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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 25. März 2025

    Marcel Joppa im Gespräch mit Alexander Teske, Carsten Drebenstedt und Alberto Tornato – Kontrafunk-Kommentar: Cora Stephan

    In dieser Ausgabe berichtet der Journalist und ehemalige „Tagesschau“-Redakteur Alexander Teske über Meinungsmache im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Warum das über achtzig Jahre alte „Manifest von Ventotene“ aktuell im italienischen Parlament für Aufruhr und Tränen sorgt, erklärt der Mailänder Rechtsanwalt Alberto Tornato. Welche Rohstoffe gibt es in der Ukraine, und woran sind speziell Washington und Moskau interessiert? Das erläutert Dr. Carsten Drebenstedt, Professor für Bergbau-Tagebau an der TU Bergakademie Freiberg. Und im Kommentar widmet sich Cora Stephan der von der deutschen Politik angestrebten „Klimaneutralität“ als Staatsräson.

    Interview 1

    Alexander Teske: Meinungsmache im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

    Interview 2

    Alberto Tornato: Aufruhr und Tränen im italienischen Parlament

    Interview 3

    Carsten Drebenstedt: Welche Rohstoffe gibt es in der Ukraine?

    Kommentar

    Cora Stephan: Schon bin ich ein Verfassungsfeind

    Nein, ich bin kein Klimaleugner. Das Klima kann man nicht leugnen. Es wird definiert als der Durchschnitt aller dynamischen Prozesse in der Erdatmosphäre. Was kann man daran schon leugnen? Auch den Klimawandel leugne ich nicht, den gibt es, seit es Atmosphäre gibt. Wir leben zurzeit übrigens in einer Eiszeit. Deshalb sollte man eigentlich froh sein über eine Erwärmung, wärmere waren stets die besten Zeiten für die Menschheit. Man denke an die Warmperiode im Hochmittelalter. Drei Viertel aller Städte in Europa entstanden in dieser Zeit, Universitäten wurden gegründet, es gab große technische Fortschritte, der Handel blühte, die Künste florierten. Kältezeiten waren stets eher ungemütlich. Was „Klimaschutz“ oder „Klimagerechtigkeit“ sein soll, ganz zu schweigen von „Klimasensibilität“, verstehe ich allerdings nicht. Es sei denn, mit Ersterem sei der Schutz vor Klimaveränderungen gemeint, also der Schutz vor großer Kälte und großer Hitze. Von beiden Notlagen sind wir weit entfernt. Und was soll „Klimagerechtigkeit“ sein? Dem Klima gerecht werden? Oder gerecht zum Klima sein? Oder sensibel, also lieb sein? Nein, ich leugne nicht. Aber vielleicht bin ich jetzt ein Verfassungsfeind, wenn ich behaupte, dass das mittlerweile im Grundgesetz festgelegte Ziel einer „Klimaneutralität“ bis zum Jahr 2045 absoluter Mumpitz ist.

    Doch in unserem heiligen Text, der den Bürger vor dem Staat schützen soll, heißt es nun seit einigen Tagen: „Der Bund kann ein Sondervermögen mit eigener Kreditermächtigung für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur und für zusätzliche Investitionen zur Erreichung der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 errichten.“ Man könnte lachen, wenn es nicht so trostlos wäre. Das kann ja nur heißen: Weiter so auf dem grünen Irrweg. Also wieder die alte Leier: Abkehr von fossiler Energie wie Kohle, Öl und Gas und dafür nicht etwa Rückkehr zur emissionsarmen Atomenergie wie in unseren Nachbarländern oder wenigstens Wiederinbetriebnahme der noch nicht völlig zerstörten letzten Atomkraftwerke – Deutschland war einst führend in dieser Technologie. Sondern Zuspargeln der Landschaft. Es müssen ja um jeden Preis die Emissionen des angeblichen Klimagiftes CO₂ vermieden werden. Ach, das „Klimagift“ – CO₂ ist eine unverzichtbare Pflanzennahrung, die man in den Niederlanden in die Gewächshäuser pumpt. Aber wir hier zerstören eines der modernsten Kohlekraftwerke Europas und legen Hand an die verbliebenen, aber abgeschalteten Kernkraftwerke, zerstören Vermögenswerte in Milliardenhöhe. Aber Wind und Sonne schicken ja keine Rechnung. Dafür weht der Wind, wann er will, und wenn er nicht will, liefern Zehntausende Windräder auch nicht mehr als eins davon. Einfache Rechnung, oder? Hinzu kommt der CO₂-Fußabdruck bei der Produktion der immer größeren Windmühlen und der vielen Solarpaneele. Fragt noch jemand nach der Größe der Flächenversiegelung durch Windparks? Danach, wie viel Wald dafür geschlagen werden muss? Will man nicht wissen, dass ein Windpark in gewisser Größe die Umgebungstemperatur erwärmt und zu Trockenheit führt? Und ist die Entsorgung ausgelutschter Windmühlen schon geklärt? Kurze Antwort: Ist sie nicht, aber man kann die Dinger ja immer noch nach Afrika verticken. 

    Die EU ist übrigens mit 6,8 Prozent an den weltweiten CO₂-Emissionen beteiligt, China klotzt mit 32,9 Prozent. Deutschland ist bescheiden, es beschränkt sich auf 1,76 Prozent. Da kann es gar nicht mehr so weit sein bis zur Klimaneutralität. Zumal unsere Produktion des Klimagifts seit 1990 kontinuierlich sinkt. Warum? Weil wir so clever und so grün sind? Ach was. 1990 ging es mit der DDR-Wirtschaft zu Ende, dort hatte man sich noch nie darum gekümmert, was aus den Schornsteinen so herausquoll. Seither haben wir gesamtdeutsch diesen Weg konsequent weiterverfolgt. Bis 2023 sind die Emissionen um 46,1 Prozent gesunken. Weil wir so brav gespart haben, Omas kleines Häuschen in eine dämmende Burka gehüllt und ihr die Wärmepumpe in den Vorgarten gestellt haben? Weshalb die Rentnerin mittlerweile die Elektrizitätskosten nicht mehr bezahlen kann. Nun, das können andere auch nicht mehr. Das Bundesumweltamt gibt Verräterisches preis, etwa, dass im Jahr 2009 die ökonomische Krise emissionsmindernd wirkte. Auch die Corona-Panik-Pandemie half – und erst recht die Folgen: Einzelhandel und Gastgewerben ging die Luft aus. Schon wird weniger emittiert. Und im Jahre 2023 erst recht. Ich vermute mal: Weil mehr und mehr Industriebetriebe ins Ausland abwanderten, dahin, wo die Energiekosten noch bezahlbar sind. Was also bin ich, wenn ich das alles für Selbstmord halte? Ein Verfassungsfeind? Und werden sich der Staat und seine Organe bemüßigt fühlen, solche wie mich wie zu Corona-Zeiten zu verfolgen? Man weiß es nicht. Aber man traut den Ideologen an der Regierung mittlerweile fast jede Schweinerei zu. Ganz so, wie wir es derzeit erleben. Was interessiert einen Friedrich Merz noch sein Geschwätz von gestern?