Kontrafunk aktuell vom 17. Oktober 2025
Hamburg ohne große Pötte, ohne Autos, aber mit knallharten Tempolimits. Nach dem Volksentscheid zur Klimaneutralität nimmt die neue Realität der Hansestadt Formen an. Feport-Chef Gunther Bonz zeichnet ein düsteres Bild von der Hamburger Zukunft. Sollen junge Deutsche zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden? Was, wenn die Gefahr aus Russland nicht so groß ist, wie dargestellt? Der ehemalige Inspekteur der deutschen Marine Kay-Achim Schönbach spricht über die deutsche Wehrpflicht. Mit dem Hauptstadtkorrespondenten der „Wirtschaftswoche“, Christian Ramthun, blicken wir auf die Pläne zur Erhöhung der Erbschaftssteuer, und Markus Vahlefeld kommentiert die neue US-Visumpolitik.
Gunther Bonz: Hamburger Klimaentscheid – die Folgen für die Wirtschaft
Kay-Achim Schönbach: Gerangel um die Wehrpflicht
Christian Ramthun: Debatte um die Erbschaftssteuer
Markus Vahlefeld: Keine Frage der Freiheit – Visumentzug für Mario Sixtus
Die Amerikaner entziehen einem, so heißt es, deutschen Journalisten das Visum. Nein, es hat nicht Elmar Theveßen getroffen, sondern Mario Sixtus, einen vom ZDF hofierten, von 3sat ausgestrahlten, mit Grimme-Preisen bedachten Influencer, Moderator, Drehbuchautor. Ein Journalist ist er nicht, zumindest nicht einer, dem es um vorurteilsfreie Berichterstattung ginge. Vielmehr sät ein Mario Sixtus gerne Hass, verspritzt Niedertracht und würde am liebsten alles, was rechts von ihm steht, canceln, noch lieber sogar ganz offiziell verbieten. Er ist also viel weniger ein Journalist als vielmehr ein – in meinen Augen – Widerling, von denen sich jedoch Dutzende – so viel Ehrlichkeit muss sein – im deutschen Journalismus tummeln. Ein Sascha Lobo, ein Jan Böhmermann, eine Dunja Hayali, ein Georg Restle, sie alle sind ja keine Journalisten, sondern eben Aktivisten avant la lettre. Mario Sixtus schrieb nach dem feigen Mord an Charlie Kirk: „Wenn Faschisten sterben, jammern Demokraten nicht.“ Diese Meinung steht ihm frei, aber auch sie macht ihn nicht zu einem Journalisten, sondern maximal eben zu jenem Widerling, von dem ich bereits sprach. Seine Entgleisung zum Kirk-Mord war jetzt der Anlass, ihm US-seitig das Visum zu entziehen. Genauso gut hätten die USA aber auch Sixtus’ tiefe Sympathien für eine terroristische Organisation als Begründung anführen können, riet er doch – ebenfalls öffentlich – zur Bewaffnung der Antifa in Sachsen. Und die Antifa ist in den USA inzwischen als kriminelle Organisation eingestuft.
In Deutschland, wo jeder Hergelaufene über die Grenze kommen darf, mag die Entscheidung eines anderen Landes, die Einreise zu verweigern, Irritationen auslösen, hat sich doch das Gesetz, unbedingt auch noch die eigenen Feinde ins Land lassen zu müssen, bereits zu großflächig in den Köpfen etabliert. Und genau die Offene-Grenzen-Gläubigen sind es dann auch, die jetzt die Freiheit in Gefahr sehen. Dass es dieselben sind, die ganz selbstverständlich einen Martin Sellner nicht nach Deutschland einreisen lassen, zeigt, wie bigott mit dem Begriff der Freiheit hantiert wird. Auf der anderen Seite erfüllt es sehr viele mit Genugtuung, weil es hier den Richtigen trifft. Ein Mario Sixtus ist das Symptom einer Meinungskorridorverengung, gehätschelt und getätschelt von den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, den Preiskomitees und all den anderen progressiven Institutionen. Ihre Macht zu brechen, sie vorzuführen, ja sie zu erniedrigen, erscheint vielen so dringend notwendig, damit dieser Bannfluch, der über unserem Land liegt, gebrochen werden kann.
Mit Freiheit – oder eben Unfreiheit – hat der Visumentzug für Herrn Sixtus nur am Rande zu tun. Wohlgemerkt: Jetzt, wo ihre Machtsphären beschnitten werden, kreischen die Corona-Maßnahmen-Durchsetzer, die Verbotsantragsaktivisten und all die staatlich geförderten Cancel-NGOs auf. Ihnen geht es nicht um Freiheit, sondern um ihre Macht, die sie bisher staatlich gefördert, zwangsbeitragsfinanziert und eben – frei von allen wirtschaftlichen Zwängen – ad infinitum ausdehnen konnten. Es geht also nicht um Freiheit, sondern um einen Kulturkampf. Dabei ist Mario Sixtus unwichtig, völlig unbedeutend, die meisten haben seinen Namen noch nie gehört, man kann ihn auch gleich wieder vergessen. Er ist ein Symbol für eine Kampfansage, die die USA an die Hetzer von links, an die Menschenhasser und Niederträchtler ausgesprochen haben. Gäbe es die zwangsfinanzierten Medien nicht, keine mit Milliarden ausgestatteten Lügen-NGOs, gäbe es den ganzen zivilgesellschaftlichen Universitätsapparat nicht, wäre es ein Kampf auf Augenhöhe zwischen eben einer linken Zivilgesellschaft und einer gleichberechtigten Bürgergesellschaft, bräuchte es derartige symbolische Handlungen nicht. So aber, mit Rammbock-ähnlichen Maßnahmen, verleihen die USA einem von immer mehr Menschen zutiefst empfunden Ungleichgewicht, das fast schon an Unrecht grenzt, eine Stimme. Und genau das scheint dringend notwendig, um den völlig verschobenen öffentlichen Diskurs endlich wieder ins Lot bringen zu können.
