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    Montag, 16. Juni 2025, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 16. Juni 2025

    Gernot Danowski im Gespräch mit Flo Osrainik, Pierre Heumann und Emanuel Böminghaus – Kontrafunk-Kommentar: Katharina Schmieder

    Israel bombardiert Ziele im Iran, der Iran schickt Raketen nach Israel. Wie lange kann Israel diese Art der Kriegführung überhaupt durchhalten? Was machen die USA, und ist mit dieser Eskalation ein Atomdeal komplett vom Tisch? Zu diesen und weiteren Fragen hören Sie den Journalisten und Nahostexperten Pierre Heumann. Die Glasindustrie in Deutschland hat schwer zu kämpfen. Jetzt steht die Firma Carl Zeiss Sports Optics in Wetzlar vor dem Aus. Warum sich die gesamte Glasindustrie in Deutschland Sorgen machen sollte, erörtert der Unternehmer und Datenanalyst Emanuel Böminghaus. Wie sieht es gerade im Donbass aus? Der Journalist und Autor Flo Osrainik hat eine Reise dorthin unternommen und ein Buch mit dem Titel „Donbassdonner“ geschrieben. In der Sendung berichtet er von seinen Eindrücken und wie es mit dem Wiederaufbau vorangeht. Und Katharina Schmieder widmet sich in ihrem Kommentar dem Netzwerk Recherche.

    Interview 1

    Pierre Heumann: Israels Schläge gegen den Iran

    Interview 2

    Flo Osrainik: Reise in den Donbass

    Interview 3

    Emanuel Böminghaus: Glasindustrie im Niedergang – Zeiss muss schließen

    Kommentar

    Katharina Schmieder: Netzwerk Recherche

    Sitz von Netzwerk Recherche ist das Haus der Demokratie in Berlin. Dort haben sich rund sechzig vor allem linksradikale Organisationen und NGOs unter einem Dach versammelt. Netzwerk Recherche arbeitet dort Tür an Tür mit den Leuten von Hateaid, die kürzlich mehr als 400.000 Euro aus dem Familienministerium erhielten. Eine Podiumsdiskussion dreht sich um die Titelfrage: „Migration – das unmögliche Thema?“ Auf dem Panel sind Isabel Schayani, bekannt als Asylaktivistin vom WDR, und Tim Röhn von der „Welt“. Es geht um Reportagen vor Ort an Flüchtlingsrouten, es geht um Schlepperboote auf dem Mittelmeer und darum, was zum Thema Migration publiziert wird. Schayani erzählt, dass Migranten ihr oft abenteuerlichste Geschichten erzählen. Es gehe um Flucht, Gewalt und zerrissene Familien. Sie habe tiefes Mitgefühl und ihr falle es schwer, eine professionelle Distanz zu wahren. Ihre Kollegen machten sie darauf aufmerksam, dass viele dieser Erzählungen der Migranten offensichtlich frei erfunden sind und sich weder mit Dokumenten, noch mit Aussagen von anderen Beteiligten oder von Behörden belegen lassen. Ein Migrant, mit dem sie ein Interview aufgezeichnet hatte, fragte sie später, ob er die Aufnahme noch einmal hören könne, damit das Gesagte mit der Version übereinstimmt, die er an behördliche Stellen kommunizieren will. 

