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    Mittwoch, 25. Oktober 2023, 5:05 Uhr
    Mittwoch, 25. Oktober 2023, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 15:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 25. Oktober 2023

    Gernot Danowski im Gespräch mit Pascal Lottaz, Erwin Böhi und Guido Hülsmann – Kontrafunk-Kommentar: Burkhard Müller-Ullrich
    • In der Sendung vom 25. Oktober widmet sich Moderator Gernot Danowski der Frage: Ist Neutralität möglich? Zu dem Thema äußert sich der Neutralitätsforscher Dr. Pascal Lottaz. Über Staatsschulden und ob sie wirklich egal sind sprechen wir mit dem Ökonomieprofessor Guido Hülsmann vom Austrian Institute. Im Kanton St. Gallen werden einige Spitäler geschlossen. Der ehemalige Kantonsrat Erwin Böhi hat die Hintergründe dazu. Und Burkhard Müller-Ullrich spricht einen Nachruf zum Tode des Philosophen Gunnar Kaiser.

    • Kontrafunk im Gespräch mit Pascal Lottaz

      Ist Neutralität möglich?

    • Kontrafunk im Gespräch mit Guido Hülsmann

      Sind Staatsschulden wirklich unproblematisch?

    • Kontrafunk aktuell im Gespräch mit Erwin Böhi

      Welche Hintergründe hat das Spitalschließen im Kanton St.Gallen?

    • Kontrafunk-Kommentar von Burkhard Müller-Ullrich

      Nachruf zum Tode von Gunnar Kaiser

      Seine Stimme konnte hypnotisieren. Das wussten seine Schüler, und später, nachdem er eine Medienpersönlichkeit geworden war, seine zahlreichen Fans. Mehr als eine Viertelmillion Abonnenten folgten seinem Kanal „Kaiser TV“ auf Youtube. Das ist eine für den deutschsprachigen Raum stupende Zahl, zumal er dort keine Katzenvideos und Lifehacks verbreitete, sondern philosophische Erörterungen. Trotzdem gibt es auf Wikipedia für Gunnar Kaiser keinen Eintrag. Jedenfalls nicht auf Deutsch. Man kann sich höchstens an einem von Antipathie und Falschinformation getränkten Artikel in der englischsprachigen Wikipedia orientieren. 

      Als wir einander kennenlernten, war Gunnar noch Studienrat an einem Kölner Gymnasium. Er hatte einen Roman geschrieben und wollte sein Deutschlehrerdasein hinter sich lassen. Nebenher arbeitete er für die „Neue Zürcher Zeitung“, die „Welt“ und die „Jüdische Allgemeine“. Doch dann senkte sich unvermittelt der Corona-Kult über unsere Gegenwart, und der lockere Habitus des Literaten wich einer tief empfundenen Weltverzweiflung, die gar nichts mehr von dem Gestus des Bohemiens hatte, der Gunnar auch war. 

      Die erste Konsequenz bestand darin, dass er seine Beamtenstelle kündigte, weil er den Gewaltakt, mit dem Schüler zum Maskentragen während des Unterrichts gezwungen wurden, nicht hinnehmen, geschweige denn selber vornehmen konnte. Gleichzeitig erlangte er durch die steigenden Einschaltquoten seiner Videos nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern wurde zu einem wirklichen Star des Widerstands. Als Filmemacher entfaltete er eine kaum menschenmögliche Produktivität, reiste kreuz und quer durch Europa, drehte Interviews mit prominenten Kritikern des laufenden Staatsverbrechens, erwies sich auch als wortgewaltiger Alleinredner mit einem soliden philosophischen Background und zugleich als talentierter Satiriker, der Szenen von umwerfender Komik spielte. 

