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    Donnerstag, 13. November 2025, 5:05 Uhr
    Donnerstag, 13. November 2025, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 13. November 2025

    Stefan Millius im Gespräch mit Christoph Polajner, Philipp Gut und Robert Kopp – Kontrafunk-Kommentar: Cora Stephan

    US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit Staatschefs aus Zentralasien einige Deals abgeschlossen. Das bringt die EU in Zugzwang, schildert Christoph Polajner von der Eurasischen Gesellschaft. Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB vergeben einen Milliardenauftrag an ein deutsches statt an ein schweizerisches Unternehmen. Kontrafunk-Redakteur Philipp Gut spricht über Reaktionen und Forderungen. Vor zehn Jahren wurde Paris von islamistischen Terroranschlägen erschüttert. Was hat dieses Trauma mit dem Land gemacht? Im Gespräch dazu ist Frankreich-Kenner Robert Kopp. Und im Kommentar fragt sich Cora Stephan, wie lange die Nibelungentreue Deutschlands zur Ukraine noch anhält. 

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    Junge Freiheit – Wochenzeitung für Debatte

    Interview 1

    Christoph Polajner: Die neue Brücke zwischen den USA und Zentralasien

    Interview 2

    Philipp Gut: Aufregung in der Schweiz um einen Bahn-Deal

    Interview 3

    Robert Kopp: Frankreich zehn Jahre nach Bataclan

    Kommentar

    Cora Stephan: Die ewige Treue Deutschlands zur Ukraine

    Nichts führt zu mehr Blutvergießen als die Moralisierung des Krieges. Warum? Wenn der Gegner als die Verkörperung des Bösen gilt, hilft keine Diplomatie, denn dann kann mit ihm nicht verhandelt werden, ist ein Verhandlungs- oder ein Verständigungsfrieden also nicht möglich. Was bleibt? Nur seine völlige Auslöschung oder seine bedingungslose Kapitulation. Das zieht das Töten und Blutvergießen meistens in die Länge. Die deutsche Diplomatie hat im Krieg zwischen Russland und der Ukraine keinen Beitrag zum Ende des Elends geleistet, im Gegenteil, es gab sie schlicht nicht, diese Diplomatie. Denn vielleicht reicht es nicht, lediglich die Gewissheit zu pflegen, man stehe auf der Seite der und des Guten, gegen einen russischen Moloch, der auf Welteroberung aus ist, wonach es im Übrigen nicht aussieht. Doch mit dem Fall von Pokrowsk, der ukrainischen „Festung im Donbass“, dürfte sich die Hoffnung auf einen Sieg der Ukraine erledigt haben. Über Sieg oder Niederlage im Krieg entscheidet nicht die Moral des Gut oder Böse, sondern Gelegenheit, Zufall und vor allem die Überlegenheit der Bataillone. Und offenbar nicht das Geld, das Bundeskanzler Friedrich Merz bereits wieder rüberreichen will.

    Wie passt das alles zusammen? Mittlerweile dürfen auch Männer im besten Soldatenalter die Ukraine verlassen – und davon machen sie massenweise Gebrauch. Kriegsrecht und Mobilmachung gelten zwar weiterhin, aber seit August dürfen junge Männer das Land verlassen. Infolgedessen ist die Zahl der ukrainischen Geflüchteten rasant angestiegen. Im September sind so viele Menschen aus der Ukraine in die EU geflohen wie seit zwei Jahren nicht mehr: Rund 79.000 Menschen gemäß Zahlen von Eurostat. Das seien 49 Prozent mehr gewesen als im August. Wer versteht das nicht? Warum sein Blut vergießen für eine verlorene Sache? Kein Wunder, dass die ukrainische Front ausgedünnt ist. Und offenbar droht nun auch noch die Ausbreitung von Gasbrand. Das Missverhältnis zwischen den ukrainischen Reserven und den russischen Truppenstärken wird immer deutlicher. Während Russland seine Verluste durch stetige Rekrutierung ausgleichen kann, stößt die Ukraine an ihre Grenzen.

    Doch in Deutschland hält man treu die Stellung. Selbst aktuelle Nachrichten über die „weitverzweigte Korruption“ in der Ukraine führen nicht dazu, dass die Regierung das Portemonnaie für eine Weile fest und geschlossen hält. Dabei beschädigen die Enthüllungen Selenski nicht nur wegen seiner persönlichen Nähe zu den mutmaßlichen Köpfen der Betrüger. Auch hatte er noch im Sommer versucht, die Unabhängigkeit der Antikorruptionsbehörden einzuschränken. Der Skandal schwächt seine innen- und außenpolitische Stellung. In der Bevölkerung wächst das Misstrauen gegenüber den staatlichen Institutionen. Wofür, denkt sich gewiss so mancher, sollen wir dann noch in den Krieg ziehen? Doch die deutsche Nibelungentreue kennt keine Grenzen. Im Etatentwurf für 2026 wird nun eine Summe von elfeinhalb Milliarden Euro für die Ukraine ausgewiesen. Warum und wofür? Es gilt offenbar, was der Außenminister Johann Wadephul kürzlich sagte: Auf deutsche Ansprüche muss keine Rücksicht genommen werden. Doch vielleicht sollte man Rücksicht auf die vielen Menschenleben nehmen, die in der Blutmühle umkommen. US-Präsident Donald Trump hat immerhin gewagt, was die Moralisierer stets abgelehnt haben: Er hat das Gespräch mit Putin gesucht. Doch womöglich war es dafür schon zu spät.