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    Mittwoch, 2. Juli 2025, 5:05 Uhr
    Mittwoch, 2. Juli 2025, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 2. Juli 2025

    Gernot Danowski im Gespräch mit Dominik Feusi, Richard Drexl und Steffen Loos – Kontrafunk-Kommentar: Cora Stephan

    Die ehemalige Schweizer Verteidigungsministerin Viola Amherd steht wegen des Kaufs der F-35-Jäger in der Kritik. Was das für Folgen hat, erläutert Dominik Feusi, stellvertretender Chefredaktor des Magazins „Nebelspalter“. Für die Neuaufstellung der deutschen Bundeswehr stehen Hunderte von Milliarden Euro bereit. Richard Drexl, Oberst a. D., zeigt auf, welche radikalen Strukturreformen jetzt notwendig sind. Geht uns bald das Grundwasser aus? Der Geologe Steffen Loos analysiert, ob es wirklich so schlimm ist. Und Cora Stephan kommentiert die deutsche Energiewende unter dem Titel: Abschreckung statt Leuchtturm.

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    Interview 1

    Dominik Feusi: F-35-Debakel im Schweizer Departement für Verteidigung

    Interview 2

    Richard Drexl: Strukturreform der Bundeswehr

    Interview 3

    Steffen Loos: Wird das Grundwasser knapp?

    Kommentar

    Cora Stephan: Deutsche Energiewende – Abschreckung statt Leuchtturm

    Deutschland ist auf dem Sonderweg. Das ist keine bloße Behauptung mehr. Die deutschen Politiker sind volle Lotte auf einem Sonderweg. Die schon länger hier Lebenden ahnen es, ja manche wissen es sogar: Die sogenannte Energiewende ist nichts als politische Ideologie und widerspricht allem, was naturwissenschaftlich so Sache ist. Energie lässt sich nicht wenden. Und sie darf nicht von völlig volatilen Kräften abhängig sein. Man erinnere sich: Der Weg aus der Knechtschaft begann nicht mit der Erfindung der Windmühle, sondern im 18. Jahrhundert mit dem Bergbau, also mit Kohle, mit der man Dampfmaschinen betreiben konnte. Kohle ermöglichte eine kontinuierliche Energieversorgung, die unabhängig von Wetter oder Standort war. Das kapitalistische Wirtschaftswunder kam in die Welt und damit Wohlstand für die meisten Menschen.

    Heute will man in Deutschland, einst reich mit Kohle versorgt durch den Bergbau im Ruhrgebiet oder in Schlesien, möglichst sofort weg von der Kohle. Und weg vom Öl. Und vom Gas, vor allem dem aus Russland. Und Atomstrom kommt uns erst gar nicht ins Haus, nur im äußersten Notfall, also ziemlich häufig, dafür haben wir ja die Kernkraftwerke bei unseren Nachbarn. Denen macht das offenbar nichts aus, dass so ein Kernkraftwerk gefährlich ist. Wir bleiben sauber und verschandeln Landschaft und Boden mit sogenannten Windparks und versiegeln Wiesen mit Solarpaneelen. Und wollen damit aller Welt ein Vorbild sein, so, wie es sich gehört fürs deutsche Wesen. Doch jetzt gibt es eine große Klatsche. Eine aktuelle Umfrage des Weltenergierats, wie sie alle vier Jahre unternommen wird, zeigt, dass unsere europäischen Nachbarn unseren Sonderweg, auf den wir so stolz sind, keineswegs goutieren. Die mehr als hundert internationalen Experten glauben zum einen nicht, dass das deutsche Experiment klappt. Sie sehen zum zweiten wirtschaftliche Nachteile nicht nur für die Deutschen selbst. Und sie nehmen in Sachen grenzüberschreitender Kooperation in Energiefragen Deutschland nicht als einen guten Nachbarn wahr. 

    Deutschland wird 2030 80 Prozent Ökostrom erreichen? Das glaubt noch nicht einmal die Hälfte der Befragten. Deutschland wird bis 2030 eine 65-prozentige CO₂-Reduktion vollziehen? Das bezweifeln 74 Prozent. Und Klimaneutralität bis 2045 – was immer das sein soll? 79 Prozent der Experten husten uns was. Wunderlich ist höchstens, dass immerhin noch 32 Prozent in diesem Irrsinn wirtschaftliche Vorteile für Deutschland erkennen. Was unsere Nachbarn verständlicherweise besonders nervt, ist die mangelnde Abstimmung mit ihnen, obwohl man doch gern auf sie zurückgreift, wenn es eine Dunkelflaute gibt. Und deren Netz man im Gegenzug überfrachtet, wenn es zu viel Wind und Sonne gegeben hat. Und niemand versteht, dass ein Land, das damit einst führend war, aus der Atomkraft aussteigt. Das ist der sonderlichste unter den Sonderwegen. Wenn man CO₂ wirklich für klimaentscheidend hält, müsste man Atomstrom bevorzugen. Die vielen Todesopfer in Fukushima waren nicht die Folge eines Atomunfalls, sondern eines Tsunamis. Heute werden weltweit Kernkraftwerke gebaut, die inhärent sicher sind. Doch im Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck wurde noch der mögliche Weiterbetrieb der verbliebenen AKW absichtsvoll torpediert. Kann Deutschland den Sonderweg verlassen? Immerhin hat die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für Technologieoffenheit plädiert und jüngst in Luxemburg an einem Treffen der Nuklear-Allianz teilgenommen: Mehr als zehn EU-Staaten setzen sich für Atomenergie ein. „Ich habe zugehört und bin in Kontakt getreten“, sagte die CDU-Politikerin im Anschluss daran. Vielleicht gibt es ja doch noch einen Hoffnungsschimmer.