      Das Publikum erlebte eine Künstlerpersönlichkeit im Vollbrand: einen kämpferischen Intellektuellen, einen witzigen Entertainer und einen perfekten Frauenschwarm, denn Gunnar Kaiser war ein schöner Mann mit einer, wie gesagt, hypnotischen Stimme. Er nutzte auch die neuen Möglichkeiten der Medientechnik auf seine souveräne Weise, organisierte Liveübertragungen per Youtube, in denen er rotweintrinkend mit seinen Zuschauern interagierte, die ihm per Kommentarfunktion Fragen stellen konnten. Ein Höhepunkt war die Silvestersendung vor zwei Jahren: eine One-Man-Show, wie sie kein öffentlich-rechtliches Format jemals zustande brachte – geistvolle und zugleich unterhaltsame Minimal Art. 

      Mit der düsteren Erkenntnis, dass der Pandemieterror viel tiefer geht und länger dauert, als es sich selbst der luzide Denker Gunnar Kaiser vorzustellen vermocht hatte, orientierte er sich weg vom großen Publikumserfolg zur Rückzugsidee einer kleinen, fast klösterlichen Gemeinschaft. Er gedachte, ein Landgut in Italien zu kaufen, wo er mehr als Guru denn als Superstar Menschen um sich scharen wollte, die philosophische Gespräche und spirituelle Erlebnisse suchten. Diesen Plan stoppte die Diagnose seiner Krebserkrankung jäh. Die Nachricht davon verbreitete er selbst, sprach seine Erwartung und Verzweiflung direkt in die Kamera, versteckte auch nicht die Zeichen der Chemotherapie: den kahlen Kopf und das ausgezehrte Antlitz. Er wusste, dass er, der das Philosophieren stets mit einem fröhlichen, fast jugendlichen Touch gepflegt hatte, sich jetzt der Wahrheit des Satzes von Michel de Montaigne aus dem 16. Jahrhundert fügen musste: Philosophieren heiße sterben lernen. 

      Als die Öffentlichkeit am Montag von seinem Tod erfuhr, lag dieser schon zwei Wochen zurück. Ein bemerkenswerter Umstand bei jemandem, der immer die Publizität gesucht und genossen hatte. Man kann dieses Embargo, ob er es selbst verfügt hat oder nicht, als einen Versuch deuten, dem Schicksal wenigstens ein kleines bisschen seiner Macht abzutrotzen – die Macht über den Zeitpunkt der Mitteilung. 

      Wir Empfänger der Mitteilung sind aber betäubt und betroffen darüber, dass Gunnar den üblen Lauf der äußeren Dinge nicht mehr mit seiner geschliffenen Kritik und seinem kreativen Spott begleitet. Gestorben ist ein Kämpfer für freie Debattenräume, ein Märtyrer der wildgewordenen Vernichtungslust eines verkommenen Establishments von Mainstreampresse bis Friedrich-Naumann-Stiftung – ewig unvergessen sind die widerwärtigen Versuche, ihn wegen seines schlichten Zweifels an der politischen Orthodoxie zum rechtsextremen Corona-Leugner zu machen. Und gestorben ist auch, das soll nicht unerwähnt bleiben, ein junger Vater.

    Kommentare
    dreistein
    Ganz vielen Dank für den so einfühlsamen Nachruf eines mehr als zu würdigen Zeitgenossen wie Gunnar Kaiser. Er berührte stets - auch bloß als Interviewer.
    weka
    Ja, Herr Kaiser fehlt! Ich kenne nicht viel von ihm, aber was ich gesehen und gehört habe, hat mich stets zutiefst berührt. Er und Clemens Arvay waren zwei außergewöhnliche Persönlichkeite n, die vielen Menchen in den letzten drei Jahren viel Kraft gegeben und Mut gemacht haben. Daß diese beiden Helden den Kampf gegen die Windmühlen nicht überlebt haben, ist für mich eine der größten Tragödien dieses Jahrtausends, die Todesursachen spielen dabei keine Rolle.

