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    Montag, 26. Februar 2024, 5:05 Uhr
    Montag, 26. Februar 2024, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 26. Februar 2024

    Andreas Peter im Gespräch mit Irene Aegerter, Dagmar Anheyer und Esther Bockwyt – Kontrafunk-Kommentar: Uwe Jochum
    • Am vergangenen Freitag hat der Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf „zum kontrollierten Umgang mit Cannabis“ beschlossen. Dazu sprechen wir mit der Fachärztin Dr. Dagmar Anheyer, die eine Suchtambulanz betreibt. Über eine Schweizer Volksinitiative, die den Neubau von Kernkraftwerken erwirken will, berichtet uns die Physikerin Dr. Irene Aegerter, ehemaliges Mitglied der Schweizer Kommission für die Sicherheit der Kernanlagen. Die Psychologin Esther Bockwyt spricht über ihr Buch „Woke: Psychologie eines Kulturkampfs“. Und Uwe Jochum widmet sich in seinem Kommentar dem AfD-Papier der Deutschen Bischofskonferenz.

    • Kontrafunk aktuell im Gespräch mit Dagmar Anheyer

      Konsequenzen der Cannabis-Legalisierung

    • Kontrafunk aktuell im Gespräch mit Irene Aegerter

      Schweizer Volksinitiative „Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)“

    • Kontrafunk aktuell im Gespräch mit Esther Bockwyt

      Kulturkampf um die Wokeness

    • Kontrafunk-Kommentar von Uwe Jochum

      Die Deutsche Bischofskonferenz und ihr AfD-Papier

      In die Reihe der gesellschaftlichen Weckrufe, die vor einem Erstarken des Rechtsextremismus warnen, fügt sich nun auch eine Erklärung, die die Deutsche Bischofskonferenz auf ihrer Vollversammlung am 22. Februar veröffentlicht hat. Darin loben die Bischöfe ausdrücklich die Demonstranten, die in den vergangenen Wochen gegen die, wie die Bischöfe sagen, „Machenschaften der Rechtsextremisten“ auf die Straße gegangen sind. Und am Ende der Erklärung teilen die Bischöfe ihren katholischen Schafen mit, dass – erstens – ein völkischer Nationalismus mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar sei, dass – zweitens – man als Christ rechtsextreme Parteien nicht wählen könne, und dass – drittens – die Verbreitung rechtsextremer Parolen mit einem haupt- und nebenamtlichen Dienst in der katholischen Kirche nicht zu vereinbaren sei. Damit das alles nicht in blumigem Kirchensprech verdampfe, machen die Bischöfe klar, auf wen sie mit ihrer Erklärung zielen: auf die AfD, in der, wie die Bischöfe meinen, nach mehreren „Radikalisierungsschüben“ „eine völkisch-nationalistische Gesinnung“ dominiere.

      Nun weiß der deutsche Katholik also ganz genau, wen er nicht wählen und in welche Partei er nicht eintreten darf. Während die katholischen Bischöfe es siebzig Jahre lang vermieden haben, sich parteipolitisch derart zu exponieren, lassen sie diese Zurückhaltung nun also sausen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik geben sie nicht nur ein klares Votum gegen eine Partei ab, sondern drohen auch mit einem innerkirchlichen Berufsverbot, sollte ein Katholik es wagen, AfD-Mitglied zu sein. Natürlich bedienen sich die Bischöfe zur Rechtfertigung ihrer parteipolitischen Intervention einer theologischen Argumentation. Das christliche Menschenbild, so sagen sie, sei universalistisch, vertrage sich daher nicht mit einem völkischen Nationalismus, den sie der AfD unterstellen und so verstehen, als gehe es der Partei um eine „Blutsgemeinschaft“, nämlich um eine rein ethnisch-genetisch definierte Abstammungsgemeinschaft, die sich nach außen hin abgrenze. Und die Bischöfe meinen, ein solches ethnisches Volksverständnis sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, das das Volk vielmehr als einen „demos“ verstehe, eine Gemeinschaft von Gleichberechtigten auf der Basis der Menschen- und Bürgerrechte.

