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    Dienstag, 11. Juni 2024, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 11. Juni 2024

    Marcel Joppa im Gespräch mit Stephan Karl Sander-Faes, Jonas Tögel und Stefan Luft – Kontrafunk-Kommentar: Alexander Meschnig

    In dieser Ausgabe sprechen wir mit dem Propagandaforscher Dr. Jonas Tögel über politische Kommunikation und kognitive Kriegsführung. Wir blicken auch nach Skandinavien: Der Historiker Dr. Stephan Sander-Faes erklärt, warum die dortigen EU-Staaten bei der Wahl entgegen dem europäischen Trend votiert haben. Um die Zunahme von Messerdelikten und Ausländerkriminalität geht es in einem Interview mit dem Politikwissenschaftler und Migrationsexperten Dr. Stefan Luft. In seinem Kommentar widmet sich Alexander Meschnig schließlich dem zunehmenden Klimatotalitarismus.

    Interview 1

    EU-Wahlen im Norden Europas

    Interview 2

    Psychologische Verteidigung und Cognitive Warfare

    Interview 3

    Messerattacken und Migration

    Kommentar

    Der neue Klima-Totalitarismus

    UN-Generalsekretär António Guterres überbot sich in seiner „Klimarede“ Anfang Juni in New York wieder einmal mit apokalyptischen Szenarien. „Wir spielen mit unserem Planeten Russisches Roulette“, so Guterres, und brauchen eine „Ausfahrt vom Highway zur Klimahölle.“ Den Einfluss der Menschen auf die Erderwärmung verglich er mit dem „Meteoriten, der die Dinosaurier ausgelöscht hat“. Die Klimaberichte seien „alarmierend“, dementsprechend brauche es extreme Maßnahmen, die Unternehmen der Branche für fossile Brennstoffe seien nichts anderes als „Paten des Klimachaos“. Guterres steht mit seinen Aussagen nicht allein. Jeden Tag überbieten sich die Medien in Deutschland mit Meldungen über neue Hitzerekorde und zukünftige Katastrophen. Am 5. Juni wurde ein bundesweiter Hitzeaktionstag ausgerufen. Ziel ist dabei, die Bevölkerung auf das Thema Hitzeschutz aufmerksam zu machen. Viele Städte setzen auf einen Hitzeaktionsplan, um unser Überleben zu sichern, das in den Augen der Klimaaktivisten unmittelbar bedroht ist. Das aktuelle Hochwasser in Teilen Deutschlands wird ebenfalls von Horrorbildern begleitet. Es drohe eine Mückenplage, die darin münden könne, so wörtlich, dass in den betroffenen Regionen das soziale Leben zum Erliegen kommt.

    Wir haben es beim Klimathema offensichtlich mit einer säkularen Heilslehre zu tun, die alle Zeichen einer Religion trägt. Dazu gehören: die Masse der Gläubigen und der Mitläufer, eine Gruppe von Häretikern und Ketzern, die bekämpft werden muss („Klimaleugner“). Dann natürlich Schuldige (die böse Industrie, der Kapitalismus, die Alten), das Auftauchen einer Prophetin (Greta), die lauten Forderungen nach Buße und Verzicht (vor allem für die anderen), die Zerknirschtheit des Sünders, gepaart mit Scham, schließlich die erträumte Katharsis und natürlich auch eine apokalyptische Vision. Endzeitreligionen neigen zu Fanatismus. Jeder, der nur ansatzweise Kritik oder Fragen in diesem Kontext stellt, wird – nicht nur in Deutschland – gnadenlos ins Abseits gestellt. Die Apokalypse – und das ist entscheidend – ist nicht in der Zukunft, sondern sie ist schon da. Sie betrifft uns alle und bedeutet das Ende der Menschheit, wenn wir unser Verhalten nicht grundsätzlich und sofort radikal ändern. Denn das Klima ist global, wir alle stehen in seiner Schuld. Alle sind betroffen, sprich: schuldig; es gibt keine Grenze der Verantwortung mehr. Auch wenn wir alle schuldig sind, es gibt doch Hauptschuldige. Die permanent verkündete Krise erscheint in der Perspektive der Klimaaktivisten als Folge einer marktgesteuerten Ökonomie, was eine antikapitalistische Stoßrichtung nahelegt, denn es sind die Industriegesellschaften des Nordens, so die Gewissheit, die in hohem Maße für die Erderwärmung verantwortlich sind. Da der westliche Kapitalismus als wesentlicher Verursacher betrachtet wird, finden wir hier die Einbruchstelle für eine sozialistische Ökodiktatur, die einen planenden und kontrollierenden Staat voraussetzt. Um die Menschheit zu retten, sind totalitäre Visionen ohne jegliche Scham aussprechbar. So fordert Fridays for Future eine globale Mobilmachung von Ressourcen zur Rettung, und zwar in einem Ausmaß „ähnlich wie zu Kriegszeiten“. Kennzeichnend für totalitäre Bewegungen sind stets ihre Maximalforderungen, die keine empirische Begrenzung kennen. So lautet das Motto der Extinction Rebellion denn auch kurz und knapp: „Aufstand oder Aussterben“. Dass diese Bewegungen wie auch die Forderungen nach einer unbegrenzten Zuwanderung gerade in Deutschland so viele gläubige Anhänger finden, ist kein Zufall. Idealismus, Hypermoral, Perfektion, Übertreibung und Prinzipientreue sind geradezu markante Alleinstellungsmerkmale, bis hin zur eigenen Selbstzerstörung. Was läge daher näher, als die Sache der universellen Menschenrechte oder der „Klimarettung“ zu einem Prinzip zu erheben, das auf alle Fälle gelten muss, koste es, was es wolle? Insofern sind der „Klimaflüchtling“ oder der bereits eingeführte Begriff des „Klimarassismus“ ideale Synthesen zweier auf sich selbst konvergierender Diskurse.

    Es ist auch keine allzu gewagte Prognose, dass mit der sogenannten Klimabewegung neue Formen des Terrors und der Gewalt einhergehen werden. Das Abfackeln von Autos, die Blockade von Flughäfen, Automessen, Industrieunternehmen etc. ist ja schon Programm. Der „Klimaaktivist“ Roger Hallum, der im „Spiegel“ eine öffentliche Plattform erhält, spricht offen aus, was die innere Essenz jeder radikalen Bewegung charakterisiert: „Wenn eine Gesellschaft so unmoralisch handelt, wird Demokratie irrelevant.“ Der herbeigesehnte Klimanotstand setzt unser normales Leben außer Kraft und legitimiert in Folge die Abschaffung demokratischer Prozesse. Denn die Probleme, so die allgemeine Auffassung, sind zu groß, als dass sie noch von einzelnen Staaten gelöst werden könnten. Hier tritt die globale Ideologie des Great Reset auf den Plan. Eine Weltgesellschaft ist folglich unverzichtbar, denn vom Klimawandel sind alle betroffen. Die Angst vor dem Klimawandel könnte so die Einbruchstelle für weitreichende Veränderungen sein. Denn es wird die Neigung weiterbestehen, Corona war hier die Blaupause, den Ausnahmezustand als ein staatliches Steuerungsinstrument einzusetzen. Dafür muss nur, mit tatkräftiger Hilfe der Massenmedien, eine Krise historischen Ausmaßes angerufen werden, die insbesondere die junge Generation anspricht, die mit dem Klimathema eine säkulare Ersatzreligion gefunden hat.