    Kantapperkantapper
    Lieber Burkhard Müller-Ullrich,
    Ihre sehr informative wie einfühlsame Würdigung von Gunnar Kaiser musste ich mir gleich zwei Mal anhören. Vielen, vielen Dank! Und klasse, dass Ihr Kommentar hier auch transkribiert ist.
    Ganz besonderen Respekt und Zustimmung verdient Ihr Satz "Gestrorben ist (...) ein Märtyrer der wildgewordenen Vernichtungslus t eines verkommenen Establishments von Mainstreampress e bis Friedrich-Naumann-Stiftung" -- so ist es, sogar die NZZ ließ im Kielwasser der FNS-Kampagne über Bande hinterrücks auf Kaiser einstechen: "Nicht alles, was Kaiser sagt, ist einfach falsch. Er operiert oft mit Halbwahrheiten." (sic!)
    Der FNS-Slogan lautet übrigens "Für die Freiheit". Ist das nicht ein einziger Hohn?

    All das zeigt mir auch immer ein Stück weit, wie wichtig und dringend notwendig der Kontrafunk als unabhängiges und kritisches Korrektiv zur widerlichen MSM-Schundjournaill e ist.
    Also Herr Müller-Ullrich, nochmals, 1000 Dank!

    germainer
    "Fliehe ich vor mir selbst?" Gunnar Kaiser auf Reisen. Und "Ein Allerletztes" (Jenseits
    der Kastanien...). Es sind keine journalistische n Routinen, es sind Selbsthinterfra gung
    und Kontemplation. Zwei Videos.





    Prager
    Es muss nicht immer augenblicklich sein, ein Nachruf wirkt mitunter mit einigen Stunden oder Tagen Verzögerung um so intensiver. Danke für Ihre wertschätzenden Worte, Herr Müller-Ullrich!
    Versteylen
    Wenn auch einen Tag zu spät: ein tief berührender Nachruf - vielen Dank dafür, Burkhard Müller-Ullrich.
    Steff82
    Bezüglich der Kliniken und ihrer Finanzen:
    Ich bin der Meinung, Institutionen, welche zu den grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung gehören, sollten NICHT gewinnorientier t, sondern gemeinwohlorien tiert arbeiten müssen!
    Krankenhäuser haben ihren Ursprung in den klösterlichen Einrichtungen, wo es primär um Nächstenlieb e ging und nicht um monetäre Anreize.
    Die Pflege von Alten, Kranken und Kindern ist ein menschliches Grundbedürfnis und darf nicht dem Kapitalismus zum Opfer fallen.

    Anderes Beispiel waren Müllentsorgu ng und Wasserversorgun g, die einige Kommunen privatisiert und anschließend schnell bereut haben.

    Im Grunde genommen gehört auch die Stromversorgung und auch die Lebensmittelver sorgung zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen.

    Da schreien dann wahrscheinlich einige "Sozialismus". Aber was spricht gegen eine ordentliche, öffentliche Grundversorgung und wer die Luxusversion will, soll aus eigener Tasche eben dies bezahlen?
    Die Grundversorgung muss durch die öffentliche Hand allerdings ausreichend mit Geld versorgt und entsprechend sinnvoll geführt werden (also hybrid zur privat geführten Klinik, was das Haushalten angeht, nur nicht so entmenschlicht auf Gewinn ausgerichtet), damit gut ausgebildetes Personal auch ordentliche Arbeitsbedingun gen hat.

    Ja, ich träume. Aber ohne Vorstellung davon, wie es besser sein könnte, kann man sich nicht entwickeln.

    Steff82
    Noch vergessen; Es versteht sich von selbst, dass die Verwaltung auf ein Minimum gestutzt wird, sodass das Maximum an Geld für die eigentlichen Aufgaben genutzt werden kann.

    Der Popanz, bei dem man gern Parteigenossen versorgt, gehört abgeschafft. Der ist mir auch bei den Krankenkassen ein Dorn im Auge und das dann auch noch in zigfacher Ausführung ohne jeglichen echten Wettbewerb unter den Kassen.

