Kontrafunk aktuell vom 22. April 2025
Am gestrigen Ostermontag verstarb Papst Franziskus im Vatikan. David Berger zieht in einem Kommentar seine Bilanz des Pontifikats. Was ist Wahrheit, und welche Probleme verursacht sie? Mit dem Philosophen Alexander Grau nähern wir uns diesen vielschichtigen, stets aktuellen Fragen. Immer mehr Parlamentarier haben nur einen Beruf: Politiker. Über diese Entwicklung sprechen wir mit dem österreichischen Unternehmer Andreas Tögel. Das Deutsche Institut für Normung – kurz DIN – plant einen sogenannten Gebäude-TÜV. Was das bedeutet, erläutert die Berliner Immobilienmaklerin Silke Schröder.
Alexander Grau: Lügen ist ein Menschenrecht
Andreas Tögel: Politik zieht immer wieder nur bestimmte Menschentypen und Berufsgruppen magisch an
Silke Schröder: Der geplante Gebäude-TÜV – das unnötige Produkt gelangweilter Bürokraten
David Berger: Papst Franziskus – Fluch oder Segen für die römisch-katholische Kirche?
Von Wladimir Selenski über Nancy Faeser bis hin zur Kirchenbeauftragten der AfD-Fraktion im Bundestag klingen die ersten Nachrufe auf Papst Franziskus alle sehr, sehr ähnlich. Sein Pontifikat sei „von der Hingabe und Liebe zu den Menschen geprägt gewesen“. Kritik nicht einmal zwischen den Zeilen. Zu Recht werden nun viele sagen, denn auch hier gelte: De mortuis nihil nisi bene – über Verstorbene soll man nichts als Gutes sagen. Aber gilt das auch für einen Papst? Für einen Mann, der der katholischen Kirche die Gleichschaltung mit der Corona-Diktatur verordnete? Eine Gleichschaltung, mit der das Weihwasser durch Desinfektionsmittel und die heilige Kommunion durch die mRNA-Spritze vertauscht wurden? Eine Gleichschaltung, die der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche mehr geschadet hat als alle Missbrauchsskandale zusammengenommen. Hat sie doch den Eindruck hinterlassen, dass man den Glauben an die eigene Sache komplett verloren hat. Etwas Schlimmeres kann einer Institution, deren Hauptgeschäft der Glaube ist, überhaupt nicht passieren. Um diesen Verlust der Glaubwürdigkeit voll zu machen, hat Bergoglio - so der bürgerliche Name des Heimgegangenen - im Herbst letzten Jahres bei einem Treffen mit Jugendlichen in Singapur behauptet, alle Religionen seien unterschiedslos ein Weg zu Gott. Zu dieser synkretistischen Verirrung passt der Skandal, dass Franziskus im Rahmen der umstrittenen Amazonas-Synode die Fruchtbarkeitsgöttin Pachamama verehrte, um dann in der katholischen, nahe beim Vatikan gelegenen Kirche Santa Maria in Traspontina heidnische Figuren nackter schwangerer Göttinnen aufzustellen.
Können wir verschweigen, dass Bergoglio immer dem folgte, was Open-Border-Ideologen von ihm erwarteten? Davon zeugen zum einen seine gewissenlosen Aussagen zur Migration und zur damit verbundenen Islamisierung Europas. Es sei „eine schwere Sünde, wenn Menschen Migranten in ihren Ländern ablehnen“, ließ er die Gläubigen wissen. Und verstieß damit auch gegen die katholische Lehre, dass es eine Hierarchie der Nächstenliebe gibt. In diesem Zusammenhang waren seine Stellungnahmen im US-Wahlkampf ein Fiasko. Dort verharmloste er das millionenfache Unrecht der Abtreibung zugunsten der globalistischen Open-Border-Ideologie und der Agenda der Transhumanisten von Fauci bis Biden. Sehr zur Enttäuschung der US-Katholiken, die in großer Mehrheit Trump ihre Stimme gaben. Überhaupt war für viele fromme Katholiken die ganz offen zur Schau getragene Verachtung nicht nur seiner eigenen Religion, sondern auch der ihm anvertrauten Herde ein Schock. Davon zeugen etwa seine skandalösen Aussagen über Priester, die die Tradition der Catholica lieben und die er deshalb in die Nähe von Psychopathen rückte. Das treue Festhalten an Form und Inhalt des Katholizismus gegen alle Widerstände eines atheistischen Transhumanismus degradierte er zu einem Zeichen für Unausgeglichenheit, Affektstörungen, Verhaltensprobleme und persönliches Unwohlsein.
Dazu passt die Verweigerung des traditionellen Ringkusses an ausgewählte katholische Laien in dem italienischen Wallfahrtsort Loreto vor einigen Jahren. Sie zeugt nicht nur von einer durchgehenden Verachtung der Tradition, sondern auch des Amtes, das er eigentlich zur treuen Verwaltung, nicht als Eigentum übertragen bekommen hatte. Eine ähnliche innerkirchliche Katastrophe richtete er mit seiner bizarren Einstellung zu Homosexuellen an: Während er den italienischen Bischöfen einschärfte, keine „Schwuchteln“ („froci“) zu Priestern zu weihen, unterzeichnete er ein Dokument, das die Segnung homosexueller Partnerschaften als eine Sakramenten-Simulation einführte. Ganze Bischofskonferenzen, zum Beispiel alle Bischöfe Afrikas, warfen ihm daraufhin zu Recht vor, zum Irrlehrer geworden zu sein. Von homosexuellen Ungläubigen wurde er dafür gelobt, homosexuelle Katholiken hingegen fühlten sich durch ihn verraten. Ein kleiner Lichtblick war in seinem kirchenpolitischen Wirken lediglich die Forderung nach Frieden in der Ukraine durch deren Kapitulation, für die er postwendend von der „Tagesschau“ in die Nähe der „Nazis“ gerückt wurde. Als gestern Vormittag bekannt wurde, dass der Papst tot ist, sammelten sich Katholiken in der Münchner Frauenkirche. Während der Gesang des „Consumatum est“, das „Es ist vollbracht“, ertönte, hatte ich den Eindruck, dass hier auch eine gehörige Portion Erleichterung mitschwang – nicht nur darüber, dass das körperliche Leiden des Papstes nun beendet ist. Sondern auch angesichts der Hoffnung, dass Gott das Leiden der Kirche durch einen neuen, ganz anderen, wieder katholischen Papst beenden wird.