      Das ist eine freie Fantasie der Bischöfe, die sie freilich mit vielen politischen Akteuren teilen. Diese Fantasie will nicht wahrhaben, dass nicht das Grundgesetz das deutsche Volk hervorgebracht hat als eine Gemeinschaft von Passbesitzern, sondern dass umgekehrt das „Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt“ sich „dieses Grundgesetz gegeben“ hat. So steht es in der Präambel des Grundgesetzes, das damit ganz selbstverständlich voraussetzt, dass das deutsche Volk als eine umreißbare Entität seiner Verfassung vorausliegt und dieser Verfassung überhaupt erst Geltung verschafft. Aber nicht nur in der Präambel weiß das Grundgesetz von einem deutschen Volk, es kennt in Art. 116 sogar „Flüchtlinge oder Vertriebene deutscher Volkszugehörigkeit“, die genau deshalb, weil sie zum deutschen Volk gehören, Deutsche sind. Von Flüchtlingen, die nur deshalb, weil sie das deutsche Staatsgebiet erreichen, automatisch auch zu Deutschen würden, weiß das Grundgesetz nichts. Mit anderen Worten: Die Lage ist komplexer, als die Bischöfe sehen wollen. Ihr Christentum ist so verzeitgeistet, dass die bischöfliche Erklärung durch vollkommene Anschlussfähigkeit an den Politsprech der Kartellparteien glänzt. Und dieser Glanz ist ein Phrasenglanz, der längst den Glanz der Wirklichkeit überstrahlt und damit auch die Kardinaltugend der Klugheit verdunkelt, die das Medium wäre, um mit der Wirklichkeit, wie sie ist, Kontakt aufzunehmen.

      Diesen Kontakt haben die deutschen Bischöfe längst verloren. Man erkennt das auf eine geradezu amüsante Weise daran, dass sie sich mit aller Phrasengewalt gegen eine Politik zugunsten der deutschen Kultur und Tradition wenden und diese als rechtsextremistisch, weil völkisch-nationalistisch denunzieren. Dabei haben sie in ihrem blinden Eifer nicht bemerkt, dass nun ausgerechnet der sogenannte synodale Weg, den die Mehrheit der deutschen Bischöfe gehen möchte, nichts weiter ist als ein konfessioneller deutscher Sonderweg, der von den katholischen Kirchen unserer Nachbarländer und vom Papst nicht geteilt wird. Würden die Bischöfe sich selber noch ernst nehmen, müssten sie sich wegen ihres damit erwiesenen deutschvölkisch-nationalistischen Sonderweges des katholischen Rechtsextremismus zeihen und sich selber mit Berufsverbot belegen.

    Kommentare
    Kassiopeia
    Toller Beitrag zu den Erhöhungen der THC- und CBD-Werte im Canabis. Ich habe diesen Beitrag mit allem, was gesagt wurde, sehr geschätzt. Wirklich gute Einblicke eines Themas, das mir noch nicht so in der Form bewusst war.
    Kassiopeia
    Staat und Kirche sind verbunden. Der Staat treibt für die Firma Kirche die Steuern ein.
    Je höher die Steuern auf Arbeit, desto höher auch die Kirchensteuer.
    Würde eine andere Partei in Deutschland regieren, würde sich dann nicht vielleicht am System der staatlichen Steuereintreibu ng etwas ändern? Posten und Verflechtungen, vielleicht aufgelöst werden müssen? Wäre der Wohlstand der Kirchen und ihre Einnahmen in Gefahr, wenn sich Regierungsmehrh eiten und im Folgenden dann Abläufe tatsächlich gänzlich ändern könnten?
    Viele Fragen.

    JohannesC
    Heute: drei Frauen, gebildet, naturwissenscha ftlich gebildet und mit gesundem Menschenverstan d. Wie schön!
    Er nu wieder
    In Sachen Cannabis-Freigabe bin ich relativ leidenschaftslo s, nehme aber die Argumente pro und contra durchaus interessiert zur Kenntnis.
    Ein contra-Argument von Dr. Dagmar Anheyer finde ich in diesem Zusammenhang etwas unlogisch, nämlich das mit der Zusammensetzung , der "Stärke", der Konzentration bestimmter Inhaltsstoffe, der Problematik mit synthetischem Zeugs etc.:
    Wenn Cannabis kontrolliert hergestellt und verkauft wird, hätte man die Qualität doch in der Hand und könnte gewisse Standards festlegen und auch deren Einhaltung überwachen.
    Oder sehe ich das falsch?

    Kantapperkantapper
    Frau Bockwyt und Herr Jochum heute als besonders starke Beiträge. Beiden meine 100%ige Zustimmung zum Gesagten!

    Bei Frau Bockwyt war das - ich bin so frech ;-) - zu erwarten, da meine Frau und ich regelmäßig beruflich auf ihr (sehr lesenswertes) Verhaltensanaly se-Werk (Schattauer, 2020) und dessen dazugehörige (ganz hervorragende!) Ätiopathoge netische Tabelle zurückgreifen.

