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    Mittwoch, 21. August 2024, 5:05 Uhr
    Mittwoch, 21. August 2024, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 21. August 2024

    In Brasilien zeigt die Regierung des Präsidenten Lula da Silva totalitäre Züge. Elon Musk hat angekündigt, das Büro von X in Brasilien zu schließen, statt sich den Zensurvorgaben zu beugen. Darüber sprechen wir mit der brasilianischen Unternehmerin Samia Sittel-Faraj. Auf Kosten von Umwelt und Klima wird der Ausbau sogenannter erneuerbarer Energien vorangetrieben, wie der schwäbische Ingenieur Manfred Brugger in seinem Buch „Windwahn“ schreibt. In allen drei ostdeutschen Bundesländern könnte die AfD als stärkste Kraft hervorgehen. Der Publizist Klaus-Rüdiger Mai erklärt, warum die Brandmauer Parallelen zum antifaschistischen Schutzwall aufweist. Und Daniel Matissek spricht in seinem Kommentar über Familienunternehmer, die in Ostdeutschland mit Plakaten vor demokratischen Wahlen warnen. 

    Interview 1

    Samia Sittel-Faraj: Elon Musk schließt X in Brasilien

    Interview 2

    Manfred Brugger: Windkraft und die Rolle des Wasserdampfs

    Interview 3

    Klaus-Rüdiger Mai: Vor der Wahlen – Wie tickt der Osten?

    Kommentar

    Daniel Matissek: Unternehmenspropaganda

    Was stimmt mit Deutschlands Unternehmern nicht? Seit bald drei Jahren lassen sie sehenden Auges zu, dass die wirtschafts- und wohlstandsfeindlichste Politik seit Bestehen der Bundesrepublik Hunderttausende Arbeitsplätze vernichtet, für zweistellige Insolvenzraten sorgt und die eigene Wirtschaft mit Rekordenergiepreisen immer weniger wettbewerbsfähig macht. Doch statt gegen Deindustrialisierung und zunehmende ideologische Planwirtschaft die Stimme zu erheben, statt auf Konfrontation zu gehen und den eigenen systemrelevanten Einfluss geltend zu machen, wählen die Bosse den genau entgegengesetzten Weg: Sie machen brav Männchen vor dem grünen Linksstaat und geben sich her für Kampagnen gegen die einzige Opposition, die an der Kamikazepolitik etwas ändern will. Fast muss man hier von einem Stockholm-Syndrom reden: Die eigenen Peiniger werden in Schutz genommen und angepriesen. 

    Die aktuelle Kampagne „Made in Germany – made by Vielfalt“, mit der vierzig deutsche Traditionsunternehmen aktive Wahlkampfeinmischung bei den Wahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg betreiben, richtet sich gezielt gegen die AfD und wiederholt die bodenlose Unterstellung, ausgerechnet die einzige Partei, die in Bund und Ländern noch nirgendwo je regiert hat, gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dahinter steckt die Märchenerzählung, unter einer AfD-Regierung müssten Fachkräfte und Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund ihr Bündel schnüren und aus Deutschland verschwinden. Da kann die AfD, ja selbst ihr großer Dämon Björn Höcke, noch so oft betonen, dass es nie um gut integrierte und arbeitstätige Migranten ging, die selbstverständlich weiter willkommen sind, sondern um Armutszuwanderung in die Sozialsysteme und um straffällige Ausländer: Nicht erst seit der Lüge von Potsdam steckt es in den Köpfen fest, dass die AfD angeblich alles Nichtdeutsche wegdeportieren wolle. Eine infame und niederträchtige Unterstellung – und genau das ist der Zweck dieser angeblichen Vielfaltskampagne.

    Was die Unternehmer hier betreiben, ist nicht nur ein schäbiges Spiel mit den Ängsten ihrer eigenen migrationsstämmigen Mitarbeiter. Es zeugt auch von einer zutiefst antidemokratischen Grundhaltung, sich in Wahlen einzumischen und Stimmung zu machen, weil man die eigenen Mitarbeiter und Kunden offenbar für nicht mündig oder intelligent genug hält, eine eigene souveräne Wahlentscheidung zu treffen. Schwerer noch wiegt die Missachtung und Verhöhnung der existenziellen Nöte der Menschen, die gerade deshalb einen Politikwechsel herbeisehnen und dafür als Rechtsextreme gebrandmarkt werden. Die gute Nachricht: Die meisten der Unternehmen glauben insgeheim selbst nicht an das, was sie hier propagieren und strafen durch ihr Handeln die eigene vollmundige Haltungskampagne Lügen. Auch hier gilt natürlich der Grundsatz „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“, und so genügt ein Blick auf die eigenen standortpolitischen Entscheidungen, um das Engagement gegen die AfD und die angebliche „Sorge um Deutschland“ bestenfalls als Heuchelei zu entlarven. Denn das, was unter einer AfD-Regierung angeblich droht, ist dank der Ampel bereits in vollem Gange.

    Das Familienunternehmen Miele, eines der vierzig vielfaltsbegeisterten teilnehmenden Unternehmen der Kampagne, kündigte vor zwei Monaten erst den Abbau von 1300 Stellen in Deutschland an. Die ebenfalls teilnehmende Stihl-Gruppe gab im Mai bekannt, Deutschland zu verlassen und in die Schweiz zu wechseln. Besonders absurd: Ausgerechnet in Thüringen, wo die Menschen übernächsten Sonntag unbedingt weiter die bunte Vielfalt wählen sollen, haben alleine  zwischen Januar und April dieses Jahres 2000 Menschen ihre Jobs in der Autozuliefererbranche verloren.

    Erstaunlicherweise fehlte bei der Kampagne diesmal Reinhold Würth. Vermutlich vergaß man ihn zu fragen. Der Schrauben-Patriarch hatte bereits im März an seine 25.000 Mitarbeiter einen fünfseitigen Anti-AfD-Brief verschickt. Nach dem guten Abschneiden der Alternative bei der Europawahl drohte dieser Superdemokrat dann mit dem Abzug von Investitionen. Er selbst nahm übrigens nach einem Steuerstrafverfahren schon vor 15 Jahren die österreichische Staatsbürgerschaft an. Soviel zum Thema Standortpatriotismus.