    1408
    Das sind doch Binsenweisheite n, die du da schreibst. Ich habe noch weitere: die Dinge laufen so, weil sie so laufen sollen. Nicht alle verlieren in diesem System. Das Prinzip, welches du im Gesundheitssyst em beobachtest, findest du in allen anderen Bereichen des Lebens wieder. Der Kontrafunk und andere alternativen wollen an diesem Grundprinzip nichts ändern, es soll nur wieder fairer zugehen, weniger Inflation, mehr Geld in der Kasse. Ein Peter Hahne ist heute der Star in der alternativen Szene? Der hat uns jahrelang verarscht und am Ende der Karriere fällt ihm auf, dass was schief läuft in Alemannia...tz!

    So gesehen ist der Kontrafunk sogar schädlich, da er die Veränderungsen ergie verpuffen lässt und auf Ablenkziele richtet (ja natürlich ist das von Mausfeld geklaut). Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass er nicht in der Gästeliste auftaucht, wie auch z.B. Thomas Röper. Der hat meiner Meinung nach DAS Werk zum Thema Corona geschrieben, war aber nicht in einer Sendung? Allerdings hat er aber auch "Abhängig beschäftigt" geschrieben und nimmt keine Blatt vor den Mund aufzuzeigen, wie unsere westliche Demokratie funktioniert. Ich muss es so verstehen, dass der KF nicht möchte das ich weiß, wie westliche Demokratien funktionieren.
    Ich bin eine Weile richtig hausieren gegangen damit, dass die Leute doch Kontrafunk hören sollen - jetzt ist mir das fast peinlich und ich hoffe, aktuell hört hier keiner rein. /:

    dreistein
    ...sollte heißen "abgekartet"...
    dreistein
    Um ehrlich zu sein geht's mir manchmal auch so:
    Der KF kritisiert kaum System und in Interviews fehlen mir nicht selten spontane Nachfragen. Oft wirkt alles ein wenig abgehärtet. Doch im Großen und Ganzen steht der KF in geistiger Hinsicht km-weit über der zwangsfinanzier ten Konkurrenz.

    Kantapperkantapper
    "jetzt ist mir das fast peinlich und ich hoffe, aktuell hört hier keiner rein."
    Sie stellen hier zunächst ziemlich steilste Thesen auf und schelten sodann den Kontrafunk dafür? Potzblitz. Wen wollen Sie damit überzeugen?

    1408
    Relativierung via "ziemlich" bei gleichzeitigem Superlativ "steilste" - oh je, der Satz fängt katastrophal an und geht auch genau so weiter.
    Was sind denn diese "ziemlich steilsten Thesen"? Sie meinen diese trivialen Binsenweisheite n, die ja teilweise schon seit Jahrhunderten bekannt sind? Und wofür schelte ich den KF?
    Ganz ehrlich: sie sollten in die Politik gehen: sie schaffen es zwar, wohlklingende Sätze zu produzieren, jedoch sind sie völlig sinnfrei.
    Möge Sie doch selbst der Blitz Gottes treffen, oder vielleicht etwas plumper: Herr, lass Hirn regnen!

    onckel fritz
    Psychoneuroimmu nologen haben u.a. auf Servus TV und im Netz immer wieder erklärt, wie Angst und Psychoterror das Immunsystem beeinträchtigen. Wenn Kritiker des Coronaterrors wie Gunnar Kaiser in besonderem Maße Ausgrenzung, Diffamierung, Psychoterror, kurz Zersetzung nach Stasimethoden ausgesetzt sind, darf man spekulieren, inwiefern deren Immunsystem und damit auch die Immunabwehr des Organismus gegen Krebs stärker beeinträchtigt werden. Einfach nur traurig und schade um ihn. Möge er in Frieden ruhen.

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