und Andreas Schöfbeck sieht einen möglichen Ausweg aus der Krise des deutschen Gesundheitssystems.

    Interview 1

    Susanne Schröter: Islamismusforschung mit Maulkorb

    Interview 2

    Alexander Straßner: Linksextremer Brandanschlag in Berlin

    Interview 3

    Andreas Schöfbeck: Deutsches Gesundheitssystem in der Krise

    Kommentar

    Martina Binnig: Innovationen mit doppelter Nutzung

    Anfang September hat die Nato im Rahmen eines Wettbewerbs fünfzehn Unternehmen ausgewählt, die sie künftig über ihren Verteidigungsinnovationsbeschleuniger namens Diana mit jeweils 300.000 Euro unterstützen will. Von den glücklichen Gewinnern, die auch Zugang zu den Nato-Testzentren erhalten, kommen gleich drei aus dem Gesundheitsbereich. Die Nato fördert nämlich gezielt Technologien mit dualem Verwendungszweck, die sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich eingesetzt werden können. Nun ist es nichts Neues, dass Erfindungen, die mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, militärischen Ursprungs sind – wie etwa das Internet, die Mikrowelle oder das Klebeband. Doch wahr ist auch: Investitionen müssen sich irgendwann lohnen. Nur deswegen wurde zum Beispiel die hochriskante mRNA-Impfstofftechnologie mit aller Gewalt zur Marktzulassung gebracht: Die gigantischen Summen, die in dieses Produkt aus der Biowaffenforschung geflossen waren, mussten sich einfach endlich rentieren. Durch die Ausrufung der Corona-Pandemie konnten dann die bis dahin üblichen Sicherheitsstandards für die Zulassung von Medikamenten ausgehebelt werden, wobei buchstäblich über Leichen gegangen wurde. 

    Deswegen ist es keineswegs marginal zu wissen, welche Gesundheitstechnologien mit doppeltem Verwendungszweck aktuell in den Startlöchern stehen und früher oder später vermutlich auch vermarktet werden. Als besonders zukunftsträchtig und damit lukrativ gelten derzeit offenbar neben Roboteranzügen, die die Bewegungen und die Körperkraft des Trägers verstärken, KI-gestützte tragbare Geräte für die Fernüberwachung von Patienten. Eines der von der Nato gepushten Unternehmen, ein Start-up mit Sitz in Frankreich, hat zum Beispiel eine Technologie entwickelt, durch die Ärzte Schlaf- und neurologische Störungen von Patienten jederzeit und von überall verfolgen können. Und ein US-Biotechunternehmen wurde wegen eines Produkts ausgewählt, das die Fernbeurteilung und Behandlungsüberwachung von Personen mit Strahlenkrankheit etwa nach einer radioaktiven Kontamination ermöglicht. 

    Außerdem subventioniert der Nato-Verteidigungsinnovationsbeschleuniger, dessen Name sicher nicht ganz zufällig auf die Jagdgöttin Diana anspielt, eine Firma, die ein drahtloses tragbares Ultraschallgerät zur Herzüberwachung konstruiert hat, mit dem frühe Anzeichen von Unregelmäßigkeiten erkannt werden können, bevor traditionelle Vitalparameter wie Blutdruck oder Herzfrequenz auffällig werden. Elektronische Nasen zur Früherkennung und genauen Diagnose von Krankheiten gehören ebenfalls zu den Innovationen mit doppeltem Verwendungszweck, die Diana in seinem Herausforderungsbereich „Menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ voranbringen will. Diese Messgeräte ahmen die Art und Weise nach, wie Hunde ihr Riechorgan nutzen, um Krankheiten anhand von Geruchssignaturen festzustellen.

    Daneben fördert Diana innovative Speichermöglichkeiten für die weltweit immer schneller anwachsenden Datenberge, wie beispielsweise synthetische DNA, die vergleichbar der DNA in lebendigen Organismen riesige Datenmengen auf kleinstem Raum speichern kann. Dadurch könne man ein ganzes Rechenzentrum in die Größe eines Zuckerwürfels packen, heißt es auf der Diana-Website. Auch winzige Kameras, die im Infrarotbereich funktionieren und von Drohnen mitgeführt werden können, stehen bei Diana hoch im Kurs. Kurz: Diana giert nach Daten. Gut denkbar, dass das Tragen von Gesundheitstrackern in den nächsten Jahren massiv propagiert und nicht nur zum Wohle der eigenen Gesundheit angepriesen wird: Die ständige Datenerhebung könnte auch als Dienst am vermeintlichen Allgemeinwohl zumindest moralisch verpflichtend werden. Die neuen „Ungeimpften“ wären dann diejenigen, die ihre Gesundheitsdaten nicht rund um die Uhr zur Verfügung stellen.