Kontrafunk aktuell vom 21. November 2024
Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Zwei Jahre Haft für Christian Dettmar, den ehemaligen Amtsrichter aus Weimar, der ein Urteil gegen die Corona-Maßnahmen gesprochen hatte. Dettmar verliert zudem den Beamtenstatus und seine Pensionsansprüche. Prozessbeobachter und Strafverteidiger Dirk Sattelmaier schildert seine Eindrücke. Die Bauern gehen wieder auf die Straße. In Großbritannien wächst der Protest gegen Steuerpläne der Labour-Regierung. Zu diesem Thema begrüßen wir die freie Journalistin Sabine Beppler-Spahl. Im Gespräch mit Frank Wahlig geht es um die Kanzlerfrage in der SPD, und Cora Stephan kommentiert das Selbstbestimmungsgesetz und seine Folgen.
Dirk Sattelmaier: Das Urteil des Bundesgerichtshofs gegen Richter Christian Dettmar
Frank Wahlig: Die SPD und die Kanzlerfrage
Sabine Beppler-Spahl: Protest gegen die Steuerpläne der Labour-Regierung in Großbritannien
Cora Stephan: Was ist eine Frau?
Eigentlich ist alles ganz einfach. Wenn es nicht nur zwei Geschlechter gäbe, also Mann und Frau, sondern viele, viele mehr, müsste sich niemand selbstbestimmend der anstrengenden Tortur unterziehen, von einem zum anderen Geschlecht zu wechseln. Auch weil Mann dann nicht als Transfrau am Frauenfußball teilnehmen oder beim Boxen Frauen verprügeln könnte. Doch es sieht so aus, als ob es insbesondere für Männer attraktiv wäre, sich zur Frau zu erklären. Obzwar Frauen bekanntlich seit Jahrtausenden vom Patriarchat unterdrückt werden, scheint es doch gewisse Vorteile zu geben, eine Frau zu sein. Deshalb gehen einige Männer meilenweit, um endlich in die Frauensauna oder ins Frauenfitnessstudio zu dürfen. Wie etwa Laura Hannah Holstein, ein Wesen, das man übrigens offiziell als Mann bezeichnen darf, als so einer wurde es nämlich geboren. Zuerst bekam die sichtlich männlich aussehende Person, die in Erlangen in einem Fitnessklub für Frauen trainieren wollte, was die Betreiberin ablehnte, noch Unterstützung von Ferda Ataman, dieser sagenhaften Diskriminierungsbeauftragten der Bundesregierung, die der sich weigernden Studioleiterin ein Strafgeld abverlangen wollte. Die war ja auch kleinlich! Warum soll eine Transfrau auch mit baumelndem Geschlechtsteil nicht in die Frauenumkleide oder in die Frauensauna gehen können? Schließlich ist der Penis nicht per se ein männliches Geschlechtsteil, wie uns Tessa Ganserer belehrte, die einst Markus hieß. Doch nun ist alles gut. Laura Hannah darf zwar noch immer nicht ins Frauenfitnessstudio, wird dafür aber mit Pauken und Trompeten vom Bayerischen Fußballverband aufgenommen um, na was wohl? Um bei den Frauen mitzuspielen. Der Coach findet das natürlich ganz großartig, gibt allerdings zu: Wäre er eine Frau, würde er ungern gegen Laura spielen. Ganz so wie die Boxerinnen bei Olympia, die sich auch nicht gern von biologischen Männern öffentlich verprügeln ließen.
Vielleicht muss man so reich sein wie J. K. Rowling, um bei diesem Thema stur zu bleiben: Es gibt Mann und Frau. Punkt. Aber Rowling bekommt seit Jahren Flak, auch von einigen der Schauspieler, die durch sie mit den Harry-Potter-Verfilmungen reich und berühmt geworden sind. Sie sei „transphob“, also ganz was Schlimmes. Ja, man braucht Mut, um das Offensichtliche zuzugeben. Die Translobby ist eine ganz harte Nummer, und nicht jeder erträgt deren Beschimpfungen und Unterstellungen. Dabei ist doch das Offensichtliche schon lange nicht mehr zu übersehen. Schon Anfang des Jahres beschwerten sich etwa weibliche Gefangene im Chemnitzer Frauengefängnis per Brief über sexuelle Belästigungen, Zudringlichkeiten und Selbstbefriedigung auf dem Zellengang durch eine „Frau“ mit Penis. Die wurde endlich in einen Männerknast verlegt, wo sie hoffentlich schlagartig zurücktransitionierte, denn dort lebt eine Transperson besonders gefährlich. Warum sich so wenige Frauen gegen derlei Anmaßung durch Männer wehren, die sich selbstbestimmt als Frauen bezeichnen? Haben sie Angst vor einem Shitstorm? Oder sind sie „Allys“, also Unterstützerinnen der Translobbys? Wieso nehmen insbesondere Feministinnen hin, dass sich Männer in ihre einst erkämpften Schutzräume drängen? Früher durfte sich ein Mann noch nicht einmal im Frauenbuchlanden sehen lassen, und heute muss er nur eine Selbsterklärung abgeben, und schon ist er im Frauenhaus oder Frauengefängnis?
Womöglich ändert sich einiges soeben. Ein Protest am 1. November in Berlin gegen das deutsche „Selbstbestimmungsgesetz“, demzufolge Lüge zur Wahrheit erklärt wird, fand internationale Unterstützung. Und jetzt gibt es ein Portal, auf dem Feministinnen in einem offenen Brief zur kommenden deutschen Bundestagswahl erklären: „Wenn mein Geschlecht für dich nicht zählt, wirst du von mir auch nicht gewählt.“ Politiker, die aus identitätspolitischen Gründen die Realität leugnen, seien auch in anderen Fragen nicht glaubwürdig. Da wird die Familienministerin Lisa Paus von den Grünen tadelnd die Augenbraue hochziehen, denn sie behauptet ja: „Eine Transfrau ist eine Frau. Punkt.“ Soll diese Aussage progressiv sein? Oder ist sie nicht einfach nur realitätsverleugnend? Kühn behaupten die Autorinnen des feministischen Portals, Kamala Harris sei bei den Präsidentschaftswahlen in den USA daran gescheitert, dass sie sich mehr auf kulturelle Fragen wie Transgender-Themen konzentriert habe denn auf die Unterstützung der Mittelschicht. Mit anderen Worten: Mit diesem ganzen Identitätsgetue ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Ob das auch deutsche Politiker so langsam begreifen? Bei den Grünen und bei der SPD wahrscheinlich nicht. Da weiß frau doch jetzt, was sie nicht wählen sollte.