    Bemerkenswert bei Schayanis Schilderungen ist, dass es der WDR-Frau nicht leise dämmert, warum es offensichtlich Usus ist, dass Migranten reihenweise frei erfundene Märchen erzählen. Es ist ja eine längst bekannte Tatsache, dass sie von regierungsfinanzierten Schlepperorganisationen im Lügen trainiert werden. „Welt“-Reporter Tim Röhn wird von jemandem von der „Zeit“, der in den Reihen der Zuhörer sitzt, gefragt, wie er es wagen könne, bei Springer zu arbeiten. Man wirft Röhn auch eine Schlagzeile vor, die in der „Bild“ stand: „Stoppt den Wahnsinn“ lautete der Titel eines Kommentars, bei dem es um die Afghanen-Flieger ging. So landet Röhn am Pranger. Er soll sich für einen Meinungsbeitrag eines Kollegen rechtfertigen. Deutlicher könnten diese „Recherche-Netzwerker“ kaum zum Ausdruck bringen, welch massives Problem sie mit der Meinungsfreiheit und dem Meinungspluralismus haben. Weiter wird dem öffentlichen Rundfunk ein Rechtsdruck diagnostiziert. Problematisch sei das Reportageformat „Klar“ von BR-Journalistin Julia Ruhs. Schayani lenkt ein und will das Publikum beruhigen: Schayani wird demnächst mit Merkel und Migranten diskutieren, um ein Gegennarrativ zu „Klar“ zu manifestieren. Eines steht im Raum: Das Credo „Inquisition statt Information“ ist in diesen Minuten förmlich greifbar. 

    Netzaktivist Markus Beckedahl mit grünem Parteibuch und Mitinitiator der Republica-Konferenz zeichnet derweil ein dystopisches Bild von den USA. Dort würde gerade die Demokratie abgeschafft, und Massendeportationen würden mittels Software wie Palantir organisiert. All das sei „digitaler Faschismus“. Es sei an der Zeit, Google, Amazon und Meta zu zerschlagen. Auch seine Prognose für Deutschland fällt düster aus. Die 551 Fragen der Union zu NGOs seien ein Warnsignal. In diesen Breitengraden solle man sich auf den Worst Case vorbereiten. Weltuntergangsstimmung herrscht auch bei den Klimajournalisten. Sie beklagen, dass der Klimajournalismus auf deutlich weniger Interesse stoße, und dies sei wohl auch der Grund, warum diese Diskussion schlechter besucht sei als gedacht. Man gibt sich tapfer in Zeiten der sogenannten Klimamüdigkeit. Schließlich geht es um den Kampf gegen Desinformation. Ebenfalls werden Wirtschaftsredakteure als Feinde markiert, da diese Klimathemen torpedieren würden. Die Parole „Bullshit muss abgefangen werden“ wird ausgegeben. Anlass ist eine „Welt“-Recherche über die Verflechtungen der EU mit NGOs. Die Klimajournalisten schwören sich darauf ein, dass Kritiker von Windrädern „rechts“ sind. Dann geht es um Oskar Lafontaine, der sich gegen Windräder in saarländischen Wäldern ausgesprochen hat. Auch Lafontaine, der Mann, der einmal durch die linke Parteienlandschaft gesurft ist, von der SPD über „Die Linke“ bis zum BSW, ist jetzt demnach „rechts“. 

    Doch warum ist die Stimmung derart düster beim Netzwerk Recherche? Die Parole „Klimamüdigkeit“ lässt erahnen, was am Horizont aufzieht. Die Akteure spüren, dass ihre Deutungshoheit bröckelt. Ihr einstiges Publikum wendet sich gelangweilt ab. Ihr Aktivismus, der jahrelang als Journalismus getarnt daherkam, büßt messbar an Relevanz und Reichweite ein. Sie suchen nach Schuldigen, nach denjenigen, die ihnen das eingebrockt haben. Mal ist es die Springer-Presse, mal sind es die Tech-Konzerne, mal saarländische Tierschützer, die etwas gegen Windräder haben. Doch anstatt sich selbstkritisch zu hinterfragen und Antworten auf das Motto „Harte Zeiten, harte Fakten“ zu finden, münden diese Scheindebatten in Diffamierungen und Feindmarkierungen. Das Publikum hat sich längst entschieden, wo es tatsächliche Fakten in harten Zeiten findet. Nämlich nicht bei den selbsternannten Faktencheckern von Correctiv und Co. oder den Recherche Netzwerkern.