    Danke!

    germainer
    Es gibt sie immer, nämlich Mißstände. Immer. Es ist dabei völlig unerheblich,
    also egal, wie und nach welchem Muster eine Gesellschaft gestrickt ist. Und
    deshalb werden auch die verharmlosend Aktivisten genannten, zumeist aber
    nichts anderes als Zertrümmerer Seienden, nie aussterben. Denen ist diese
    Kalamität geradezu das, was dem Baby die Mutterbrust ist. Statt derart ruhig
    und (scheinbar?) gelassen zu referieren - das meine ich fast anerkennend,
    liebe Frau Bockwyt - wäre es fast schon angemessener, wenn Sie und alles
    in Ihnen schreit. Ein Beitrag, dem ich gerne gefolgt bin. Mögen Sie weiterhin
    unbehelligt und forschungsfroh bleiben.

    Spielberg
    Dass mit Esther Bockwyt endlich mal eine Expertin auf die Aggressivität hinweist, die der sogenannten Wokeness zugrunde liegt, ist sehr zu begrüßen. In Wirklichkeit geht es um die Erfindung von Konstellationen , die es ermöglichen, andere in die Pfanne zu hauen. - Schon in den 1980er Jahren habe ich die Haltung Ausländern gegenüber so zusammengefasst : „Nimm deinen Fernsten und haue ihn deinem Nächsten um die Ohren.“ - Die angeblichen Opfer werden nämlich im Interesse der „Woken“ instrumentalisi ert, d.h. diskriminiert. - Und warum soll jemand, der auf die als „einfach“ halluzinierten Menschen in Deutschland herabblickt, auf „einfache“ Menschen in Afrika hinaufblicken? - Und wer türkischen Zuwanderern allen Ernstes in Kursen „richtiges Essen“ beibringen will, kann eigentlich noch nie in einer türkischen Familie zu Besuch oder in einem türkischen Gemüseladen gewesen sein. - Die „Woken“ haben die Diskriminierung im eigenen Kopf. Dass sie sie bei den anderen festmachen wollen, ist eine Projektion. - Wenn sich also kluge Leute zusammentun und sich nicht einschüchtern lassen, ist der Spuk vorbei.
    Steff82
    Wow! Heute mal ein Frauen-Tag, wenn man von dem Kommentar absieht. :)
    eisenherz
    ++ Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf „zum kontrollierten Umgang mit Cannabis“++
    Falsch, hierbei geht es um den kontrollierten Verkauf von Haschisch und nicht um den kontrollierten Umgang. Wie jeder Einzelne nach mit dem Erwerb und dem Gebrauch von Cannabis hinterher damit umgeht, ob kontrolliert oder sinnlos oder sinnvoll oder exzessiv, das kann der Gesetzgeber nach der Freigabe gart nicht kontrollieren.
    In vielen Ländern und Kulturen gab und gibt es ein oder zwei legal akzeptierte Drogen. In den westlichen Ländern sind das der Alkohol und das Nikotin. Das allerdings, weil immer wieder so argumentiert, als Grund herzunehmen auch andere, bisher verbotene Drogen für den ungehinderten Erwerb und Gebrauch freizugeben, ist in sich sehr schrägt.
    Wer so argumentiert, der muss sich auch die Frage gefallen lassen, warum denn nur Cannabis? Warum nicht auch Heroin, warum nicht Kokain, warum nicht Crystal Meth, und die vielen anderen neuen chemisch erzeugten Abkömmlinge freigeben, wenn Alkohol und Nikotin als Drogen frei zugänglich sind, von jedem Erwachsenen gekauft und konsumiert werden können?
    Wo soll das enden?
    ++ Physikerin Dr. Irene Aegerter,...++
    Eine Physikerin begründet den Bau von Atomkraftwerken mit dem Klimaschutz. Gemeint ist damit der Einfluss von CO2 auf das Klima. Eine solche Physikerin sollte wissen, wie falsch der menschengemacht e Einfluss von CO2 auf das Klima ist.


    Christoph
    Ich bin schockiert wie einseitig hier über Cannabis berichtet wird, das war die abzulute Pharma Propaganda!!! Ich bitte um mehr ausgeglichen heit zu Pro, kontra und nicht so einseitig. Vielen Dank
    JohannesC
    Wo sind denn die Kontrapunkte? Das mit den höheren Wirkstoffanteil en habe ich nicht gewußt. Wie viel höher? Psychosen habe ich hautnah an einem Freund erlebt, der gegen Parkinson mit Dopamin behandelt wurde und das - mutmßlich - einen Verfolgungswahn auslöste. Das war kein Spaß. Er nahm sich schließlich das Leben.
    KontraKlaus
    Im Interview mit Frau Dr. Aegerter wurden Vorteile, die mögliche Zukunftstechnol ogien wie Dual-Fluid mit sich bringen, leider ausgespart. Diese würden ja einige der angesprochenen Probleme (Wiederaufberei tung, Endlagerung) relativieren.

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