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    Freitag, 9. Februar 2024, 5:05 Uhr
    Freitag, 9. Februar 2024, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 9. Februar 2024

    Benjamin Gollme im Gespräch mit Wilfried Walther, Thomas Luft und Hedwig von Beverfoerde – Kontrafunk-Kommentar: Michael Klein

    Mit dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz soll der Wechsel des Geschlechtseintrags erleichtert werden. Auch Kinder ab 14 Jahren können dann ihr behördlich eingetragenes Geschlecht leichter wechseln. Unser Gast dazu ist Hedwig von Beverfoerde. Die Ärztin Dr. Monika Jiang war im Januar 2023 in einem Verfahren um Maskenatteste zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Mit dem Journalisten Wilfried Walther sprechen wir über den Prozess. Derzeit läuft das Berufungsverfahren, und die Schlussplädoyers werden gehalten. Und mit dem Apotheker Thomas Luft aus Neckarhausen bei Mannheim ziehen wir eine erste Bilanz zum E-Rezept. Dieses wurde zu Jahresbeginn in Deutschland eingeführt.

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    Schweizerzeit

    Interview 1

    Selbstbestimmungsgesetz

    Interview 2

    Monika Jiang – Prozessbericht

    Interview 3

    E-Rezepte

    Kommentar

    Deutschland im Würgegriff von Angst und Hypermoral

    Die Deutschen sind ein Volk der Angsthasen und Hasenfüße. Nicht umsonst existiert im Englischen das Wort „German Angst“, um diese spezielle Angstneigung der Deutschen zu bezeichnen. Für Angst sind die lange unterdrückten, obrigkeitsgläubigen Deutschen immer noch zu haben. Heutzutage ist es die chronische Angst vor den bösen Rechten und die apokalyptische Klimaangst, die so gut zum deutschen Volkscharakter passen, dass wir weltweit in einer eigenen Angstliga spielen. Dabei beginnt die Angst vor den Rechten schon dort, wo vor wenigen Jahren noch die politische Mitte war. Wenn eine mit Regierungs- und Stiftungsgeldern subventionierte Propagandafirma Angst vor rechten Politszenarien sät, begeben sich Millionen Deutsche auf die Straße. Diese regierungskonformen Massendemonstrationen, die vorgeblich die Demokratie schützen wollen, verstärken den obrigkeitsgehorsamen Reflex, die herrschende Migrations- und Klimapolitik willfährig zu akzeptieren.

    Wie kann das sein? Was die Angst vor einer rechten Diktatur angeht, ließe sich durch vernunft- statt ideologiebasierter Politik das rechte Gespenst binnen kürzester Zeit verjagen. Wenn die entsprechenden Machteliten es nur wollten! Eng verwandt mit der hohen Angstbereitschaft ist die Neigung zu Hysterie und Panik. Unter Hysterie versteht man heutzutage das schnelle und situationsunangemessene Überschießen von Emotionen, die dann nicht mehr kontrolliert werden können. Bei solch überschießenden Emotionen stellt sich schnell das Gefühl der Panik ein. Die derzeitigen massenhaften Demonstrationen „gegen rechts“ tragen unverkennbar hysterische Züge. Dass sie sich undifferenziert gegen ein ominöses, böses Rechts richten und immer wieder menschenverachtende Tiraden („Tötet alle AfDler!“) gegen den „rechten Feind“ propagieren, unterstreicht die mentale Undifferenziertheit der Massenbewegung. Offenbar fällt vielen Demonstranten gar nicht auf, dass sie einerseits – aus guten Gründen – gegen Hass und Hetze Flagge zeigen wollen, dass aber andererseits auf vielen gezeigten Flaggen und Transparenten voller Stolz und Inbrunst genauso solche Parolen von Hass und Hetze getätigt werden. Rechte zu entmenschlichen, einfach weil sie Rechte sind, gehört nicht zu den demokratischen Grundtugenden von Toleranz, Widerspruch und Vielfalt. Dies alles nicht zu erkennen, kann nur im Zustand der Hysterie und der irrationalen Gewissheit, im Besitz der einzig richtigen Haltung und Moral zu sein, geschehen. Also lieber: Sich besinnen, nicht von Massenhysterie anstecken lassen und die Geschichte der Weimarer Republik einmal genau studieren! Denn Geschichte wiederholt sich nicht, und der neue Totalitarismus kommt ganz anders in die Welt als der alte. 

    Es ist gut, über ein gefestigtes Wertesystem zu verfügen. Problematisch wird es, wenn durch Politik und Medien anderen in kategorischer und erzieherischer Art das eigene Wertesystem in rechthaberischer Weise übergestülpt wird. Im Land herrscht schon längst moralische Panik, die in wunderbarer Weise von den primären Problemen der Gegenwart ablenkt. Hypermoralische Politik wird zur Pseudoreligion und erzeugt auch international keine Freundschaften, sondern Unverständnis und Ablehnung. Bei der sogenannten feministischen Außenpolitik wird Moral statt Diplomatie praktiziert, zunehmend zum Schaden des Ansehens Deutschlands. Lieber sich in einem vermeintlichen richtigen Moralsystem sonnen, als die Lebensrealität adäquat und realitätsgerecht wahrzunehmen und den Menschen zu dienen. Die Aufgabe der deutschen Diplomatie wäre es, für Frieden zu sorgen, auch und gerade in der Ukraine, wo schon mehr als 500.000 Männer auf beiden Seiten gefallen sind. Aber da ist die so hypermoralisch daherkommende feministische Außenpolitik blind. Es sind ja nur Männer! Es braucht Mut, die Freiheit zu bewahren. Die multiplen Krisen der Gegenwart machen es schwer, gelassen und vernunftorientiert durch die Gegenwartsgeschichte zu navigieren. Dabei ist genau das der beste Kurs.

    Die politischen und medialen Eliten ergänzen und übertreffen sich dabei, den Menschen Angst und Panik zu vermitteln. Damit wird es schwer, diesen Kurs zu finden. Die Eliten profitieren von der Angst und Unmündigkeit, die sie säen. Nur vordergründig herrscht Demokratie. Die Möglichkeiten zur Teilhabe an Entscheidungen oder gar Macht werden immer geringer. Schon Widerspruch und Kritik an den dominierenden links-grünen Narrativen ist gefährlich und kann die Existenz kosten oder den sozialen Tod bringen. Noch nie seit 1949 war die Demokratie so gefährdet wie heute, aber in einem ganz anderen Sinne als die gratismutigen Demonstranten „gegen rechts“ dies beklagen. Der mutige Gegenwartsdeutsche, der sich seines Verstandes zur Analyse des Geschehens bedient, weiß, dass die größten Gefahren in der Bedrohung von freier Rede und freiem Denken liegen. Ich wünschte mir massenhafte Demonstrationen für die Freiheit des Denkens und Sprechens und gegen Intoleranz und Umerziehung von oben.