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    Mittwoch, 28. Januar 2026, 5:05 Uhr
    Mittwoch, 28. Januar 2026, 5:05 Uhr
    (Wdh.02:05, 06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05)

    Kontrafunk aktuell vom 28. Januar 2026

    Andreas Peter im Gespräch mit Zhihong Zheng, Torsten Mahn und Wolfgang Maison – Kontrafunk-Kommentar: Markus Vahlefeld

    Stand China vor einem Militärputsch? Die chinesische Journalistin Zhihong Zheng analysiert die Vorgänge. Feiern die Deutschen gerne krank? Der Leipziger Hausarzt Torsten Mahn analysiert den Vorwurf von Bundeskanzler Merz. Wolfgang Maison, Mitgründer der südbayerischen Bürgerinitiative „Windradfreies Oberland“, berichtet über den Kampf gegen riesige Windkrafträder. Und Markus Vahlefeld kommentiert die Berichterstattung über die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota, die von zwei Todesfällen überschattet worden sind. 

    Interview 1

    Zhihong Zheng: Wollte das Militär in China putschen?

    Interview 2

    Torsten Mahn: Feiern die Deutschen tatsächlich zu oft krank?

    Interview 3

    Wolfgang Maison: Die Bürgerinitiative „Windradfreies Oberland“ im Kampf gegen die Windmühlen der Neuzeit

    Kommentar

    Markus Vahlefeld: Das Gespür deutscher Medien für die falsche Seite in der Minnesota-Berichterstattung

    Inzwischen sind zwei Tote zu beklagen, die im Widerstand gegen Abschiebemaßnahmen von ICE-Beamten erschossen wurden. Beide Todesfälle sind tragisch, und über Tote soll man nicht schlecht reden. Beide ereigneten sich in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota, was insofern interessant ist, als der Governor of Minnesota, Tim Walz, Vize-Präsidentschaftskandidat der unterlegenen Demokraten bei den letzten US-Präsidentenwahlen war. Man darf, ohne allzu tief in Spekulationen zu verfallen, unterstellen, dass Tim Walz also mehr als nur eine Rechnung mit Donald Trump offen hat. Tim Walz gilt als einer der mächtigsten und hinterhältigsten Drahtzieher US-demokratischen Machterhalts um jeden Preis. Dass zudem die Proteste gegen die ICE-Einsätze koordiniert wirken, die Demonstranten sich mit körperlicher Gewalt den ICE-Polizisten entgegenstellen, und dass, sobald auch nur der kleinste Hinweis auf körperliche Gefahr besteht, die US-Polizei recht schnell Gebrauch von der Dienstwaffe macht, all das hat zu dieser explosiven Mischung, die in Minneapolis gerade explodiert, beigetragen. 

    Gewalt in den Vereinigten Staaten hat eine andere Dimension als in Europa. Die Schusswaffe gilt als Freiheitssymbol, Präsidentenattentate sind Teil der US-Geschichte, und immer wieder wird das Land von Ausschreitungen mit brennenden Innenstädten und etlichen Toten erschüttert. Vielleicht ist das auch der Preis dafür, eine Weltmacht zu sein, denn die Möglichkeit zur Gewalt nach außen muss durch eine höhere Gewalttätigkeit im Innern erkauft und abgesichert werden. Was an der medialen Rezeption der US-Ereignisse in Deutschland auffällt, ist der Umstand, dass wieder alle wissen, wer die Schuld trägt: die schießwütigen ICE-Bediensteten und natürlich Donald Trump. So titelte die „Frankfurter Rundschau“ vorgestern: „USA: Wo Staatsterror regiert.“ Das ist insofern verwunderlich, als noch am Vortag über den Iran, wo bei Protesten mutmaßlich bis zu 30.000 Menschen umgekommen sind, dieselbe „Frankfurter Rundschau“ titelte: „Mullah-Regime greift durch“. Von Staatsterror kein Wort. Es nimmt daher auch nicht Wunder, wenn jetzt die ersten Stimmen laut werden, die einen Boykott der Fußball-WM in den USA fordern. So beispielsweise der immer irrlichternde „Spiegel“-Kolumnist Nikolaus Blome, gleichzeitig auch Politikchef beim Fernsehsender RTL, der sich vor gar nicht so langer Zeit noch wünschte, dass die gesamte Republik mit dem Finger auf Ungeimpfte zeigen möge. Dieser Blome fordert nun, Trump da zu treffen, wo es ihm wehtue: beim Boykott der Fußball-WM. Dass eben dieser Blome vor vier Jahren noch inständig darum bat, die Fußball-WM in Katar von einem möglichen Boykott auszunehmen, ist nur ein weiterer Hinweis darauf, dass sich die deutsche Presse gerne vor allem, was mit dem Islam zu tun hat, in den Staub wirft, während sie dann vor den USA den großen Macker mimt.

    Liegt diese Einmütigkeit bei den deutschen Konzernmedien nur in ihrem unbändigen Hass auf Trump begründet? Das dürfte sicherlich den Reflex erklären. Aber da gibt es noch eine zweite Ebene: Trump setzt ja gerade durch, was wir in Deutschland nicht mehr Remigration nennen dürfen. Menschen, die keine Aufenthaltsberechtigung haben, werden außer Landes geschafft. Und Typen des Schlages Nikolaus Blome wissen natürlich, dass das auch in Deutschland kommen wird. Und weil sie mit beiden Händen so tief im Mustopf der Migrationslügen, Verbrechensverdrehungen und all den anderen eitlen Gutmenschlichkeiten stecken, sind ihre Tage gezählt. Rufen sie nun die Unruhen in den USA zum Staatsterror aus und verlangen sie harte Boykotte gegen die USA, dann verschaffen sie sich Zeit und zögern eine Wende in Deutschland so lange hinaus, bis sie ihre Schäflein im Trockenen haben und in Rente gehen können. Gleichzeitig sind die Bilder aus Minneapolis und das Hochjazzen der edlen Demonstranten eine Drohung an die deutsche Politik. Sollte sie endlich die „Rückführungsoffensive“ wahrmachen, die alle deutschen Regierungen seit Jahren schon ankündigen, dann blühen ihr Verhältnisse wie in Minneapolis. Die Antifa, der schwarze Block, die Vulkangruppe, die Hammerbande, sie alle warten nur darauf, bis es endlich losgeht. Die Nikolaus Blomes dieser Republik bereiten ihnen dabei den Resonanzboden, auf dem der Bürgerkrieg dann stattfinden kann. Kein Wunder also, dass Bundeskanzler Merz sich besorgt über „das Ausmaß der Gewaltanwendung“ in den USA zeigt. Dass Merz hier den Trump macht und das ungeschriebene Gesetz bricht, dass Regierungschefs innere Angelegenheiten verbündeter Länder nicht kommentieren, mag noch eine deutsche Retourkutsche sein. Bei Merz jedoch überrascht, dass er fast grundsätzlich die inneren Angelegenheiten des eigenen Landes schlicht nicht kommentiert, immer aber ein mahnendes Wörtchen für die USA im Gepäck hat. Die deutsche Politik, das muss man ihr lassen, hat dieses untrügliche Gespür dafür, sich in der Geschichte fast immer auf die falsche Seite zu stellen.