Kontrafunk aktuell vom 19. September 2025
In den USA wird am Sonntag der ermordete Aktivist Charlie Kirk beerdigt. USA-Korrespondentin Susanne Heger berichtet Näheres. Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität Frankreichs herabgestuft. Droht eine weitere Euro-Krise? Eine Einschätzung dazu von Prof. Thomas Mayer vom Flossbach von Storch Research Institute. Markus Vahlefeld widmet sich im Kommentar einem syrischen Flüchtling, der erst einen Preis für gelungene Integration erhalten hat und dann den Landtag von Hannover beschmierte. In vielen Gegenden der Schweiz herrscht Wohnungsknappheit. Die Ursachen dahinter und die Versäumnisse der Politik erläutert Wirtschaftswissenschaftler Prof. Reiner Eichenberger.
Susanne Heger: Charlie Kirks Beerdigung
Thomas Mayer: Droht eine neue Euro-Krise?
Reiner Eichenberger: Wohnungsnot in der Schweiz
Markus Vahlefeld: Preisgekrönter Syrer beschmiert Landtag
Schon seit Jahren wohnen wir Deutschen unserem eigenen Auffahrunfall in Zeitlupe bei. Das ist aus soziologischer Perspektive hochinteressant, als Deutscher, der ich bin, kann ich aber eine gehörige Portion Frustration nicht verbergen. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Unfall steuert die sogenannte Zivilgesellschaft bei, die ja nichts mit einer Bürgergesellschaft zu tun hat, sondern im Gegenteil ein Aktionsbündnis gegen die Bürger des Landes bildet. Warum so viele Menschen gegen sie nicht aufzustehen bereit sind – und sei es nur, indem sie den Verantwortlichen, also den Altparteien, ihre Stimme versagen –, hat sehr viel mit der menschlichen Eigenschaft zu tun, das einmal als richtig Geglaubte nicht verlieren zu wollen. Und wenn dann die Wirklichkeit einbricht – oder wie Robert Habeck es einst formulierte: wenn man von der Wirklichkeit umzingelt ist –, dann ist Ignoranz ein komfortabler Schritt, der direkt in die Lüge führt. Die „Omas gegen rechts“ sind so ein Fall, den man eher als psychiatrisches Phänomen untersuchen sollte. Wenn sie, sobald ein sogenannter Flüchtling zur öffentlichen Schreckenstat geschritten ist, am nächsten Tag eine Demonstration „gegen rechts“ anzetteln, dann dient das allein der Wiederherstellung ihres Glaubens, der nur mithilfe einer erheblichen kognitiven Dissonanzreduktionsleistung neu geölt wieder funktionieren kann.
In Deutschland muss alles, was nicht deutsch ist, was nicht christlich ist, was „bunt“ ist, als gut und progressiv markiert werden. Das ist eine der entscheidenden Bürgerpflichten, um das Projekt durchzusetzen, dem Angela Merkel vor mehr als zehn Jahren Tür und Tor geöffnet hat. 2015 waren es die vielen großartigen Nachrichten über Flüchtlinge, die Taschen voller Bargeld auf der Straße fanden und als ehrliche Finder zur nächsten Polizeistation trugen. Integrationspreise wurden ausgelobt, Sprachfortschritte wie olympische Siege gefeiert, und jede skeptische bis feindliche Regung der autochthonen Bevölkerung als böser Rassismus gebrandmarkt. Das Offene-Grenzen-Projekt Merkels benötigte natürlich einen Gefühlsteppich, einen Resonanzboden, um bei den Teddybärchen werfenden jungen Mädchen am Münchner Hauptbahnhof zu verfangen. Dass Deutschland ein Rassismusproblem habe, dass die Deutschen fremdenfeindlich seien, immer noch verkappte Antisemiten, das musste so lange in die Hirne gehämmert werden, bis das Misstrauen gegen das Eigene größer war als die Vorsicht vor dem Fremden.
Die Blaupause dafür ist jedoch viel älter und geht vielleicht auf Rot-Grün unter Gerhard Schröder zurück, der bereits im Jahr 2000 zu einem Aufstand der Anständigen aufrief. Ein Brandanschlag auf die Synagoge in Düsseldorf war der Impuls für diesen Aufstand, der zu bundesweiten Lichterketten und Demonstrationen führte. Als dann einige Wochen später zwei Tatverdächtige festgenommen wurden, die marokkanische und palästinensische Wurzeln hatten, gingen die Lichterketten stillschweigend wieder aus, natürlich ohne dass die Politik und die damalige Zivilgesellschaft vergaßen, davor zu warnen, im „Kampf gegen rechts“ nachzulassen. Dieses Muster haben die heutigen „Omas gegen rechts“ erfolgreich übernommen. So oder ähnlich geht es jedes Jahr. Nun ereignete sich wieder so ein vielsagender Fall, und zwar der des 25-jährigen Mohammad K., eines gebürtigen Syrers, der noch 2022 einen Integrationspreis verliehen bekam, von keinem Geringeren als dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD). Er wurde als „Beispiel gelungener Integration“ durchs Dorf getrieben und seine Geschichte als „besonders berührend und bemerkenswert“ gepriesen. Dabei fiel Mohammad K. die letzten Jahre immer wieder durch lautstarke Beschimpfungen und Drohgebärden gegenüber Gegendemonstranten auf. Und nun saß Mohammad K. auch wirklich mal vor Gericht, weil er den niedersächsischen Landtag großflächig beschmiert hatte, natürlich mit der signalroten Parole „Free Gaza“. Kosten der Wiederherstellung der Landtagsfassade: 70.000 Euro. Die Strafe für Mohammad: eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro, ausgesprochen erst vor wenigen Tagen.
Und wenn sich die Politik mit ihrer Zivilgesellschaft schon selbst feiert und sich vor lauter Freude am Integrationserfolg auf die Schultern klopft, warum zahlen diese Lügenbarone eigentlich die nun fehlenden 68.000 Euro für die Herstellung der Landtagsfassade nicht aus ihrer eigenen Tasche? Warum muss dafür wieder der Steuerzahler herhalten? Obwohl er niemals in die Situation geraten wird, derartige Erfolgspreise verliehen zu bekommen. Im Gegenteil: Sie sind gegen ihn gerichtet, denn das Einzige, was er haben soll, ist das schlechte Gewissen, Deutscher zu sein. Ohne dieses schlechte Gewissen würde das Großvorhaben Buntland nämlich schon lange zu Ende sein.
