Kontrafunk aktuell vom 22. Januar 2026
US-Präsident Donald Trump hat in Davos gesprochen. Es ging um Grönland, die Nato, die Ukraine und viele andere Aspekte. Wir analysieren die Rede mit unserem Kontrafunk-Kollegen Philipp Gut. Laut Donald Trump gibt es eine Bedrohung Grönlands durch Russland und China. Stimmt das? Welche Interessen verfolgt Peking in Bezug auf Grönland und die Arktis? Das ist das Thema des Gesprächs mit unserem China-Experten Jonas Greindberg. Im Kommentar des Tages beleuchtet Markus Vahlefeld von allen Seiten das lächerliche Bild, das die deutsche Politik derzeit abgibt. Und zum Schluss der Sendung werfen wir mit Martin Steiner einen genaueren Blick auf E-Fahrzeuge im Winter. Wie zuverlässig sind sie, wenn die Temperaturen unter null sinken?
Philipp Gut: Trump-Rede in Davos
Jonas Greindberg: China und Grönland
Martin Steiner: E-Busse im Winter
Markus Vahlefeld: Lächerliche deutsche Politik
Seit Friedrich Merz mit seiner Schuldenbremsen-Großlüge und einem Billionen-Sondervermögen sein Amt als Bundeskanzler angetreten hat, wird er nicht müde, sich über die Deutschen aufzuregen. Die Stimmung sei schlecht, die Deutschen jammerten zu viel, so Merz. Sie seien oft krank, was der Volkswirtschaft schade, so Merz. Sie arbeiteten zu wenig, und es gebe zu viele Feiertage, so Merz. Und letzte Woche dann kündigte er beim ARD-Plausch mit Caren Miosga an, am Renteneintrittsalter schrauben zu wollen. Rente mit 70 heißt das Zukunftsprojekt, für das man in Frankreich mit Mistgabeln vom Hof gejagt würde. Als vor mehr als zehn Jahren das berühmte Flüchtlingswunder einsetzte, hieß es, die sogenannten Flüchtlinge würden unsere Renten sichern. Wer daran nicht so wirklich glauben wollte, wurde belehrt, dass es dann eben aus humanitären Gründen notwendig sei. Egal wie rum man’s also machte, es war auf jeden Fall richtig. Alternativlos eben. Katrin Göring-Eckardt sprach von Veränderungen, auf die sie sich freue, Kanzlerin Merkel vom freundlichen Gesicht, und Daimler-Chef Zetsche sogar von einem neuen Wirtschaftswunder. Dieses Wunder sieht nun so aus, dass wir für all die Ärzte, Atomphysiker und anderen Fachkräfte, die die Rente retten sollten, nun bis 70 zu arbeiten haben. Denn von Wirtschaftswunder keine Spur, die Zahlungen für die Neubürger dürften inzwischen den Billionenbetrag weit überstiegen haben. Wer also teurer war, die Energiewende oder die Flüchtlingspolitik, ist noch nicht ausgemacht. Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Stadtbilder hat’s auch nicht unbedingt verbessert. Und warum das alles: weil wir Deutschen zu wenig arbeiten.
Wählerbeschimpfung auf der einen Seite und peinliche Unterwerfungsgesten auf der anderen, das hat System in Deutschland. Da steigen wir stolz aus der Atomkraft aus, bauen eine neue Gaspipeline, um unsere Wirtschaft mit günstiger Energie versorgen zu können, und wird uns diese Gaspipeline dann unterm Hintern weggesprengt, bedanken wir uns mit Hunderten von Milliarden bei den mutmaßlich Verantwortlichen. Und seit Friedrich Merz Kanzler ist, scheinen wir Deutschen erneut den Traum eines Zweifrontenkrieges zu träumen. Im Osten mal wieder gegen Russland, und im Westen jetzt gegen die USA. Dann schicken wir deutsche Soldaten nach Grönland – dreizehn Stück an der Zahl, das ist ein starkes Zeichen – und ziehen sie am nächsten Tag flugs wieder ab, weil der US-Präsident mit höheren Zöllen droht. Wäre es nicht so irrsinnig und geopolitisch fahrlässig, man könnte herzlich über das Bild, das die deutsche Politik abgibt, lachen. Der Ehrlichkeit halber muss man aber hinzufügen, dass die deutsche Regierung durchaus auch mal etwas Vernünftiges tut. Eben weil wir Deutschen zu wenig arbeiten und zu viel krank feiern, sind die Zahlen der Firmeninsolvenzen auf Rekordhöhe. Mit einer verantwortungslosen Politik und zu teurer Energie hat das nämlich nichts zu tun. All das ist nicht schön, und deswegen hat sich das Statistische Bundesamt dazu entschieden, die Veröffentlichung von vorläufigen Insolvenzzahlen einzustellen. Derartige Meldungen könnten die Bürger verunsichern, und Jammern tun wir Deutschen doch eh genug, so Friedrich Merz.
Das Bundesverfassungsgericht hat übrigens jüngst entschieden, dass deutsche Beamte zu wenig verdienten, sie also mehr Geld bekommen müssten, was die Richter zeitnah anmahnten. Inzwischen suchen mehr Berufseinsteiger und Berufswechsler ihr Auskommen im öffentlichen Dienst als in der freien Wirtschaft. Das ist in unsicheren Zeiten verständlich. Dagegen hat ein Friedrich Merz auch nichts einzuwenden, zumindest sind Warnungen vor einer Beamtenschwemme von ihm nicht bekannt. Denn was man der Bundesregierung nicht vorwerfen kann: Sie würde irgendwo sparen. Sie fördert weiterhin üppig jene, die für die Flüchtlingsbegeisterung verantwortlich waren, jene, die den Atomausstieg durchgedrückt haben, und auch diejenigen werden weiterhin üppig mit Steuergeldern bedacht, die jeden Schritt der Bürger überwachen und zensieren wollen. Kürzlich erst wurde sogar eine neue E-Auto-Prämie beschlossen. Sie liegt nun bei satten 6000 Euro, wenn man sich ein derartiges Wunderwerk der Batteriekunst zulegt. Diese 6000 Euro zahlen wir alle, also auch diejenigen, die sich nie ein neues E-Auto leisten könnten. Das Einzige, das Merz weiß: Die Deutschen arbeiten zu wenig. Das Ganze erinnert an eine schöne Szene aus einem Asterix-und-Obelix-Heftchen, in der ein Galeereneinpeitscher die Ruderer auf der Galeere zu mehr Einsatz auffordert. Er brüllt: Rudert schneller, Sklaven, die Herren wollen Wasserski laufen! Also wäre ich die CDU, ich würde Medien, die derart unbotmäßige Vergleiche anstellten, auch zensieren und verbieten wollen.

