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    Dienstag, 9. April 2024, 5:05 Uhr
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    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 9. April 2024

    Marcel Joppa im Gespräch mit Ralph Ghadban, Helmut Becker und Klaus Heeschen – Kontrafunk-Kommentar: Oliver Gorus

    Am heutigen Dienstag endet für die Muslime der Fastenmonat Ramadan. Darüber und über eine verfehlte deutsche Integrationspolitik sprechen wir mit dem Migrationsforscher und Publizisten Ralph Ghadban. Das aktuelle Desaster rund um die Elektrofahrzeuge und die politischen Mobilitätspläne erörtern wir mit dem Wirtschaftsanalysten Dr. Helmut Becker. In der Südwestukraine lebt der deutsche Landwirt Klaus Heeschen. Er berichtet uns, wie groß der Einfluss des Krieges auf die Landwirtschaft in der Ukraine ist und welche Perspektiven die Agrarwirtschaft vor Ort hat. Schließlich beschäftigt sich Oliver Gorus in seinem Kommentar mit der Energiewende und der Frage, welchen Schaden Windräder nachhaltig anrichten können.

    Interview 1

    Politisierung des Ramadan

    Interview 2

    E-Autos im Absturz

    Interview 3

    Situation der Landwirtschaft in der Ukraine

    Kommentar

    Zerbröselnde Windkraft

    Hätten Sie’s gewusst? So ein Rotorblatt einer Windkraftanlage sieht nach ein paar Jahren Benutzung nicht mehr so aus wie in den lobpreisenden Indoktrinationskinderbüchern oder auf den Hochglanzbildern, an denen sich die in diese Technologie Verliebten ergötzen. Nein, es sieht nicht mehr so schön weiß und glatt aus wie die Tragflächen eines Segelflugzeugs, sondern eher wie ein Rindsknochen, an dem ein Rottweiler eine Woche lang genagt hat. Wer wissen will, wie Grünsozialisten ticken, muss nur einmal eines der im Internet kursierenden Fotos eines solchen durch Gebrauch erodierten Windradflügels mitsamt einem besorgten Kommentar in die Social Media stellen. Natürlich wittern manche reflexartig auch gleich mal rechtes Gedankengut, wenn Sie Windräder nicht grundsätzlich ganz, ganz schön und supertoll heldenhaft finden, sondern geradezu reichsbürgermäßig hinterfragen, was die seit etwa anderthalb Jahrzehnten grün dominierten Regierungen aller Farben da so in unseren Wäldern und auf unseren Feldern treiben. Selbst der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags gibt in einer Stellungnahme vom 8. Dezember 2020 zu, dass das von den Rotorblättern abgenagte Material nicht mehr dran ist – also irgendwo anders sein muss: in den Quadratkilometern Boden in bevorzugter Windrichtung hinter den Anlagen zum Beispiel. Dass das Material, welches sich durch Erosion löse, in der Umwelt lande, ließe sich nicht bestreiten, stand in dem Papier mit Bezug auf eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme. Die Oberflächen der Flügel, vor allem an den Kanten und im äußeren Drittel des Rotors müssen jedenfalls immer wieder gewartet und mit speziellen Robotern oder mit Alpintechnik kletternden Spezialisten von Hand repariert werden, weil die Kräfte, die auf sie wirken, von den Ingenieuren nicht beherrscht werden: UV-Strahlung, Temperaturwechsel und mit hoher Geschwindigkeit auf die Rotorblätter knallende Staubpartikel, Regentropfen, die wie Geschosse wirken, Insekten und Körper von Vögeln.  

    Bei Abrieb entsteht jedenfalls Mikroplastik und Nanoplastik, also kleine bis kleinste Partikel oder Fasern, die von Mensch und Tier eingeatmet werden und auf die Böden sinken und eingeregnet werden. Sie gelangen definitiv in die Atemluft, in den Nahrungskreislauf und ins Grundwasser. Unklar ist allerdings, was die Folgen davon sind. Die Risikobewertung für Menschen und Tiere ist derzeit schwer zu treffen, weil dafür schlicht die Daten fehlen. Die Wirkung von Mikroplastik auf die Gesundheit ist ein offenes Forschungsfeld: Nichts Genaues weiß man nicht. Wie gut, dass man trotzdem einfach schon mal drauflosbaut und 30.000 Windkraftanlagen in die deutsche Landschaft stellt. (In Österreich sind es knapp 1500 und in der Schweiz ein paar Dutzend.) Wenn Sie das Thema Mikroplastik erwähnen, können Sie allerdings sicher sein, dass sich Windkraftfanatiker umgehend darüber mokieren, dass der Abrieb von Autoreifen, Textilien und Schuhsohlen um ein Vielfaches mehr sei als der von Windkraftanlagen. Was gut daran oder entlastend daran sein soll, zusätzlich zu den bereits bestehenden Problemen mit Mikroplastik jetzt auch noch Partikel in 300 Metern Höhe direkt in den Wind zu blasen und das direkt über Äckern und Waldgebieten, und dann auch noch mit speziellen Zusatzstoffen zur besonderen Härtung der Beschichtungen, von denen keiner weiß, wie sie in der Umwelt wirken, erschließt sich mir jetzt nicht so ganz unmittelbar … Das wäre ja in etwa eine Argumentation wie: Sie können den Mann ruhig umbringen, denn es ertrinken in Deutschland ja sowieso etwa 450 Menschen pro Jahr. Aber egal.

    Das jedenfalls sind nur die Beschichtungen. Schlimmer wird die Sache noch, weil – nachdem die Oberfläche in alle Winde verbröselt wurde – auch die darunter liegenden Schichten aus Glasfaserverbundwerkstoffen (GFK) oder Carbonfaserverbundwerkstoffen (CFK) abgerieben werden. Bei der Herstellung dieser Verbundwerkstoffe mit Epoxidharz wird Bisphenol-A (BPA) eingesetzt – und das ist anerkanntermaßen ein hochgiftiger Stoff, der auf keinen Fall in die Umwelt gelangen soll. Ich kann mir nicht helfen, aber ich erkenne bei den Windkraftanlagen wieder exakt dasselbe Muster. Und dabei habe ich all die anderen Probleme, noch gar nicht angesprochen: die Sinnlosigkeit der massenhaften Windstromerzeugung an Orten mit zu geringer Windhöffigkeit, die Notwendigkeit von grundlastfähigen Verbrennungskraftwerken zum Backup bei Flaute, die Unmöglichkeit der Speicherung der überschüssigen Energie an windreichen Tagen, die Leitungsverluste über die großen Entfernungen, die Emissionen hochgiftigen Schmiermittels in der Gondel, das ungelöste Recyclingproblem des Rotorblätter-Sondermülls, die irrsinnigen Betonfundamente, die Kohlendioxidemissionen und der Ressourcen- und Energieverbrauch bei Herstellung, Aufbau, Betrieb und Abbau der Windräder, die Auswirkungen auf die Greifvogel-, Fledermaus- und Insektenbestände, die Austrocknung der Böden im Umfeld der Anlagen und die Auswirkungen auf das Mikroklima, die Verschandelung von Landschaften, der Waldverlust, der Infraschall, die Probleme durch die flirrenden Schatten, die Abwertung von Immobilien im Windrädersichtbereich, die enorme Verteuerung des Stroms, die damit verbundenen Wohlstandsverluste und die Abwanderung der energieintensiven Industrie und so weiter. Warum also dieser ganze Irrsinn? – Antwort: Weil einige wenige damit irrsinnig viel Geld auf Kosten der anderen verdienen.